Larynxkarzinom

Synonyme: Kehlkopfkarzinom, inneres Larynxkarzinom, Kehlkopfkrebs, Glottiskarzinom, supraglottisches Karzinom

Definition

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  • Bei einem Larynxkarzinom handelt es sich um eine maligne Entartung des Schleimhautepithels des Kehlkopfes.
  • In 95% der Fälle handelt es sich um Plattenepithelkarzinome.
  • Klinisch werden unterschieden das
  1. Glottiskarzinom (ca. 65%)
  2. Supraglottische Karzinom (ca 35%)
  3. Subglottische Karzinom (>1%), welches eine Seltenheit darstellt.

Ätiologie

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Die wichtigsten prädispositionierenden Faktoren für ein Larynxkarzinom sind:

  • Rauchen
  • Alkoholkonsum (insbes. Spirituosen)
  • Arbeitsplatzbedingte Noxen, z.B.
  1. Asbest
  2. Ruß
  3. Teer
  4. Nickel
  • vorbestehende chronische Laryngitis

Epidemiologie

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  • Gesamtinzidenz des Larynxkarzinoms in Mitteleuropa: ca. 8-10/100.000. Dies entspricht 1-2% aller malignen Erkrankungen.
  • Bevorzugtes Erkrankungsalter 6. und 7. Lebensjahrzehnt.
  • Männer deutlich (6-9:1) häufiger betroffen
  • In letzter Zeit aber stark steigende Inzidenz bei Frauen (Rauchen?)

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Wichtige Hinweise auf ein Larynxkarzinom sind:

  • Risikofaktoren?
  • Heiserkeit?
  • Räusperzwang?
  • kloßige Sprache?
  • Schluckbeschwerden?
  • Foetor ex ore?
  • Hämoptoe?
  • Atembeschwerden?

Diagnostik

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Beim Larynxkarzinom ist diagnostisch relevant zu wissen:

  • Anamnese

Laryngoskopie:

  • Evtl. Ulzerierender, meist exophytischer Schleimhautdefekt.
  • Prüfung der Stimmlippenbeweglichkeit.

Mikrolaryngoskopie:

  • Gewebeentnahme und Histologie
  • Tumorausbreitung?

Palpation des Halses:

  • Tumordurchbruch?
  • Lymphknotenmetastasen?
  • Sonographie des Halses mit gleicher Fragestellung.

weitere Untersuchungen:

  • Panendoskopie: Zweitkarzinom?
  • Röntgen Thorax (Fernmetastasen?)

Klinik

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Klinisch zeigt sich ein Larynxkarzinom folgendermaßen:

  • Glottiskarzinome machen sich oft schon im Frühstadium durch Heiserkeit bemerkbar.
  • Durch die geringe Dichte an Lymphkapillaren in der Glottis findet bei Glottiskarzinomen eine Metastasierung erst relativ spät statt.
  • Einschränkung der Stimmlippenbeweglichkeit ist ein prognostisch ungünstiges Zeichen.
  • Supraglottische Karzinome metastasieren früher: In ca 50% aller neu entdeckten supraglottischen Karzinome bestehen bereits klinische Lymphknotenmetastasen.
  • Supraglottische Karzinome können lange Asymptomatisch sein.
  • Prognose des Glottiskarzinom deutlich günstiger als die des Supraglottiskarzinom.

Prognose:

  • 5-Jahres Überlebensrate bei Glottiskarzinom im Stadium

I: ca. 95%

II: ca. 77%

III: ca. 60%

IV: ca. 46%

  • 5-Jahres Überleben Supraglottiskarzinom im Stadium

I: ca. 90%

II: ca. 65%

III: ca. 49%

IV: ca. 31%

Wobei die Prognose bei zervikalen Lymphknotenmetastasen sowohl beim glottischen als auch beim supraglottischen Karzinom deutlich schlechter ist.


Therapie

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Mögliche Therapieform eine Larynxkarzinoms ist:

Supraglottische Karzinome:

  • Kehlkopfteilresektion (stimmerhaltend)
  • Meist Larnyngektomie notwendig bei Befall von
  1. Glottis 
  2. Aryknorpeln
  3. Hypopharynx
  • mindestens ipsilaterale Neck Dissection
  • bei Mittellinientumoren beidseitige Neck Dissektion
  • postoperative Bestrahlung von T3/T4-Tumoren
  • Alternativ (OP-Verweigerung, Organerhalt) Radiochemotherapie möglich.
  • Bestrahlung des Lymphabflussgebietes.

Glottiskarzinome:

  • Im Frühstadium Radiotherapie oder chirurgische Therapie.
  • In den Stadien T3 u. T4 meist zunächst chirurgische Versorgung mit postoperativer Bestrahlung.
  • Bei Erreichen der Kommissur zur Gegenseite Einsetzen eines Platzhalters zur Synechieprophylaxe
  • Laryngektomie bei erheblichen Befall des Schildknorpels oder Befall beider Aryknorpel
  • evtl. alternativ Radiochemotherapie  (Organerhalt)
  • Neck Dissection bei Befall von supra- oder subglottischen Strukturen.

Weitere Maßnahmen:

  • Chirurgische Stimmrehabilitation
  • Logopädische Betreuung
  • Behandlung von evtl. vorhandener Alkohol- oder Nikotinsucht.

Komplikationen

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Mögliche Komplikationen eines Larynxkarzinoms sind:

  • Metastasierung
  • Rezidiv
  • letaler Ausgang
  • Atemnot durch Ödem bei Radiotherapie.

Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine weiteren Hinweise zum Larynxkarzinom vor.


Literaturquellen

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  1. Hiddemann/Huber/Bartram: Die Onkologie. Teil 2: Solide Tumoren, Lymphome, Leukämien. Springer Medizin Verlag, Heidelberg. 2004.
  2. Probst/Grevers/Iro: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2008.
  3. Arnold/Ganzer: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2005.
  4. Böcker/Denk/Heitz/Moch (Hrsg.): Pathologie. 4. Auflage. Urban & Fischer. München, Jena. 2008
  • (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie,Rehabilitation - Schattauer Verlag
  • (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer Verlag
  • (2003) Werner, Lippert - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  • (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag AG
  • (1990) Ganz Herausgegeben - Lehrbuch Hals-Nasen-Ohren Heilkunde - Walter De Gruyter

Assoziierte Krankheitsbilder zu Larynxkarzinom

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