ldiopathische Fazialisparese

Synonyme: Bell-Parese, Bells Palsy, idiopathische Facialisparese

Definition

ldiopathische Fazialisparese

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Eine idiopathische Facialisparese ist eine Schädigung des N. facialis ohne erkennbare Ursache


Ätiologie

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  • Die Ursache einer idiopathischen Facialisparese ist nicht eindeutig geklärt
  • in Betracht gezogen werden
  1. Druckschädigung mit sekundärer Ischämie
  2. Reaktivierung einer Infektion mit Herpes-Simplex-Viren
  3. autoimmune Vorgänge

Epidemiologie

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  • Die idiopathische Fazialisparese ist die mit Abstand häufigste Hirnnervenläsion.
  • Sie tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der idiopathischen Facialisparese ist wichtig zu wissen:

  • Andere neurologische Ausfälle (z.B. Hypakusis, Schwindel, etc. können auf Kleinhirnbrückenwinkeltumore hinweisen)
  • leichte Schmerzen und/oder Missempfindungen im Bereich von Ohr und Wange?
  • starke Schmerzen? -> Hinweis auf Herpes Zoster
  • Zeckenbiss? -> Hinweis auf Borreliose

Diagnostik

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Von diagnostischer Relevanz bei der idiopathischen Facialisparese ist:

klinische Prüfung der Fazialisfunktion:

  • Mimik
  • Tränenflüssigkeit
  • Geschmacksinn
  • Lidschluss

Inspektion:

  • Hornhautulkus
  • Hautrötungen, Bläschen -> Herpes Zoster

weitere Untersuchungen:

  • kanalikuläre Magnetstimulation: Untererregbarkeit ab 1. Tag   -> Ausschluss zentraler Ursachen
  • Otoskopie (Herpes-Bläschen?)
  • Borrelien-Serologie (DD Lyme-Borreliose)
  • bei Verdacht auf Herpes-Viren: VZV u. HSV-Serologie
  • Ggf. Liquordiagnostik

Klinik

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Klinisch zeigt die idiopathische Facialisparese folgendermaßen:

  • In 71% der Fälle: Vollständige Rückbildung.
  • Bei 13% unvollständige Rückbildung ohne wesentliche Beeinträchtigung. 
  • Die elektrische mastoidale Fazialisreizung nach 10-14 Tagen lässt eine Aussage über die Prognose zu.

Therapie

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Therapieansatz der idiopathischen Facialisparese ist:

  • aktive und passive Übungen zur Vermeidung von Atrophie der mischen Muskulatur

Kortikosteroidtherapie:

  • Prednisolon: 2 mal 25 mg/d über 10 Tage
  • Methylprednisolon: 1mg/kg Körpergewicht/d über 5 Tage, anschließend 5-10 Tage Reduktion
  • bei Kindern mit idiopathischer Fazialisparese wird von Kortikosteroidtherapie abgeraten

weitere Maßnahmen:

  • Hornhautprotektion
  • ggf. Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Paracetamol)
  • Bei unvollständiger Rückbildung können zur Unterstützung des Lidschlusses:
  1. Raffung des Unterliedes oder
  2. Einbringung von Goldgewichten in das Oberlied
  • Störende Synkinesien können mit Botulinumtoxin behandelt werden.

Komplikationen

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Es liegen derzeit keine Hinweise auf mögliche Komplikationen der idiopathischen Facialisparese vor.


Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine weiteren Hinweise zur idiopathischen Facialisparese vor.


Literaturquellen

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Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, letzte Überarbeitung 10.2008, nachzulesen auf http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/030-013.htm>


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