Kardiogener Schock

Synonyme: Herzschock, Pumpversagen des Herzens

Definition

Kardiogener Schock

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Beim kardiogenen Schock kommt es durch ein akutes Pumpversagen des Herzens zum akuten Kreislaufversagen. Konsekutiv entstehen Störungen der Mikrozirkulation, der Sauerstoffversorgung des Gewebes und des Stoffwechsels.


Ätiologie

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Ursachen eines kardiogenen Schocks können sein:

  • Myokardinfarkt (häufigste Ursache)
  • Rhythmusstörungen
  • akute Herzinsuffizienz
  • fulminante Lungenembolie
  • Myokarditis
  • Endokarditis
  • Perikarditis
  • Kardiomyopathien
  • Vitien
  • Trauma
  • Spannungspneumothorax
  • Herzbeuteltamponade
  • Herzoperation

Epidemiologie

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5 - 10% der Patienten mit akutem Myokardinfarkt erleiden einen kardiogenen Schock.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim kardiogenen Schock sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Thoraxschmerzen? Ausstrahlung?
  • Luftnot?
  • bekannte Herzerkrankungen?
  • Grunderkrankungen?
  • Familienanamnese?
  • vorausgegangene Operationen?
  • Medikamenteneinnahme?
  • Herzinfarkt oder Lungenembolie in der Vorgeschichte?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des kardiogenen Schocks sind relevant:

  • Anamnese
  • körperliche Untersuchung mit Auskultationvon Lunge (feuchte Rasselgeräusche) und Herz
  • Messung von Blutdruck und Puls, evtl. intraarterielle RR-Messung
  • Labor (BB, Gerinnung, Troponin T & I, CK, CK-MB, LDH, GOT, GPT, GGT, Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte, BGA, BZ, CRP, D-Dimere)
  • EKG
  • Echokardiographie (Ventrikelfunktion? EF? Klappen? Perikarderguß?)
  • Röntgen Thorax (evtl. Lungenstauung)
  • evtl. Rechtsherzkatheteruntersuchung
  • evtl. Linksherzkatheteruntersuchung

Klinik

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Der kardiogene Schock kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Blässe, Kaltschweißigkeit
  • Unruhe, Todesangst
  • Atemnot
  • fallender Blutdruck
  • Tachykardie
  • Arrhythmien
  • gestaute Halsvenen
  • Thoraxschmerzen
  • Bewusstseinsstörungen

Therapie

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Die Therapiemaßnahmen des kardiogenen Schocks umfassen:

  • Oberkörper hochlagern (sitzende Position)
  • Patienten beruhigen
  • Wärmeerhalt
  • Monitoring von RR, EKG, Sauerstoffsättigung
  • iv-Zugang legen
  • BZmessen (Ausschluss Hypo/Hyperglykämie)
  • O2Gabe per Nasensonde oder Maske, ggf. Intubation und Beatmung
  • Sedierung: Diazepam 5 - 10mg i.v.
  • Analgesie: Morphium 10mg i.v.
  • bei Lungenstauung: Furosemid 40 mg iv.
  • bei Übelkeit: Metroclopramid 10mg i.v.
  • RR-Stabilisierung mit Katecholaminen iv.
  • Ausgleich einer metabolischen Azidose mit Natriumbikarbonat
  • Kardiopulmonale Reanimation bei Herz-Kreislaufstillstand

Die weitere Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung, z.B.:

  • Myokardinfarkt: Fibrinolyse, Akut-PTCA
  • Lungenembolie: Fibrinolyse, Embolektomie
  • Herzrhythmusstörungen: Antiarrhythmika, Elektrotherapie
  • Herzbeuteltamponade: Entlastungspunktion

Komplikationen

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Komplikationen des kardiogenen Schocks können sein:

  • metabolische Azidose
  • Schockniere
  • Schocklunge
  • Stressulzera
  • Multiorganversagen
  • Herz-Kreislauf- und Atemstillstand
  • Tod

Zusatzhinweise

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Bei kardiogenem Schock sollte keine Schocklagerung erfolgen -> Oberkörper erhöhen bzw. in sitzende Position bringen.


Literaturquellen

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  1. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  4. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  5. (2007) Mayatepek E.  - Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  6. (2007)Fuchs, Rothe, Wintergerst, Kieslich, Ruß- Arneimittel Pädiatrie pocket - Börm Bruckmeier Verlag
  7. (2006) Friedrich Carl Sitzmann- Duale Reihe - Pädiatrie - Taschenbuch-Georg Thieme Verlag
  8. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media

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