Korpusmyom

Synonyme: Leiomyom, Uterusmyom

Definition

Korpusmyom

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Das Korpusmyom ist ein
  • gutartiger mesenchymaler Tumor, von Pseudokapsel umgeben
  • ausgehend von glatter Muskulatur des Uterus

Ätiologie

Korpusmyom

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Ursächlich für das Korpusmyom sind:
  • Überwiegen der Östrogene
    -> Einnahme von Ovulationshemmern >10 Jahre      reduziert Risiko um 30% 
  • ! Beginn der Einnahme vor dem 16.Lebensjahr, frühe Menarche und Entbindung, sowie hohe Kinderzahl korrelieren positiv
  • Ausgangsgewebe: unreife Muskelzelle
  • Myome haben hohen Gehalt an Östrogen- und Progesteronrezeptoren

  • i.d.R. langsam wachsend
    -> schnelles Wachstum bei ausgschlossender
        Schwangerschaft: V.a. malignes
        Leiomyosarkom --> 0,1% der Myome

  • 3 verschiedene Wachstumsformen
    - intramural: 55%
    - subserös: 40%
    - submucös: 2,5%
    - intraligamentär 

  • Ausbildung sekundärer Veränderungen durch eingeschränkte Blutversorgung
    - hyaline, zystische Degeneration
    - kalfizierende Degeneration
    - infektiöse Veränderungen 

Epidemiologie

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Das Korpusmyom ist einer der häufigsten Tumore der Frau:
  • hereditäre Veranlagung
  • Altersgipfel 35.-45. Lebensjahr
    --> häufiger bei Nulliparae
  • können östrogenabhängig sein 
    --> rapides Wachstum in Schwanngerschaft,
         Rückgang in Postmenopause 
  • keine Neubildung postemenopausal oder bei Kindern

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Wichtige Informationen zum Korpusmyom sind:
  • Blutungsstörungen
  • Unterbauchschmerzen

Diagnostik

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Die Diagnostik des Korpusmyom umfasst:
  • Anamnese
  • bimanuelle Untersuchung
  • Vaginalsonographie
  • Hysteroskopie, Laparoskopie
  • ! grundsätzlich Schwangerschaft ausschießen !

Klinik

Korpusmyom

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Symptome des Korpusmyom können sein:
  • 15-20% keine Beschwerden
  • Art der Blutung lässt auf Wachstumsform schließen:
    - submuköse Metrorrhagien
    - intramurale Menorrhagie
  • zyklusabhängige Schmerzen
    -> intramurale Myome dumpf
        submucöse ziehend
        subseröse kolikartige Schmerzen bei        
        Stieldrehung 
  • evtl. kombiniert mit Verdrängungs-, Druckerscheinung,  Anämie, Sterilität, Infertitlität

Therapie

Korpusmyom

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Die Therapie des Korpusmyom besteht in:
  • bei symptomlosen:
    --> keine Therapie auser bei schnellwachsenden 
  • bei Beschwerden medikamentöse oder operative Therapie:

1.medikamentös

  • vorrangiges Ziel: Unterbrechung der Östrogendominanz
    -->Danazol, GnRH-Analoga, Antagonisten
        ! Effekt nach Absetzen reversibel !
  • Mifepriston
    --> Progersteron-Antagonist; verkleinert Myom
         ohne Osteoporose Risiko zu erhöhen 
  • nicht präoperativ
    --> erschwert OP an Myom-Kapsel-Grenze

2.operativ

  • Indikation:
     Beschwerden
    rasches Wachstum
    Diagnoseunsicherheit
    Sterilität, Infertilität
    akute Komplikationen 

  • bei Blutunsstörungen vorangehnde Kürretage zum Ausschluss eines Endometriumcarcinoms
    --> 2% mit Uterus myomatosus
  • oranerhaltende Therapie bei bestehendem Kinderwunsch
    --> primäre Sectio
  • Embolisation der A. uterina  



Prognose

  • bei organerhaltender Therapie häufig Rezidive

Komplikationen

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  • Sterilität
  • Infertilität
  • Anämie
  • Infektionen

Zusatzhinweise

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Wichtige Hinweise zum Korpusmyom und Schwangerschaft

  • Ovulationsstörungen, Corpus luteum-Insuffizinenz
    --> Störung von Konzeption und Nidation
  • Myome nehmen in Schwangerschaft an Größe zu
  • Fehlgeburtenrate 41%, Frühgeburtenrate erhöht
  • bei eingetretender Schwangerschaft
    - vorzeitige Wehen, Blasensprung, Plazentalösung
    - fetale Wachstumsretardierung, Lageanomalien
    - postpartale Uterusatonie, Sepsis
    - Harnstau 

Literaturquellen

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  1. M.Stauber, Th. Weyerstahl ( 2007; 3.Auflage ) - Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe - Georg Thieme Verlag Stuttgart
  2. K. Diedrich, W.Holzgreve, W. Jonat, A. Schultze-Mosgau, J. Weiss ( 2007; 2.Auflage ) - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  3. M.Kirschbaum, K.Münstedt (2005; 2.Auflage ) - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe
  4. A.Strass, W.Janni, N.Maass (2009; 1.Auflage ) - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  • (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  • (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  • (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  • (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  • (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  • (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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