Kleinhirnblutung

Synonyme: IZB

Definition

Kleinhirnblutung

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Die Kleinhirnblutung ist eine arterielle Blutung intrazerebral im Bereich des Kleinhirns. Ursächlich ist oft eine arterielle Hypertonie oder ein ruptiertes Angiom. Charakteristisch sind intensive, okzipitale Kopfschmerzen in Kombination mit Schwindel, Brechreiz und den typischen Kleinhirnzeichen, wie: Gangataxie, Dysarthrie und ein Blickrichtungsnystagmus.


Ätiologie

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Die Ursachen der Kleinhirnblutung sind:

  • meist Folge eines Hypertonus, seltener eines Kavernoms

Epidemiologie

Kleinhirnblutung

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Genaue epidemiologische Daten zur Kleinhirnblutung sind zur Zeit nicht verfügbar.


Differentialdiagnosen

Kleinhirnblutung

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Kleinhirnblutung

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Bei der Kleinhirnblutung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Ataxie?
  • Schwindel?
  • Nystagmus?
  • Bewusstlosigkeit?
  • Pupillenstörung?
  • Blicklähmung?
  • Hemiparese?
  • doppelseitige Pyramidenbahnzeichen?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Kleinhirnblutung sind relevant:

  • CT:erfasst Lage und Ausdehnung der Blutung, die sich als Zone erhöhter Dichte darstellt
  • etwa 33% der intracerebralen Blutungen dehnen sich in den ersten 12- 24 Stunden noch weiter aus--> daher am Folgetag eine CT Kontrolluntersuchung notwendig
  • Größenzunahme zwischen Erst und Kontrolluntersuchung kann bis zu 30% betragen
  • MRT: sehr empfindlich in der Aufdeckung von Blutungen
  • Preis, Verfügbarkeit und die Tatsache, dass manche Patienten zu krank sind, um eine MRT in der Akutphase zu tolerieren, sprechen dagegen
  • MR- Angiographie kann einen ersten Eindruck über zugrunde liegende Gefäßanomalien geben
  • Angiographie: selektive, intraarterielle DSA nur indiziert, wenn ausgedehnte subarachnoidale Blutanteile oder eine atypische Lage der Blutung an ein früh operables Aneurysma oder eine arteriovenöse Gefäßmissbildung denken lassen
  • bei jüngeren Patienten und Patienten ohne wesentliche Hochdruckanamnese zum Ausschluss seltener Ursachen der ICB und beim Verdacht auf eine Durafistel sinnvoll

Klinik

Kleinhirnblutung

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Die Kleinhirnblutung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • entsteht meist im Nucleus dentatus
  • von dort erstreckt sie sich in die Kleinhirnhemisphäre und nach ventral über den mittleren Kleihirnstiel zum Hirnstamm
  • beginnt mit Ataxie und Schwindel
  • Nystagmus
  • je größer das Hämatom, desto stärker die Kompression von Hirnstamm und 4. Ventrikel mit nachfolgender Bewusstlosigkeit
  • Hirnstammbeteiligung zeigt sich durch Pupillenstörung, Blicklähmung, Hemiparese und doppelseitige Pyramidenbahnzeichen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Kleinhirnblutung umfassen folgendes:

  • Konservative Therapie

          Behandlung der Blutungsausdehnung

  • intravenöse Gabe von rekombinantem Faktor VIIa (rFVIIa) senkte in Studien die Rate der Nachblutungen um 50% -> Medikament aber für diese Indikation noch nicht zugelassen
  • Ventrikeldrainage und intraventrikuläre Lyse
  • bei zunehmender Ventrikelerweiterung oder ausgedehnter intraventrikuklärer Blutung wird eine Ventrikeldrainage gelegt
  • hierbei kann auch ein Thrombolytikum (rt-PA) intraventrikulär appliziert werden
  • Künstliche Beatmung
  • stark bewusstseinsgestörte und komatöse Patienten mit Verlust der Schutzreflexe und respiratorischer Insuffizienz werden intubiert und beatmet
  • bei Intubation muss reflektorische Blutdruckerhöhung vermieden werden, da sie eine Nachblutung oder Blutungsausdehnung verursachen kann
  • man gibt daher kurz wirksame Sedativa oder Barbiturate, gelegentlich Muskelrelaxanzien
  • Behandlung des erhöhten intrazerebralen Drucks
  • länger dauernde Osmotherapie kann zu einer Anreicherung der osmotischen Substanz in der Blutung und so zur Wasseraufnahme und weiteren Ausdehnung des geschädigten Bezirks führen
  • Mannitol sollte nur kurzzeitig eingesetzt werden
  • empfohlen die Osmotherapie mit Diuretika ( Furosemid) zu kombinieren
  • Barbiturate, Tris- Puffer und hypertone Kochsalzlösungen werden ebenfalls eingesetzt
  • Steroide können bei Blutungen eingesetzt werden, wenn die Ödembildung um die Blutung besonders ausgeprägt ist: man gibt 40-80 mg Dexamethason im Bolus, gefolgt von 2 -mal 16 mg pro Tag, über 7- 10 Tage ausschleichend
  • Blutdrucksenkende Therapie
  • deutlich erhöhte Blutdruckwerte müssen gesenkt werden, eine zu drastische Senkung nicht sinnvoll, da dies den Perfusionsdruck im Gewebe um den Blutungsherd kritisch beeinträchtigen kann
  • am häufigsten setzt man Urapidil und Betablocker ein

Komplikationen

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Es liegen der Zeit keine Informationen zu den Komplikationen der Kleinhirnblutung vor.


Zusatzhinweise

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Zur Kleinhirnblutung liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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Poeck,Hacke,Neurologie,Springer Verlag, 12. Auflage

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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