Komplette hydatiforme Mole

Synonyme: Blasenmole, Mola hydatiformis, Traubenmole

Definition

Komplette hydatiforme Mole

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Bei der kompletten hydatiformen Mole kommt es zur Degeneration der plazentaren Chorionzotten und deren Umwandlung in traubenförmig angeordnete Bläschen. Diese sind mit heller Flüssigkeit gefüllt.

Es fehlt fetales oder embryonales Gewebe, wie bei der partiellen hydatiformen Mole.


Ätiologie

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Ätiologie der kompletten hydatiformen Mole: [3]

  • Persistenz des pathologisch veränderten Trophoblasten
  • Verkümmerung des Embryoblasten

Genetik:

  • 46 XX (75-85%)
  • 46 XY (25%)
  • Homozygot (meist paternal) oder Heterozygot

Risikofaktoren: [5]

  • zu geringer Verzehr von tierischen Fetten und Carotin (Provitamin A) [4]
  • Schwangerschaft > 40 Jahren
  • Verhütung mittles oraler Kontrazeptivs und IUP
  • Parität

Epidemiologie

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Epidemiologische Daten der kompletten hydatiformen Mole:[3]
  • Inzidenz: 1 : 2000 Schwangerschaften 
  • höhere Inzidenz in Japan [3]
  • Altergipfel: Beginn und Ende der Fruchbarkeitperiode [2]

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der kompletten hydatiformen Mole  sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Tag der Empfängnis?
  • Letzte stattgehabte Blutung?
  • Blutungen?
  • Unterbauchschmerzen?
  • Kindsbewegungen gespürt?

Diagnostik

Komplette hydatiforme Mole

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Die Diagnostik der kompletten hydatiformen Mole umfasst: [6]

1. Klinische Untersuchung:

  • Leopold-Handgriffe, Fundusstand

2. Labor:

  • hCG: Erhöht (>100 000 mIU/ml)
  • Komplettes Blutbild
  • Schildrüsenhormone → Ausschluss einer Hyperthyreose

3. Sonographie:

  • Mittel der Wahl
  • vergrößerte Plazenta
  • Blasenmolen ohne Anzeichen von fetalen oder embryonalen Strukturen

4. Histopathologische und zytogenetische Untersuchung:

  • Zur definitiven Diagnosesicherung
  • fetales Gewebe oder Gefässe nicht nachweisbar
  • Hypertrophe Villi + kleine fibrotische Villi
  • Trophoblasteneinschließung im Stroma

Klinik

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Symptome der kompletten hydatiformen Mole sind: [1,6]


  • Beginn: 1 Monat nach Empfängnis
  • Vergrößerter Uterus
  • Fehlende kindliche Herztöne und Kindsbewegungen
  • Evtl. uterine Blutungen
  • Unterbauchschmerzen
  • Hyperemesis gravidarum (25%)
  • Präeklampsie (25%)
  • Hyperthyreose
  • Gelbkörperzysten

Therapie

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Die Therapie der kompletten hydatiformen Mole: [5]

1. Chirurgischer Eingriff:

  • Saugkürretage +/- Prostaglandineinleitung + Oxytoxin i.v. nach vorsichtiger Dilatation des Zervixkanals
  • Cave: Bereitstellung von Blutkonserven im Falle von starken Blutungen; Rhesusprophylaxse bei Rh- Frauen
  • Erfolgreich in 85% [2]
  • alternativ: Hysterektomie

2. Rezidivbehandlung: [6]

  • Systemisch Methotrexat und Aktinomycin D
  • ggf. Metastasenlokalisation mittels CT + HCG-Kontrollen

3. Nachsorge:

  • Schwangerschaft sollte in den nachfolgenden Jahren vermieden werden.
  • wöchentliche HCG-Kontrolle (bis der Werte > 5 mIE/ml ist) → Monatliche HCG-Kontrolle (6-12 Monate)


Komplikationen

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Komplikationen der kompletten hydatiformen Mole können sein: [6]

  • Blutungsgefahr
  • Maligne Entartung: Invasives Mole, Chorionkarzinom (6-36%)
  • Metastasen (Lunge, Hirn)
  • Präeklampsie
  • letaler Ausgang

Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zur kompletten hydatiformen Mole.


Literaturquellen

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  1. Handbook of gynecologic oncology von Richard R. Barakat - Blackwell Science Inc., 2000
  2. Gynäkologie und Geburtshilfe - Adam Brochert - Springer Verlag, Berlin 2007
  3. Epidemiology of hydatidiform mole and choriocarcinoma. - Bracken MB, Brinton LA, Hayashi K. - Epidemiol Rev. 1984;6:52-75. Review.
  4. Danforth's obstetrics and gynecology - Ronald S. Gibbs,David N. Danforth,Beth Y Karlan,Arthur F Haney - Lippencott Raven, 2008
  5. Die Geburtshilfe - Henning Schneider,P. Husslein,K. T. M. Schneider - Springer Verlag, Heidelberg, 2006
  6. Holland Frei cancer medicine eight, Band 8  Waun Ki Hong, Robert C. Bast ,William Hait,Donald W. - Peoples Medical Publishing House, 2009

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