Leberhämangiom

Synonyme: gutartige Gefäßgeschwulst, kavernöses Hämangiom

Definition

Leberhämangiom

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Hämangiome sind benigne Neoplasien der Blutgefäße.

Die Einteilung erfolgt anhand der Gefäßart:

  • kapilläre Hämangiome
  • kavernöse Hämangiome mit starker Ausweitung der Bluthohlräume (u.a. Leberhämangiom - kavernöses Hämangiom der Leber)
  • Angioma arteriale racemosum bei Entwicklung aus Arterien

Hämangiome können sowohl thrombosieren als auch degenerative Veränderungen zeigen (Verkalkungen, Fibrosierung). Eine Lokalisation ist subkapsulär wie auch im Inneren der Leberlappen möglich.


Ätiologie

Leberhämangiom

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Zur Ätiologie des Leberhämangioms:

  • Die Ätiologie ist derzeit noch unbekannt
  • Hormonelle Einflüsse werden diskutiert

Epidemiologie

Leberhämangiom

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Zur Epidemiologie des Leberhämangioms:

  • Kavernöse Hämangiome sind die häufigsten benignen Lebertumore
  • Prävalenz 0,4-7%
  • w > m
  • Hauptmanifestationsalter 30-50 Jahre
  • 80% der Hämangiome ø

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Leberhämangiom

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Anamnestisch sind folgende Informationen beim Leberhämangiom von Bedeutung:

  • Leberhämangiome sind meist symptomlose Zufallsbefunde
  • Evtl. (starke) Bauchschmerzen (Cave: Ruptur!)

Diagnostik

Leberhämangiom

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Zur Diagnostik des Leberhämangioms:

Sonographie

  • homogene, erchoreiche Binnenstruktur
  • zu- und abführendes Gefäß gut sichtbar
  • gut abgrenzbarer Rand
  • Sensitivität bei kavernösen Hämangiomen < 6cm: 80%

Computertomographie (CT)

  • höhere Sensitivität als die Sonographie (90%)
  • "Irisblendenphänomen"
    • in der arteriellen Phase beginnt die Anreicherung mit Kontrastmittel am Rand und schreitet zum Zentrum fort
    • längere Hyperdensität des Herdes im Vergleich zum umgebenden Lebergewebe

Kernspintomographie (MRT)

  • allen anderen Methoden überlegen (Sensitivität 90%, Spezifität 91-99%)
  • Hypointensität im T1- und sehr ausgeprägte Signalintensität im T2-gewichteten Bild

Klinik

Leberhämangiom

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Klinisch stellt sich das Leberhämangiom wie folgt dar:

  • Meist symptomlos
  • Beschwerden v.a. bei großen kavernösen Hämangiome
  • akute konsekutive Schmerzen bei Thrombosen, Rupturen und Einblutung in die Peritonealhöhle

Therapie

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Zur Therapie von Leberhämangiomen:

  • kleinere Leberhämangiome haben normalerweise keinen Krankheitswert und erfordern daher keine Therapie
  • Verlaufsbeobachtungen genügen, welche engmaschiger vorgenommen werden sollten bei
    • raschem Wachstum
    • Durchmesser > 5cm
    • subkapsulärer Lage
  • rasche chirurgische Intervention nur selten angezeigt, z.B. bei Tumorruptur oder Einblutung

Komplikationen

Leberhämangiom

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Das Leberhämangiom kann mit folgenden Komplikationen einhergehen:

  • Sehr selten Ruptur des kavernösen Hämangioms mit Blutung in die Peritonealhöhle
  • Erhöhtes Risiko einer Blutung bei
    • großem Leberhämangiom
    • oberflächlicher Lage
    • Zunahme des Durchmessers
  • Blutung in die Bauchhhöhle bei oberflächlicher Lage großer Hämangiome; Vorboten einer Ruptur sind akute Bauchschmerzen, die dieser Stunden bis Tage vorausgehen können und möglicherweise durch bereits bestehende Blutungen in das Parenchym ausgelöst werden
  • Letalität der Ruptur: 50-70%

Zusatzhinweise

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Verlauf und Prognose des Leberhämangioms:

  • natürlicher Verlauf ist benigne
  • meist über Jahre kein wesentliches Wachstum

Literaturquellen

Leberhämangiom

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  1. (2009) Classen - Innere Medizin - Urban&Fischer, München
  2. (2010) Gerd Herold - Innere Medizin- Herold
  3. H.-P. Bruch, O.Trentz - Berchthold Chirurgie- Urban & Fischer
  4. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  5. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  6. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  7. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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