Jackson-Anfälle

Definition

Jackson-Anfälle

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Die Jackson-Anfälle sind einfach-fokale Anfälle mit motorischer (kontralaterale tonisch-klonische Verkrampfungen) oder sensibler (Taubheitsgefühl, Kribbelparästesien, Schmerzen) Symptomatik die sich in Form eines Jackson-March ausbreiten (von den Extremitäten proximal zum Gesicht). Es besteht die Möglichkeit einer komplizierten Generalisierung des Anfalls.


Ätiologie

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Die Ursachen der Jackson- Anfälle sind:

  • symptomatische : Epilepsie als Ausdruck einer identifizierbaren strukturellen Grunderkrankung
  • kryptogene : mutmaßlich symptomatische Epilepsie ohne Nachweis der Grunderkrankung
  • idiopathische : Epilepsie aus vermuteter oder nachgewiesener genetischer Disposition
  • häufige Ursachen symptomatischer Epilepsien: kortikale Entwicklungsstörungen, Tumoren, Enzephalitiden, Schädelhirntrauma, zerebrovaskuläre Prozesse, metabolische Erkrankungen, perinatale Schäden, immunologische Erkrankungen

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zu den Jackson- Anfällen sind zur Zeit nicht verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei den Jackson- Anfällen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Beschreibung des Anfalls/ der Anfälle
  • Zeitpunkt des ersten Anfalls?
  • Häufigkeit der Anfälle?
  • Tageszeit des Anfalls/ der Anfälle? (nach dem Aufwachen, im Schlaf, wechselnd)
  • Wechsel in der Art der Anfälle?
  • Vorliegen von Status oder Serien?
  • anfallsauslösende Faktoren? (bestimmte Außenreize, Fieber, Schlafmangel, psychische Belastungen)
  • anfallsunterdrückende Faktoren?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Jackson- Anfälle sind relevant:

  • nicht jeder fokale oder jeder traumatisch epileptische Anfall darf als Jackson- Anfall bezeichnet werden: entscheidend ist die Ausbreitung der Krämpfe oder Missempfindungen (march of convulsion) .

Klinik

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Die Jackson- Anfälle können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • fokale Anfälle, bei denen sich tonische bzw. klonische Zuckungen (motorische Jackson- Anfälle) oder Missempfindungen (sensible Jackson- Anfälle) von einer Körperregion auf benachbarte Bezirke ausbreiten
  • Zuckungen oder Missempfindungen breiten sich an den Armen oder Beinen meist in Richtung von distal nach proximal aus
  • können auch im Gesicht beginnen und dann auf Hand und Arm überspringen
  • Rumpfmuskeln werden kaum ergriffen
  • selten gehen die Zuckungen auf die andere Körperhälfte über, wo sie sich dann spiegelbildlich ausbreiten -> geschieht erst, nachdem sie auf der zuerst ergriffenen Seite ihren Höhepunkt erreicht haben
  • können auch in Extremitäten auftreten, die für Willkürbewegungen komplett gelähmt sind
  • Bewusstsein bleibt erhalten, sofern der Jackson Anfall nicht in einen generalisierten Krampfanfall mündet
  • in betroffenen Extremitäten kann nach dem Ende des Anfalls eine postparoxysmale Parese bestehen -> Ausdruck eines aktiven Hemmungsmechanismus mit Hyperpolarisation der Zellmembranen
  • zugrunde liegt immer eine Hirnschädigung der Zentralregion
  • meist Hirntumor ( Meningeom, Gliom) oder arteriovenöses Angiom
  • auch in Frage kommen: Hirnverletzungen, frühere Infarkte oder Blutungen, perinatale Hirnschädigung

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei den Jackson- Anfälle umfassen folgendes:

  1. Carbamazepin ( CBZ) 3-mal 200mg -3-mal 400mg ret/ Tag
  2. Phenytoin (Diphenylhydantoin DPH) 3- bis 5-mal 100 mg / Tag oral
  3. CBZ oder DPH 2- bis 3-mal 1g/Tag plus Vigabetrin (VGB) 3-mal 300 bis 4 mal 500mg/Tag oral, plus Valproinsäure (VPA) 4- bis 10-mal 50mg/Tag, plus Lamotrigin (LTG)3-bis 4-mal 300mg/Tag, plis Gabapentin  (GBP)

Komplikationen

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Es liegen der Zeit keine Informationen zu den Komplikationen der Jackson- Anfälle vor.


Zusatzhinweise

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Zu den Jackson- Anfällen liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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Poeck, Hacke: Neurologie, 12. Auflage, Springer Verlag

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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