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Cortisol

Cortisol ist ein Nebennierenhormon, dessen Sekretion aus dem im Hypophysenvorderlappen gebildeten ACTH angeregt wird.

Physiologisch wirkt Cortisol auf die Glukoneogenese, Lipolyse und die Wasserbilanzierung (Förderung der Natriumretention und Kaliumausscheidung, Hemmung der Wasserdurchlässigkeit der distalen Nierentubuli).

Therapeutisch wird Cortisol genutzt wegen seiner antiinflammatorische und immunsuppressive Effekte.

Spironolacton, Phenytoin und Östrogene (z.B. Kontrazeptiva) können zu erhöhten Cortisolwerten führen. Cortisol unterliegt einem ausgeprägten zirkadianen Rhythmus, daher sollte eine Blutabnahme bei V.a. auf Hypocortisolismus morgens, bei V.a. Hypercortisolismus abends erfolgen. Besser ist die Bestimmung des Cortisols im 24h-Sammelurin.

Normwerte sind stark methoden-, tageszeit- und laborabhängig; die Referenzwerte des Labors sollten beachtet werden. Erhöht sein kann das Cortisol bei Hypercortisolismus(Cushing-Syndrom) bei Glukokortikoidtherapie, bei schweren Erkrankungen, paraneoplastisch, bei Alkoholabusus, Adipositas, Depression, Einnahme von Kontrazeptiva und in der Schwangerschaft.

Erniedrigte Werte können sich finden bei Nebennierenrindeninsuffizienz oder bei Erniedrigung des Cortisolbindenden Globulins (bei Hyperthyreose, Leberzirrhose, Therapie mit Androgenen und bei Eiweißverlust).