Das med2click-Lexikon

Opioide

Opioid-Analgetika entfalten ihre Wirkung über unterschiedlich starke Aktivierung zentraler und peripherer Opioid-Rezeptoren. Sie wirken:

  • analgesierend über Aktivierung der absteigenden Schmerzhemmenden Bahnen und Unterdrückung der zentralen Schmerzverarbeitung
  • sedierend, tranquillisierend und euphorisierend
  • atemdepressiv und antitussiv
  • emetisch, später antiemetisch
  • miotisch
  • antidiuretisch durch ADH Freisetzung,
  • opstipativ durch Steigerung des Magen-Darm-Tonus (besonders der Sphinkteren) und Reduktion der gastrointestinalen Motilität.
  • ausserdem werden Tonus von Gallenblase, Blasenmuskulatur- und Sphinkter erhöht und der Gefässtonus gesenkt.

Opioide sind bei stärksten Schmerzen indiziert, besonders nach und während Operationen, nach Trauma und durch Tumoren.

Nebenwirkungen sind häufig Emesis und Vomitus. Es muss auf Atemdepression, Obstipation und Harnverhalt achtgegeben werden. Desweiteren kann es zur Abhängigkeit kommen, die jedoch bei korrekter Schmerztherapie selten ist und darum bei entsprechender Indikation keine Zurückhaltung begründet. 

Kontraindikationen sind Ateminsuffizienz und akute hepatische Porphyrie. Eine Vergiftung, bei der der Atemstillstand das führende Symptom darstellt, wird Naloxon zur Antagonisierung genutzt.

Neben Morphin und Codein wurden zahlreiche Derivate gefunden, die durch partielle Agonisierung/Antagonisierung der drei Opioidrezeptoren verschiedene analgetische Wirkstärken entwickeln und einen differenzierten Einsatz in der Schmerztherapie erlauben.

Wirkstoffe und Präparate geordnet nach aufsteigender Wirkstärke: