Kammerflattern und Kammerflimmern

Definition

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Bei Kammerflattern ist eine Folge regelmäßiger Herzkammeraktionen mit einer Frequenz von 200-350/Min mit fließender Übergang von Kammertachykardie zum Kammerflattern/flimmern.

Kammerflimmern ist eine Hyperdyname (hypersystolische) Form des Kreislaufstillstandes durch unkoordinierte ineffektive Zuckungen des Ventrikelmyokards und fehlendes Herz-Zeit-Volumen.


Ätiologie

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Die Ursachen von Kammerflattern und Kammerflimmern sind:

Erniedrigung der Flimmerschwelle durch:

  • Herzerkrankungen: Myokardischämie, Kardiomyopathie, Mykarditis, schwere Herzinsuffizienz
  • Elektrolytstörung
  • Elektrounfall
  • Herztraumen
  • selten bei Schlaganfällen und Encephalitiden

primäre elektrische Erkrankungen:

→ Long-QT- Syndrom

  1. erworben: Medikamente (Antiarrhythmika, Antidepressiva, Adrenalinderivate, Antimykotika, Antibiotika)
  2. angeboren:
  • Romano- Ward- Syndrom
  • Jervell/Lange- Niesen- Syndrom
  • sporadisches Long- QT- Syndrom

→ Short- QT- Syndrom

→ Brugada- Syndrom

→ Katecholaminerge polymorphe Kammertachykardie(CPVT)


Epidemiologie

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Herz-Kreislaufstillstand ist zu ca. 80% der Fälle Folge des Kammerflatterns und Kammerflimmerns.


Differentialdiagnosen

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Anamnese

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Bei Kammerflattern und Kammerflimmern sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • nur Befragung der Anwesenden möglich
  • Vorerkrankungen?
  • Medikamente?
  • Intoxikationen?

Diagnostik

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Zur diagnostischen Abklärung von Kammerflattern und Kammerflimmern sind relevant:

  • Atmung überprüfen
  • EKG:

Kammerflimmern: arrythmische hochfrequente Flimmerwellen mit einer Frequenz >320/min

Kammerflattern: hochamplitudige Haarnadelkurven mit einer Freqenz von 250-320/min


Klinik

Kammerflattern und Kammerflimmern

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Kammerflattern und Kammerflimmern können ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Bewusstlosigkeit (nach 10-15sec)
  • Atemstillstand (nach 30-60sec)
  • Kreislaufstillstand
  • weite reaktionslose Pupillen (nach 2 Minuten)

Therapie

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Therapie des Kammerflatterns/Kammerflimmerns:

Cardiopulmonale Reanimation CPR:

  • sofort einmalig Defibrilation mit maximaler Impulsenergie (monophasische Geräte 360 J, biphasische 150-200 J)
  • unabhängig vom resultierenden EKG-Bild Herzdruckmassage/Beatmung 30:2 für 2 Minuten
  • EKG-Rhythmusdiagnose, venösen Zugang plazieren
  • bei keiner Veränderung → Defibrilation mit maximaler Impulsenergie (monophasische Geräte 360 J, biphasische 150-200 J)
  • unabhängig vom resultierenden EKG-Bild Herzdruckmassage/Beatmung 30:2 für 2 Minuten (ggf. jetzt gleichzeitig Intubation)
  • EKG-Rhythmusdiagnose
  • Adrenalin 1mg i.v. und Amiodaron 300mg i.v.
  • Defibrilation mit maximaler Impulsenergie (monophasische Geräte 360 J, biphasische 150-200 J)
  • unabhängig vom resultierenden EKG-Bild Herzdruckmassage/Beatmung 30:2 für 2 Minuten
  • bei Erfolglosigkeit Zyklus immer wiederholen
  • Adrenalin alle 3-5min nach dem 3. erfolglosen Schock
  • Therapie der Grunderkrankung

Komplikationen

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Kammerflattern und Kammerflimmern können mit dem Tod enden.


Zusatzhinweise

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Zu Kammerflattern und Kammerflimmern liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. ERC- Leitlinien 2010- Cardipulmonale Reanimation
  2. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  5. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  6. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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