Keuchhusten

Synonyme: Pertussis

Definition

Keuchhusten

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  • Keuchhusten bezeichnet eine Infektionskrankheit mit charakteristischen Hustenanfällen, gegen die im Säuglingsalter geimpft werden sollte.

Ätiologie

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  • Keuchhusten Erreger: Bordetella pertussis (grammnegatives Stäbchen)
  • Tröpfcheninfektion
  • Filamentöses Hämagglutinin (FHA) bindet an Glycoprotein des Flimmerepithels der Trachea
  • Exotoxine
  1. Pertussistoxin (PTX): Flüssigkeits - Sekretion aus Flimmerepithezelle + Schleimüberproduktion
  • tracheales Zytotoxin
  1. Hauptursache des Hustens: zerstört Zilien, Schleimansammlung intratracheal

Epidemiologie

Keuchhusten

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Epidemiologie des Keuchhusten:

  • laut WHO weltweit 40 Mio Erkrankte
  • Letalität des Keuchhustens: 0,1%
  • v.a. in Afrika Ursache hoher Kindersterblichkeit (neben Masern + Malaria)

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Keuchhusten sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Impfschutz?
  • Kontakt mit Erkrankten bekannt?
  • stakkatoähnliche Hustenanfälle? seit wann? was dagegen getan?
  • Hervorwürgen von Schleim?
  • Erkrankungen?
  • Medikamenteneinnahme?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Keuchhustens sind relevant:

  • Transnasalabstrich
  • möglichst im St. catarrhale oder frühem St. convulsivum
  • Mikrobiologie zum Ausschluß von anderen Bordetellen, Adenoviren, Chlamydien, die ähnliche Symptomatik hervorrufen
  • Spezialmedium (Holzkohle - Blutagar) min. 3 - 5 Tage

Klinik

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Der Keuchhusten präsentiert sich meist wie folgt:

Inkubationszeit: 10 - 14 Tage ( 7 - 21)

  • Verlauf in drei Stadien:

Stadium catarrhale: 1 - 2 Wochen; uncharakteristisch respiratorische Symptome; noch intaktes Flimmerepithel; Erreger massiv in Trachea nachweisbar

Stadium convulsivum: 2 - 6 Wochen; charakteristische, stakkatoartige Hustenanfälle mit ziehender Inspiration; Hochwürgen bzw Erbrechen von zähflüssig - glasigem Sekret; Zerstörung des Flimmerepithels; Erregernachweis u.U. falsch negativ, da Zahl stark gesunken

  • Zyanose
  • Lymphocytose
  • bakterielle Superinfektion
  • Zungenbandgeschwür 

Stadium decrementi: 3 - 6 Wochen; neue Anfälle auslösbar über äußere Reize; Frequenz abnehmend

  • Atypischer Verlauf:
  1. bei Säuglingen unter 6 LM oft Apnoen statt Hustenanfälle

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Keuchhusten umfassen:

  1. Symptomatisch
  2. Gabe von Makroliden über 2 Wochen (Erythromycin, Clarythromycin, Roxythromycin)
  3. bei Unverträglichkeit alternativ Cotrimoxazol
  • Begonnen im Stadium catarrhale klinische Besserung
  • Im Stadium convulsivum Senkung der Infektiösität des Patienten
  • Prävention: akute Immunisierung
  1. rekombinant hergestellte Antigene (FHA, PTX, Pertactin)
  2. Grundimmunisierung im 1. LJ
  3. Auffrischung im Kleinkind- und Jugendalter
  4. Kombinationsimpfstoff

Komplikationen

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Beim Keuchhusten kommen folgende Komplikationen vor:

  • Apnoische Anfälle
  • häufig Superinfektionen duch Hämophilus influenzae, Pneumokokken, Staph. aureus
  • durch pulmonalen Überdruck: Alveolarruptur mit interstitiellen + subkutanen Emphysem
  • subkonjunktivale Hämorrhagien
  • Hernien
  • Enzephalopathien

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zur Pertussis:

Erkrankungswahrscheinlichkeit bei Kontakt 60 - 80%

Chemoprophylaxe für enge Kontaktpersonen unabhängig von deren Impfstatus: auch Geimpfte beherbergen den Keuchhusten Erreger

  • 14 Tage Erythromycin
  • Alternativ Cotrimoxazol

Literaturquellen

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  1. Groß - Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie - Thieme
  2. F. Krück, W.Kaufmann, H. Bünte, E. Gladtke, R. Tölle -Ttherapie Handbuch - Urban & Schwarzenberg
  3. RKI - Ratgeber / Merkblätter für Ärzte

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