Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Synonyme: Kopfschmerzen während der Schwangerschaft, Cephalgia während der Schwangerschaft, Kephalgie während der Schwangerschaft

Definition

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

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Als Kopfschmerzen werden sämtliche Schmerzen im Bereich des Kopfes bezeichnet. Sie werden eingeteilt in: primäre (idiopathische) Kopfschmerzen, z.B. Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz usw. und sekundäre (symptomatische) Kopfschmerzen, die z.B. durch die Einnahme von Medikamenten oder durch verschiedene Erkrankungen verursacht werden.

In der Gynäkologie treten sie häufig im Zusammenhang mit Kontrazeptiva, in der Schwangerschaft oder während der Periode auf.


Ätiologie

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Ursachen von Kopfschmerzen können sein:
  • Präeklampsie
  • Nebenwirkung der Antibabypille
  • Kopfschmerzen während der Periode
  • Schwangerschaft

Migräne ohne und mit Aura:

  • Auslöser können sein: Hormonelle Einflüsse, Umwelt- und Klimaeinflüsse, Alkohol, Kaffee, Zigaretten, psychische Belastung

Spannungskopfschmerz:

  • Multifaktoriell
  • Stress
  • Verspannte Nackenmuskulatur
  • Nikotin
  • Alkohol

Cluster-Kopfschmerz:

  • Unklar

Organisch bedingter Kopfschmerz:

  • Subarachnoidalblutung
  • Augenerkrankungen
  • Arteriitis temporalis
  • Schlaganfall
  • Intrakranielle Druckerhöhung
  • Liquorzirkulationsstörung
  • Infektion
  • Schädelhirntrauma
  • Wirbelsäulenerkrankung
  • Allgemeinerkrankung z.B. Hypertonie
  • Hals-Nasen-Ohren-Erkrankung

Epidemiologie

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Folgende epidemiologische Daten zum Kopfschmerz liegen vor:

  • 90% der Bevölkerung haben zeitweise Kopfschmerzen
  • Prävalenz in Deutschland: circa 3-5% (alle Kopfschmerzformen),
  • davon entfallen 2% auf Kopfschmerzen vom Spannungstyp und 2,4% auf Migräne.
  • Risikofaktoren für chronische Kopfschmerzen sind niedrige Schulbildung, Adipositas und psychische Traumen (Todesfälle, Trennungen etc.)
  • Circa 90% aller Deutschen leiden in ihrem Leben zumindest phasenweise unter Kopfschmerzen
  • Kopschmerzen sind häufigste neurologische Erkrankung in der Schwangerschaft, in den meisten Fällen jedoch nicht therapiebedürftig

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei Kopfschmerzen sind folgende Informationen von Bedeutung:
  • Symptomatik seit wann?
  • Wie stark?
  • Wie lang?
  • Wie häufig?
  • Wo?
  • Charakter: Dumpf? Drückend? Pulsierend, Stechend?
  • Was verbessert oder verschlimmert Symptomatik?
  • Andere Symptome?
  • Kopfschmerz vor der Schwangerschaft bereits aufgetreten?
  • Anfallsartig oder ständig?
  • Einnahme von Schmerzmitteln?
  • liegen die Schmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat vor?
  • Verstärkung durch körperliche Aktivität?
  • Übelkeit/Erbrechen?
  • Einseitig oder beidseitig lokalisiert?
  • Licht-/Geräuschüberempfindlichkeit?
  • Ist ein erhöhter Augeninnendruck bekannt?
  • Verletzungen am Kopf oder an der Halswirbelsäule?
  • Stress? Depressionen? Ängste?

Diagnostik

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Die Diagnostik der Kopfschmerzen umfasst:
  • In der Regel rein klinische Diagnose
  • Kopfschmerzkalender
  • Blutdruckmessung
  • evtl. augenärztliches, HNO-ärztliches und zahnärztliches Konsil
  • EEG (unspezifische fokale Verlangsamung)
  • transkranielle Doppler-Sonographie der hirnversorgenden Gefäße
  • MRT/CT/Röntgen zum Ausschluß organischer Ursachen wie Tumore oder HWS-Schädigungen

Klinik

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Kopfschmerzen können eins oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

Spannungskopfschmerzen:

  • Über Stunden anhaltender oder dauerhafter Kopfschmerz
  • In der Regel beidseitig lokalisiert
  • Drückender oder dumpfer Schmerz
  • Keine Verschlechterung durch körperliche Aktivität
  • Tritt an mindestens 15 Tagen pro Monat in mindestens 3 aufeinander folgenden Monaten auf
  • Zusätzlich oft Depressionen oder Ängste
  • Übelkeit/Erbrechen kann gelegentlich auftreten

Cluster-Kopfschmerz:

  • Schwere unilaterale (supra-)orbitale und/ oder temporale Kopfschmerzen zwischen 15-180 min Dauer.
  • Bis zu 8 Attacken pro Tag.
  • Die Schmerzen treten oft jeden Tag zur gleichen Zeit auf. Es findet sich eine Häufung der Attacken 1-2 Stunden nach dem Einschlafen und am frühen Morgen.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz:

  • Schmerz äußert sich dumpf- drückend, tritt täglich auf und ist in der Region von Stirn, Schläfe oder Hinterkopf lokalisiert
  • Schmerz weckt den Patienten in der zweiten Nachthälfte oder ist beim Aufwachen vorhanden
  • Patienten glauben oft an eine Verschlimmerung der vorbestehenden Kopfschmerzen und nehmen noch mehr Analgetika ein

Migräne:

  • Unregelmäßig auftretender anfallsweiser Kopfschmerz.
  • Oft an einer Kopfseite, aber auch beidseits möglich,
  • meist 4 bis 72 Stunde,
  • mit und ohne Aura möglich,
  • pochend, pulsierend, stechend, quälend,
  • bei Bewegung vermehrt,
  • Einschränkung der Leistungsfähigkeit,
  • begleitend Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit.

Therapie

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Die Akuttherapie bei episodischen Kopfschmerzen während einer Schwangerschaft umfasst:
  • Paracetamol
  • ASS nicht hochdosiert und nicht als Dauertherapie
  • Entspannung
  • Meiden von Alkohol, Nikotin, Kaffee, Stress
  • Ausreichend Schlaf
  • Treten die Schmerzen häufiger auf, sollte dies unbedingt gynäkologisch abgeklärt werden
  • Bei Verdacht auf Präeklampsie: sofortige stationäre Einweisung

Therapie bei Kopfschmerzen durch die Antibabypille:

  • Häufig hilft der Umstieg auf ein östrogenfreies Präparat

Komplikationen

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Komplikationen von Kopfschmerzen können sein:
  • Chronifizierung
  • Analgetikamissbrauch
  • Teratogene Wirkung der Analgetika
  • Sozialer Rückzug
  • Arbeitsunfähigkeit
  • Suizidalität
  • Depressionen, Angstzustände

Zusatzhinweise

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Folgende Zusatzinformationen zu Kopfschmerzen liegen vor:

  • Eine vorbestehende Migräne verbessert sich meist während einer Schwangerschaft

Literaturquellen

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  • (2008) - Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe- Elsevier Urban&Fischer, München, Jena
  • (2000) - Diedrich K, Holzgreve W, Jonat W et al. - Gynäkologie und Geburtshilfe- Springer, Heidelberg
  • (2007/08) - Gleixner C, Müller M, Wirth S und Mitarbeiter - Neurologie und Psychiatrie-Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach
  • (2002) - Pschyrembel -klinisches Wörterbuch- de Gruyter, Berlin
  • (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  • (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  • (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  • (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  • (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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