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Glykopeptide

Glykopeptid Antibiotika wirken über eine Hemmung der Mureinsynthese bakterizid. Ihr Wirkspektrum umfasst alle grampositiven Keime, inklusive MRSA. Sie werden oral nicht resorbiert und unverändert renal ausgeschieden.

Erreicht werden alle Organe bis auf die Knochen. Nach parenteraler Gabe beträgt die Halbwertzeit 7 h (Vancomycin) bzw. 70 h (Teicoplanin). Der Serumspiegel muss regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei Niereninsuffizienz.

Eine oral Gabe ist nur bei Pseudomembranöse Enterokolitis indiziert. I.v. werden Glykopeptide bei schweren Infektionen mit grampositiven Keimen, insbesondere MRSA - Infektionen gegeben.

Die mittlere Tagesdosis bei Erwachsenen beträgt für Vancomycin 0,5-2g/d, bei Teicoplanin sind es 400mg am ersten gefolgt von 200mg an den Folgetagen. Bei schweren Infektionen wird die doppelte Dosis empfohlen.

Nebenwirkungen sind die konzentrationsabhängige Ototoxizität, allergische Reaktionen, besonders an der Injektionsstelle und lokale Entzündungsreaktionen.

Kontraindiziert sind Glykopeptide deswegen bei Hörgeschädigten und akutem Nierenversagen, ausserdem bei Schwangeren. Die Toxizität am Innenohr verstärkt sich bei gleichzeitiger Gabe anderer oto-/nephrotoxischer Substanzen wie Aminoglykosiden, Cisplatin, Schleifendiuretika oder Ciclosporinen.

Wirkstoffe und Präparate: