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β-Blocker

β-Blocker wirken über die kompetetive Blockade von β-Adrenorezeptoren negativ inotrop, chronotrop und dromotrop. Dazu hemmen sie die sympathisch gesteuerten Stoffwechselwege der Glykogenolyse und Lipolyse. In klinischen Gebrauch werden meist die β1-selektiven β-Blocker gemeint. Die typischen Indikationen sind Essentielle Hypertonie, KHK und Z.n Herzinfarkt und Tachykardien. Ausserdem kommen sie bei Migräne und Phäochromozytom zum Einsatz.

Wegen der Gefahr eines Rebound Effektes dürfen β-Blocker nie plötzlich abgesetzt werden, sondern müssen ausgeschlichen werden. Da sie in den Lungen bronchokonstriktorisch wirken, verbietet sich der Einsatz bei Asthma bronchiale und COPD, sowie allen anderen obstruktiven Ventilationsstörungen. AV-Block Grad II und Grad III sowie alle bradykarden Rhytmusstörungen sind ebenfalls Kontraindikationen. Vorsicht geboten ist bei jeder Form von Diabetes mellitus, da β-Blocker die Wirkung von Antidiabetika verlangsamen und zusätzlich die Symptomatik von Hypoglykämien kaschieren.

Calziumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem - Typ sollten nicht gleichzeitig angewandt werden, da es gehäuft zu Herzrhytmusstörungen Hypotension und Bradykardien kommt. Durch Narkosemittel wird die Wirkung von β-Blocker verstärkt.

An Nebenwirkungen kommen gehäuft unspezifische GI-Symptome, Hypotonien, Bradykardien und allergische Symptome wie Exantheme und Pruritus vor.

Wirkstoffe und Präparate (Dosierungen beziehen sich auf Monopräparate):

  • Atenolol (AteBETA®, AteHEXAL®,  Ate Lich®, Atenogamma®, Atenolol AbZ®, Atenolol AL®, Atenolol-CT®, Atenolol ratiopharm®, Atenolol STADA®, Juvental®, Tenormin®) Dosierung: Hypertonie, KHK 1x50-100mg/d, funktionelle Herz-Kreislaufbeschwerden 1x25mg/d, Tachyarrhytmie 2x50mg/d oder 1x100mg/d
  • Bisoprolol (Bisobeta®, Bisogamma®, Biso-Henning®, Biso HEXAL®, Biso Lich®, Bisoprolol 1a®, Bisoprolol ABZ®, Bisoprolol AL®, Bisoprolol corax®, Bisoprolol-CT®, Bisoprolol-ratiopharm®, Bisoprolol STADA®, Concor®) Dosierung: Hypertonie, stabile Angina Pectoris, mittlere bis schwere stabile Herzinsuffizienz 5mg/d, bei Bedarf Steigerung auf 10mg/d max 20mg/d, Dosierung stabile Herzinsuffizienz 1,25mg, bei guter Verträglichkeit Steigerung in vier-Wochen-Schritten auf 2,5mg-3,75mg-5mg-7,5mg-10mg
  • Celiprolol (Celipro Lich®, Celiprolol-CT®, Selectol®) Dosierung Hypertonie, KHK 200mg/d morgens nüchtern, bei guter Verträglichkeit Steigerung auf 300 mg bis max 400mg/d
  • Metoprolol (Beloc®, Beloc-Zok®, Jeprolol®, Lopresor®, Meprolol retard®, Meto APS®, Meto-Henning®, MetoHEXAL®, Metoprogamma®, Metoprolol Abz®, Metoprolol AL, Metoprolol axcount®, Metoprolol-CT®, Metoprolol ratiopharm®, Metoprolol STADA®, Metoprololsuccinat ABZ®, Metoprololsuccinat  AL®, Metoprololsuccinat -CT®, Metoprololsuccinat  STADA®, Metoprololsuccinat TAD®, Meto-Tablinen®, Prelis®) Mit niedrigster Dosis einschleichen und je nach Präparat bis zum Therapieerfolg/nach Verträglich maximieren - 1-2x50-200mg bzw. 1-2x47,5-190mg/d