Knitterfalten
Synonyme: feine Hautfalten
Definition
Knitterfalten
Bei den Knitterfalten handelt es sich um feine oberflächliche Hautfalten im Bereich der Hände, des Halses und des Gesichts, die vorzeitig durch jahrelange starke Sonneneinstrahlung und nach häufigen Solariumsbesuchen entstehen.
Knitterfalten
Ätiologie
Knitterfalten
Ursachen für das Auftreten von Knitterfalten sind:
Anlagebedingt:
- genetische Disposition
- Hautalterung: nachlassende Elastizität der Haut, abnehmendes Wasserspeichervermögen, Abnahme des Unterfettgewebes etc.
- Chronische Erkrankungen: Atopie, Neurodermitis, Diabetes mellitus, Leber-, Gallen-, Nierenerkrankungen etc.
- Vitaminmangel
Exogen bedingt:
- jahrelange Sonnenexposition privat/beruflich, häufige Sonnenbrände, UV-Strahlung
- häufige Solariumsbesuche
- Rauchen, Alkohol
- Stress
- Medikamente
Knitterfalten Epidemiologie zu:
Knitterfalten
Epidemiologie
Knitterfalten
- Die ersten Fältchen entwickeln sich schon ab dem 30. Lebensjahr.
- Frauen leiden mehr unter der Bildung von den Falten als Männer.
Knitterfalten Differentialdiagnosen zu:
Knitterfalten
Differentialdiagnosen
Knitterfalten
- Anti-Falten-Pflege für normale und Mischhaut
- Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich
- Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz
- Intensive Anti-Falten-Pflege ohne UV-Schutz
- Mitteltiefe bis tiefe Falten
- Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz
- Anti-Falten-Pflege für trockene Haut
- Straffende Anti-Falten-Pflege für normale und Mischhaut
- Straffende Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich
- Straffende Anti-Falten-Pflege für trockene Haut
Knitterfalten Anamnese zu:
Knitterfalten
Anamnese
Knitterfalten
Bei den Knitterfalten sind folgende Informationen von Bedeutung:
- bisherige Externa? Verträglichkeit?
- Ziele und Wünsche des Patienten
- Abklärung und Besprechung von Risikofaktoren für die Faltenbildung (u.a. Rauchen, UV-Bestrahlung)
- Den Patienten nach Hauttyp (fett?/trocken?) fragen (subjektives Empfinden des Patienten)
- bekannte Hauterkrankungen (Atopie)? evtl. Lidekzeme (in der Vergangenheit) mit jahreszeitlicher Schwankung (Atopie)?
- bekannte Grunderkrankungen?
- Erkrankungen in der Familie?
- Vorbehandlungen mit Fillern/Botulinum-Toxin? Verträglichkeit?
- Beruf? Hobbys?
- Allergien?
- Medikamentenanamnese
Knitterfalten Diagnostik zu:
Knitterfalten
Diagnostik
Knitterfalten
Zur diagnostischen Abklärung der Knitterfalten sind relevant:
- Anamnese
- Klinisches Bild
Knitterfalten Klinik zu:
Knitterfalten
Klinik
Knitterfalten
Die Knitterfalten werden durch folgende klinische Befunde gekennzeichnet:
- Prädilektionsstellen: initial im Bereich der Hände, des Halses und des Gesichts; in der zwieten Lebenshälfte entwickeln sie sich großflächig an Wangen, Augen und am Dekolleté.
- Klinisches Bild: oberflächliche feine Hautfalten.
Knitterfalten Therapie zu:
Knitterfalten
Therapie
Knitterfalten
Die therapeutischen Möglichkeiten umfassen folgendes:
Allgemeine Maßnahmen:
- Aufklärung bzw. Beratung des Patienten.
- Empfehlung bzw. Rezeptierung von geeigneten Externa. Sie sollten die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten und möglichst wenig potentiell allergieinduzierende Kontaktallergene enthalten (z.B. Parabene). Anwendung: 1- bis 2-mal täglich (Reinigung und Pflege). Teils Kombinationsbehandlungen mit Hyaluronsäure (intradermale Injektionen) - auch prophylaktisch - sinnvoll.
- Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (fettärmere Externa im Sommer, fettreichere im Winter). Gerade für den Sommer sind Augencremes mit UV-Schutz empfehlenswert.
- Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, nicht unterschiedliche Externa gleichzeitig bzw. unkontrolliert anzuwenden. Meist ist es sinnvoll mit dem Patienten gemeinsam Externa (möglichst wenige) auszuwählen und die Anwendungshäufigkeit dem Empfinden des Patienten zu überlassen.
- Regelmäßige Verlaufskontrollen im Vorfeld vereinbaren.
- Mögliche Kontaktallergien sollten berücksichtigt werden.
Reinigung und Pflege, vorbeugende Maßnahmen:
- regelmäßige, gründliche Gesichtsreinigung mit lauwarmem Wasser oder einer Lotion, damit Schmutzreste, abgestorbene Zellschichten sowie Reste kosmetischer Produkte vollständig entfernt zu werden. Reinigungsmilch, -lotions, -cremes: mit den Fingerkuppen sanft einmassieren, danach mit einem Kosmetiktuch vorsichtig abnehmen, den Rest evtl. mit Wasser abwaschen.
- keine intensive Anwendung von Seifen: führt besonders bei der reiferen Haut zur Austrocknung und Schuppung, später auch zu Juckreiz, Ausschlag oder Bildung von Hautekzemen. Besonders nachteilig sind die alkalischen Seifen, weil sie den natürlichen Säuremantel der Haut zerstören.
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2-3 Liter/Tag.
- Sonnenbrille.
Therapie bei Faltenbildung:
- Oberflächliche kleine Knitterfältchen (im Bereich des Munds oder der Augen) werden, abhängig von der Lokalisation durch
mechanisches Schleifen oder Abtragen
der oberflächlichen Hautschichten mit
dem Laser behandelt. - Behandlung mit Botulinumtoxin A-Injektion: Botulinumtoxin (ein von anaeroben Bakterien der Gattung Clostridium botulinum prodiziertes Exotoxin), Wirkung: selektive Blockade von cholinergen Nervenimpulsen, d.h. gezielte Botulinumtoxin-A-Injektion in definierte mimische Muskelpartien führt zur Ausschaltung der mechanisch bedingten Faltenentstehung; Indikationen: Korrektur von Folgen der Hautalterung, Symmetrieherstellung von Gesichtern, Korrektur hypertropher und kelloider Narben, etc.; am meisten behandelten Hautregionen sind: oberes Gesichtsdrittel, Mundregion, Kinn-, Hals-, Dekolletéregion; Klinische Wirkung: nach 24-72 h, Maximale Wirkung: nach 1-2 Wochen, Wirkungsdauer: in der Regel 3 Monate, lässt dann schrittweise nach; NW: Schmerzen an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptomatik, Kopfschmerz, etc.
- Chemical Peeling (Aufbringen von chemischen Säuren auf die Haut zur Entfernung der obersten Hautschichten): Vorgehen: die Haut wird mit Tretinoin-, Hydrochinon- oder Fruchtsäurecremes über 4-6 Wochen vorbehandelt; kurz vor der Behandlung: Entfettung der Haut mit Waschether oder Azeton; empfindliche Hautregionen z.B. Augen- und Mundwinkel werden mit Vaselin abgedeckt; mit einem Wattetupfer wird die Peelingsflüssigkeit gleichmäßig auf die Haut aufgetragen; mehrere Tage nach der Behandlung mit Chemical Peeling sollte die Haut nur mit klarem Wasser abgewaschen werden.
- Augmentation mit körperfremden Materialien (Filler) wie z.B.: xenogenes Kollagen, Hyaluronsäure, Polymilchsäure (temporäre Substanzen) oder Polymethylmethacrylat, Goretex, Goldfäden (permanente Filler); oder Augmentation mit körpereigenem Material: Eigenfett, das durch Liposuktion gewonnen worden ist. Indikationen: eingesunkene Narben, ausgebrannte Akne, Atrophien, tiefe Grabellafalten, sonstige Falten, Lippenvergrößerung, Wangenakzentuierung; Technik: intradermale, dermale, subdermale oder kombinierte Implantation; Zwei verschiedene Injektionstechniken: Injektion kleiner, punktueller Depots (v.a. zur Korrektur von kleinen Falten) und Injektion eines subdermalen strangförmigen Depots mittels Tunneltechnik (v.a. zur Korrektur von tiefen Falten); Wichtig: vor der Behandlung immer Intrakutantestung durchführen (Ausschuss von Allergien vom Soforttyp, verzögerten Typ, von Fremdkörperreaktionen)!; Wirkungsdauer: 6-12 Monate; Komplikationen: Ulzerationen, Abszesse, Fremdkörpergranulome; KI: rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen.
Knitterfalten Komplikationen zu:
Knitterfalten
Komplikationen
Knitterfalten
Bei einer ungeeigneten Anti-Falten-Pflege der Knitterfalten können folgende Komplikationen vorkommen:
- Lidschwellung, Rötung, Juckreiz
- Infektion
- Allergische Reaktionen
- Narbenbildung
Knitterfalten Zusatzhinweise zu:
Knitterfalten
Zusatzhinweise
Knitterfalten
Zu den Knitterfalten liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.
Knitterfalten Literaturquellen zu:
Knitterfalten
Literaturquellen
Knitterfalten
- (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M – Dermatologie und Venerologie – Springer Verlag, Heidelberg
- (1998) Dr. med. Ferdinand Vennemann/Annette Jordan - Aktiv gegen Falten - Schlütersche Verlag
- (2003) Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J - Leitfaden Ästhetische Medizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, Jena München
- (2008) Jean Krutmann, Thomas Diepgen, Claudia Billmann-Krutmann - Hautalterung: Grundlagen- Prävention- Therapie - Springer Verlag, 2. Auflage
- (2003) Wolf-Ingo Worret, Wolfgang Gehring - Kosmetische Dermatologie - Springer Verlag
- (2010) Rote Liste
- (2008) Sabine Ellsässer - Körperpflegekunde und Kosmetik - Springer Verlag, 2. Auflage
- (2005) Werner Voss, Stefan Siebrecht, Roland Jermann - Gesunde Haut - Georg Thieme Verlag
- (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie - Thieme Verlag, 6. Auflage
- (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
- (2006) Alexander Meves - Intensivkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
- (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
- (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
- (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
- (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
Knitterfalten
Assoziierte Krankheitsbilder zu Knitterfalten
- Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich
- Anti-Falten-Pflege für normale und Mischhaut
- Anti-Falten-Pflege für trockene Haut
- Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz
- Straffende Anti-Falten-Pflege mit UV-Schutz
- Intensive Anti-Falten-Pflege ohne UV-Schutz
- Straffende Anti-Falten-Pflege für den Augenbereich
- Straffende Anti-Falten-Pflege für normale und Mischhaut
- Straffende Anti-Falten-Pflege für trockene Haut
- Mitteltiefe bis tiefe Falten
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