Iritis

Synonyme: Uveitis anterior

Definition

Iritis

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  • Die Iritis ist eine Irisentzündung, die meist bilateral auftritt u. die häufigste Uveitisform darstellt
  • in 75% d. Fälle akut
  • häufig in Verbindung mit Zyklitis= Iridozyklitis

Ätiologie

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  • Die Iritis hat verschiedene Ursachen
  • meist endogene Faktoren, wie immunologische Ursachen, z.B. allergisch-hyperergische Reaktionen auf Bakterientoxine, autoimmunologische Prozesse
  • allg. immunologische Erkrankungen(Antigenexpressionen d. HLA-Systems v.a. bei Erkrankungen d. rheumatischen Formenkreises nachgewiesen)
  • exogen durch Infekte, z.B. posttraumatologisch, Sepsis(z.B. bei Virenbefall, Toxoplasmose, Lues, Miliartuberkulose), Fokalinfekte(z.B.  Sinusitis, chron. Tonsilitis, Adnexitis, Salpingitis)

Epidemiologie

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  • Die Iritis tritt in jedem Alter auf.

Differentialdiagnosen

Iritis

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Anamnese

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Bei Iritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • "rotes Auge"?
  • dumpfe Schmerzen?
  • Lichtscheu?
  • Visusminderung?
  • Schleier vor dem Auge?
  • Augentränen?
  • Systemerkrankungen aus rheumatischen Formenkreis?
  • Vorgeschichte?(z.B. Zeckenbiss, Lues, AIDS, Drogenabusus, Bluttransfusionen, Sexualpartner)

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Iritis sind relevant:

  • Inspektion
  • Spaltlampe
  • Funduskopie
  • Tonometrie
  • Diagnostik von Grunderkrankungen mit Fachkollegen: Serologie, PCR, Borrelienanzucht aus Punktat, Sputumuntersuchung, Urintest, Hauttests, Biopsien, Lumbalpunktion, Röntgen u. andere

Klinik

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Die Iritis kann eins oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Schmerzen, Visusminderung, Lichtscheu, Augentränen
  • ziliare Gefäßinjektion u. am Limbus lokalisierter perikornealer, bläulich/rötlicher Verfärbung
  • gemischte Injektion bei Mitbeteiligung der Konjunktiva
  • hyperämische Iris mit hervortretenden Gefäßen,
  • Iris kann auch grünlich verfärbt sein
  • Iris verwaschen, aufgrund Schwellung
  • Reizmiosis, Pupille reagiert nur schwach auf Mydriatika u. Licht
  • evtl. toxisch bedingtes Hornhautödem
  • Tyndall-Phänomen positiv, da Fibrin u. Leukos in das Kammerwasser ausgeschwitzt werden
  • dreieckige Ablagerungen dieser Präzipitate am Hornhautendothel u. bei schweren Verläufen als Hypopyon am Vorderkammerboden
  • Vorderkammerblutungen mit Blutspiegelbildung= Hyphäma bei Virusinfekten(v.a. Herpesviren) u. Beeinflussung der Pupillomotorik
  • graue, knötchenartige Ablagerungen= Irisknötchen am Pupillenrand, auf der Irisoberfläche od. Busacca
  • hintere Synechien= Irisrückfläche klebt an Linsenvorderfläche

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Iritis umfassen folgendes:

  • Mydriatika(z.B. Atropin, Scopolamin, Tropicamid, Cyclopentolat), z.B. Atropin 0,5/1%ig, 1-3-mal tgl., nicht länger als 2 Wochen(KI:Engwinkelglaukom, Rhinitis sicca, NW: Miktionsbeschwerden, Tachykardie, psychische Störungen, Kinder Amblyopiegefahr), Wirkdauer 7-14 Tage, od. Mydriatikum/Zykloplegikum mit kurzer Wirkdauer, auch in Kombination mit Atropin v.a. zur Synechiensprengung kurzzeitig!
  • kortikosteroidhaltige AT(z.B. Dexamethason, Prednisolon, Fluorometholon od. Hydrocortison), Dosierung nach Ausmaß der Pathologie, stdl. bis 4-mal tgl.
  • evtl. Hydrocortison od. Dexamethason AS nachts, erst hochdosiert,schnell reduzieren, Dauer: 5-6 Wochen
  • AS bei chron. Verlauf 1-2-mal tgl. über einige Monate, engmaschige Kontrollen nach Absetzen
  • Dexamethason(Fortecortin) Mono 4mg subkonjunktival, Dosis: 1ml, max. 1-2-mal tgl., befundabhängige Indikation,(Technik: mit 27er Kanüle u. aufgestützter, spritzenführender Hand penetriert man die Bindehaut in tangentialer Nadelführung u. so, dass angeschliffene Spitze sklerafern ist u. bei der Injektion eine Chemosis ensteht)
  • systemische Kortisongabe(zuvor mittels Rö-Thx Ausschluss von Tbc u. Blutzuckerbestimmung wegen Diabetesausschluss), Prednisolon oral 1-2mg/kg KG am Morgen(jeden 2. Tag= alternierend vermindert NW u. Wirkung, Aufteilung der Tagesdosis steigert Wirkung u. NW), Dauer: nach antiinflammatorischer Wirkung, Dosisreduktion, wenn 2 Wochen überschritten werden, max. 4 Wochen, ausschwemmen(NW: Katarakt, Tensionserhöhung, Infektionsgefahr ↑, Persönlichkeitsveränderungen, Gewicht ↑, NN-Suppression, Akne, u. andere, lokal: Ptosis, Blutungen, Infekte, allerg. Reaktionen, u. andere)
  • Zytostatika u. Immunsuppressiva, mit internistischer Betreuung auffgrund möglicher Komplikationen, Dosierung, Dauer u. NW siehe SpezialLiteratur
  • chirurgische Maßnahmen bei Komplikationen: Kataraktextraktion, Vitrektomie 

Komplikationen

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Folgende Komplikationen können bei Iritis auftreten:

  • Rubeosis iridis
  • Neovaskularisationsglaukom
  • vordere u./od. hintere Synechien
  • Occlusio pupillae
  • Seclusio pupillae
  • Iris bombata
  • Irisatrophie
  • Katarakt
  • Hornhautbandkeratoatrophie

Zusatzhinweise

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Zur Iritis liegen derzeit keine Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • A. und R. Burk, Checkliste Augenheilkunde, 2005, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • M. Sachsenweger und Hrsg., Duale Reihe Augen-heilkunde, 2003, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer
  • (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
  • (2008) Lang, G.K - Augenheilkunde - Thieme Verlag
  • (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
  • (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag, Berlin
  • (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
  • (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer

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