Leriche-Syndrom

Synonyme: Aortenverschluss

Definition

Leriche-Syndrom

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Das Leriche- Syndrom ist ein akuter arterieller Verschluss der Aortenbifurkation mit Ischämie der unteren Extremität und spinaler neurologischer Symptomatik.


Ätiologie

Leriche-Syndrom

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Die Ursachen des Leriche- Syndroms sind:

  • Arteriosklerose
  • Risikofaktoren:
    • Diabetes mellitus
    • Nikotin
    • arterielle Hypertonie
    • Hypercholersterinämie
    • familiäre Dysposition
  • arterielle Embolien bei Vorhofflimmern
  • Vaskulitiden

Epidemiologie

Leriche-Syndrom

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Das Leriche- Syndrom ist ein seltenes Krankheitsbild.  Genaue epidemiologische Angaben liegen derzeit nicht vor.


Differentialdiagnosen

Leriche-Syndrom

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Anamnese

Leriche-Syndrom

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Beim Leriche- Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • kardiovaskuläre Risikofaktoren?
  • 5 "P" des akuten Ischämiesyndroms:
    1. Pain = Schmerzen?
    2. Pallor = Blässe?
    3. Paraesthesia = Gefühlsstörungen?
    4. Pulselessness = Pulslosigkeit?
    5. Prostration = Schock → Herzklopfen?
  • Blasen-/Mastdarmstörungen/erektile Dysfunktion?
  • Gehstrecke?
  • weitere Vorerkrankungen?
  • Medikamenteneinnahme?

Diagnostik

Leriche-Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Leriche- Syndroms sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Kraft, Reflexe, Sensibilität der unteren Extremität, evtl. Analreflex
  • internistische Untersuchung: Blutdruck, Pulsstatus (inguinal, popliteal, A. tibialis post., A. dorsalis pedis), evtl. Funduskopie bei Hypertonikern/Diabetikern (nicht akut!)
  • Gefäßdarstellung: Sonographie der Aorta abdominalis, Beinarterien; Angiographie/DSA mit Gefäßabbruch im Bereich der Aortenbifurkation
  • Labor: Gerinnungsparameter, Vaskulitisdiagnostik, evtl. D-Dimere

Klinik

Leriche-Syndrom

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Das Leriche- Syndrom kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Akuter Verschluss:

  • Pulslosigkeit
  • Schmerzen
  • blass und kalte Beine
  • Lähmungen
  • Gefühlsstörungen

Chronische Durchblutungsstörungen:

  • Claudicatio-Symptomatik mit belastungsabhängigen Rücken- und Beinschmerzen
  • trophische Veränderungen
  • Blasen-/Mastdarmstörungen
  • Impotenz

Therapie

Leriche-Syndrom

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Leriche- Syndrom umfassen folgendes:

Akuter Gefäßverschluss:

  • operative Revaskularisierung:
    • Y-Prothese
    • Bypass-Operation
  • radiologisch-interventionell:
    • Aortenstenting

Prophylaxe:

  • Ausschalten von Risikofaktoren (Nikotinkarenz, Normotonie, Normoglykämie, Bewegung)
  • Gehtraining
  • medikamentös: ASS, ACE-Hemmer, β-Blocker, Statin

Komplikationen

Leriche-Syndrom

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Beim Leriche- Syndrom kommen folgende Komplikationen vor:

  • Totalischämie der Beine
  • Ischämie des lumbosakralen Rückenmarks

Zusatzhinweise

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Zum Leriche- Syndrom liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Leriche-Syndrom

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  1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg(2007)
  2. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  3. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  4. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  5. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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