Läsionen des Plexus lumbosacralis

Definition

Läsionen des Plexus lumbosacralis

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Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus bzw. seiner Äste, die Fasern aus den Segmente L1 - S3 führen mit unterschiedlicher Ätiologie


Ätiologie

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Die Ursachen der Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus sind:

Anatomie:

Plexus lumbalis:

  • N. iliohypogastricus
  • N. ilioinguinalis
  • N. genitofemoralis
  • N. cutaneus femoris lateralis
  • N. femoralis
  • N. obturatorius

Plexus sacralis:

  • N. gluteus superior
  • N. gluteus inferior
  • N. cutaneus femoris posterior
  • N. ischiadicus (N. tibialis + N. peroneus communis)

Ursachen von Plexusläsionen:

  • raumfordernde, retroperitoneale Prozesse (Malignome, Metastasen, Abszesse, Lymphome)
  • retroperitoneale Blutungen (v.a. unter oraler Antikoagulation)
  • postradiogen
  • Schwangerschaft
  • Z.n. Operation/Injektion
  • traumatisch
  • immunologisch-entzündlich (selten)

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zu Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation/Entbindung/Injektion/Punktion?
  • Schmerzen?
  • Gangstörungen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Muskelschwund?
  • Missempfindungen/Gefühllosigkeit?
  • Blasen-/Mastdarmstörungen?
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: sichtbare Muskelatrophie, verändertes Glutealfaltenrelief, Sensibilitätstestung, Kraftprüfung, Adduktorenreflex, PSR, TPR, ASR, Trendelenburg-/Duchennezeichen, Steppergang
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG, evtl. sensible NLG
  • bildgebende Verfahren: bei V.a. Fraktur oder Raumforderung im kleinen Becken (CT-/MRT-Becken), retroperitoneale Prozesse
  • Schweißsekretionstest: bei peripherer Läsion pathologisch, unauffällig bei Wurzelläsion (vegetative Fasern treten erst nach dem Spinalganglion hinzu)
  • wegweisend: Besserung nach Probeinfiltration mit Lokalanästhetikum

Klinik

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Die Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Symptome abhängig von betroffenen Nerven und Höhe der Läsion (→ siehe einzelne Nerven unter DD):

Paresen:

  • Plexus lumbalis (L1-L4): Paresen der Hüftbeuger, -rotatoren sowie -adduktoren und Kniestrecker, Ausfall des Adduktorenreflexes und des PSR
  • Plexus sacralis (L5-S1): ischiokrurale Muskulatur, Fußheber, Fußstrecker, Gesäßmuskeln, Ausfall des TPR und des ASR

Sensibilitätsstörungen:

  • Plexus lumbalis: laterale Hüft- und Leistenregion, lateraler Oberschenkel, gesamter OS, medialer US und Fuß
  • Plexus sacralis:Unterschenkel, Fuß- und Zehenrücken

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei den Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Spezifische Therapieoptionen siehe unter einzelnen Nerven DD


Komplikationen

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Bei den Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus kommen folgende Komplikationen vor:

  • ausgeprägte Muskelatrophie
  • ausgeprägte Bewegungseinschränkung
  • permanente Lähmungen bei kompletter Nervendurchtrennung

Zusatzhinweise

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Zu den Läsionen des lumbosakralen Nervenplexus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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