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Harnsäure

Harnsäure ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Harnsäure wird zum größten Teil (ca. 90%) von der Niere filtriert und rückresorbiert.

Die Harnsäure wird zur Diagnose, Differentialdiagnose und zum Verlauf der Gicht sowie zur Differenzialdiagnose von einer Nephrolithiasis und zur Kontrolle bei medikamentöser Therapie mit Harnsäureanstieg bestimmt.

Normwerte der Harnsäure liegen bei Frauen bei 2,5 – 6 mg/dl, bei Männern bei 3,5 – 7 mg/dl (laborabhängig ggf. abweichende Normwerte).

Erhöht kann die Harnsäure sein bei primärer Hyperurikämie (Gicht, Nephrolithiasis, Uratnephropathie, Lesch-Nyhan-Syndrom, Kelley-Seegmiller-Syndrom) und sekundärer Hyperurikämie bei Niereninsuffizienz, malignen Tumoren, Leukämie, Polycythaemia vera, nach Muskelschäden oder –traumen, bei Psoriasis, Hunger, chronischem Alkoholkonsum, Chemo- und Strahlentherapie und medikamentös bedingt (Diuretika, Zytostatika, Cyclosporin A).

Erniedrigt kann die Harnsäure sein bei medikamentöser Therapie mit Allopurinol, Urikosurika, Östrogenen, Röntgenkontrastmittel, Phenylbutazon, ASS u.a., bei schweren Leberparenchymschäden, Xanthinurie, Malignomen, AIDS, Schwermetallintoxikation, Morbus Wilson und tubulären Nierenerkrankungen (renal tubuläre Azidose, Fanconi-Syndrom, Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion).