Ischämische Muskelkontraktur

Synonyme: Volkmann-Kontraktur, Volkmann-Lähmung

Definition

Ischämische Muskelkontraktur

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Die Ischämische Muskelkontraktur ist eine narbige Schrumpfung der Unterarmmuskeln infolge mangelnder Blut- und Nervenversorgung der Muskulatur nach suprakondylärer Oberarmfranktur.


Ätiologie

Ischämische Muskelkontraktur

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Bekannte Ursachen einer Ischämischen Muskelkontraktur sind:

  • nach suprakondylärem Überstreckungsbruch des Humerus im Kindesalter werden Gefäße und Nerven über dem distalen Ende des oberen Fragments komprimiert
  • oft auch nach Ellenbogenluxationen
  • betroffen sind vorwiegend Fingerbeuger, Pronatoren und kleine Handmuskeln
  • es kommt zur Klauenhand
  • die Pathogenese ist durch Gefäßspasmen, venöse Stase und Sympathikusreaktionen gekennzeichnet
  • als Ursache werden Hämatome oder Ödeme in den betroffenen Muskeln angeschuldigt

Epidemiologie

Ischämische Muskelkontraktur

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Es liegen zur Zeit keine epidemiologischen Daten zur Ischämischen Muskelkontraktur vor.


Differentialdiagnosen

Ischämische Muskelkontraktur

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Anamnese

Ischämische Muskelkontraktur

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Wichtige zu erhebende Informationen der Ischämischen Muskelkontraktur sind:

  • Inspektion
  • Palpation
  • Funktionsüberprüfung
  • Schmerzen im Unterarm?
  • taubes Gefühl?
  • Kälteempfindung in den Fingern?
  • Pulsabschwächung?
  • Zyanose oder Blässe der Haut?
  • Atrophie und Schrumpfung der Unterarm- und Handmuskeln?
  • Zwangshaltung der Hand?

Diagnostik

Ischämische Muskelkontraktur

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Zur diagnostischen Abklärung einer Ischämischen Muskelkontraktur sind relevant:

  • Gefahr einer ischämischen Kontraktur ist gegeben, wenn Anzeichen entweder schon bei der ersten Untersuchung nach dem Unfall vorhanden sind, nach der Reposition nicht verschwinden oder später neu auftreten
  • Streckversuch der Finger führt zu weiterer Beugung im Handgelenk
  • elektrische Erregbarkeit der betroffenen Muskeln erlischt
  • Daumen- und Kleinfingerballenatrophie, bei Nervenbeteiligung entsprechende Sensibilitätsstörungen
  • meist erhebliche bleibende Behinderung

Klinik

Ischämische Muskelkontraktur

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Zur Symptomatik einer Ischämischen Muskelkontraktur gehören:

  • Schwellung und blaurote Verfärbung des Unterarms
  • Finger sind gefühllos und unbeweglich
  • Radialispuls fehlt
  • anfänglich starke Schmerzen, die infolge Absterben der Nerven nachlassen
  • narbige Schrumpfung entsteht
  • typische Zwangshaltung der Hand
  • trophische Hautveränderungen am Unterarm

Therapie

Ischämische Muskelkontraktur

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Die therapeutischen Maßnahmen der Ischämische Muskelkontraktur umfassen:

  • schonende Reposition von Frakturen in diesem Bereich
  • keine zirkulär einschnürenden Verbände
  • sobald klinsche Zeichen auftreten, sofort Spalten der Verbände, evtl. Muskelfaszienspaltung
  • falls die Korrektur schon eingetreten ist, Krankengymnastik
  • evtl. Sehnenverlängerungen und Arthrolyse

Komplikationen

Ischämische Muskelkontraktur

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Es liegen zur Zeit keine Informationen über Komplikationen einer Ischämischen Muskelkontraktur vor.


Zusatzhinweise

Ischämische Muskelkontraktur

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Mögliche Komplikationen einer Ischämischen Muskelkontraktur:

  • Alarmzeichen für die Entwicklung einer Volkmann-Kontraktur sind Schmerzen im Unterarm, taubes Gefühl und Kälteempfindungen in den Fingern, Pulsabschwächung, Zyanose oder Blässe der Haut nach suprakondylären Humerusfrakturen oder Ellenbogenluxationen

Literaturquellen

Ischämische Muskelkontraktur

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  1. Krämer, Grifka - Orthopädie - Springer Verlag
  2. H. Rössler, W. Rüther - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban u. Fischer
  • (2009) Niethard F, Pfeil J - Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2010) Wülker Nikolaus - Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2005) Rössler H, Rüther Wolfgang - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (1998) Krämer J, Grifka J, Hedtmann A, Krämer R - Orthopädie - Springer
  • (1996) Zippel H - Orthopädie systematisch - Uni Med. Verlag AG
  • (1989) Weber U., Zilch H - Orthopädie mit Repetitorium - Gruyter

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