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Gonadotropine

Gonadotropine ist der Überbegriff für LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel-stimulierendes Hormon), die in der Hypophyse freigesetzt werden.

LH stimuliert bei Frauen die Eierstockzellen und führt zur Auslösung der Ovulation. Bei Männern stimuliert LH die Hodenzwischenzellen und reguliert die Steroidsynthese des Hodens.

Normwerte des LH liegen bei Männern bei 2 – 10 U/l, bei Frauen abhängig von der Zyklusphase bei 3 – 15 U/l in der Follikelphase, 20 – 200 U/l periovulatorisch, 5 – 10 U/l in der Lutealphase und > 20 U/l in der Postmenopause (laborabhängig abweichende Normwerte möglich).

Es wird bestimmt bei Entwicklungsstörungen, Differenzialdiagnose des Hypogonadismus, bei Infertilität und Störungen der Spermatogenese.

Eine Erhöhung des LH kann bei Frauen vorkommen bei primärer Ovarialinsuffizienz, präovulatorisch und beim PCO-Syndrom. Bei Männern kann ein erhöhtes LH vorkommen bei Androgenresistenz (Testosteron erhöht) oder bei primärer Hodeninsuffizienz und hypergonadotropem Hypogonadismus (Testosteron erniedrigt). Ein erniedrigtes LH kann vorkommen bei sekundärer Ovarialinsuffizienz und Einnahme von Ovulationshemmern, Hyperprolaktinämie, Hypophysenvorderlappeninsuffizienz, bei Anorexia nervosa, Kallmann-Syndrom oder bei Einnahme von androgenen Anabolika, bei Testosteronzufuhr (Testosteron erhöht) oder bei Männern bei sekundärer Hodeninsuffizienz bzw. hypogonadotropem Hypogonadismus (Testosteron erniedrigt).

FSH fördert die Follikelreifung bzw. bei Männern die Spermatogenese.

Die Normwerte von FSH liegen bei Männern bei 1 – 7 U/l, bei Frauen in der Follikelphase bei 2 – 10 U/L, periovulatorisch bei 8 – 20 U/l, in der Lutealphase bei 2 – 8 U/l und in der Postmenopause bei > 20 U/l (laborabhängig abweichende Normwerte möglich). FSH wird bestimmt bei Entwicklungsstörungen, Ovarialinsuffizienz und zur Bestimmung der Menopause.

Bei Männern wird FSH bestimmt bei Entwicklungsstörungen, zur Differenzialdiagnose des Hypogonadismus, bei Infertilität und bei Störungen der Spermatogenese. Ein erniedrigtes LH kann vorkommen bei sekundärer Ovarialinsuffizienz oder der Einnahme von Ovulationshemmern, Hyperprolaktinämie, Hypophysenvorderlappeninsuffizienz, bei Anorexia nervosa, Kallmann-Syndrom oder bei Einnahme von androgenen Anabolika, bei Testosteronzufuhr (Testosteron erhöht) und bei Männern beim sekundären hypogonadotropem Hypogonadismus.

Eine Erhöhung des FSH kann vorkommen bei primärer Ovarialinsuffizienz bei Frauen und bei Männern bei primärem hypergonadotropem Hypogonadismus, bei Störungen der Spermiogenese und Tubulusschäden.