Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

Synonyme: Syndrom X, Insulinresistenzsyndrom

Definition

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • Resistenz der insulinabhängigen Gewebe, so dass erhöhte Insulinspiegel benötigt werden, um die periphere Glukoseabgabe zu erzielen, die hepatische Glykogenolyse zu unterdrücken und den Lipoproteinstoffwechsel zu regulieren
  • Kennzeichen einer Insulinresistenz = erhöhte Plasmainsulinspiegel bei idR noch normalen Blutzuckerwerten
  • das metabolische Syndrom = gehäuftes Zusammentreffen von stammbetonter Adipositas, Insulinresistenz, Störungen der Glukosetoleranz, Dyslipidämie, Hyperurikämie und Hypertonie

Ätiologie

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • man geht von einer Gen-Umwelt-Interaktion in der Entstehung der Insulinresistenz bei Adipositas aus
  • Polymorphismen, heterozygote Mutationen und bestimmte Genkombinationen in der Insulinsignalübertragung scheinen für Insulinresistenz zu prädisponieren
  • freie Fettsäuren hemmen die Glukoseaufnahme und die Glykogensynthese einerseits und fördern die hepatische Glykogenolyse andererseits
  • TNF-alpha vermindert die Insulinrezeptor-Tyrosinkinase-Aktivität
  • Apidokine Leptin und Adiponektin vermindern die Insulinresistenz
  • Resistin hingegen vermehrt die Insulinresistenz
  • diese Befunde weisen auf die zentrale Rolle der Adipozyten in der Entstehen der Insulinresistenz hin
  • Hyperinsulinämie erhöht das Hungergefühl und somit die Adipositas
  • man nimmt an, dass die Überproduktion von Insulin einen Entzündungsreiz darstellt
  • dieser Reiz führt nach Jahren zur Zerstörung der beta-Zellen des Pankreas
  • daraufhin versagt die Insulinproduktion und es resultiert ein Insulinmangel

Epidemiologie

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • angeborene genetische Defekte des Insulinrezeptors bzw. der Postrezeptorsignaltransduktion sind sehr selten und gehen mit schwerste Formen der Insulinresistenz einher
  • häufiger sind Insulinresistenz und metabolisches Syndrom mit Adipositas assoziiert

Differentialdiagnosen

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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Anamnese

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • Inspektion
  • Familienanamnese
  • Adipositas?
  • Kind sehr groß?
  • prämature Pubarche?
  • Gynäkomastie?
  • Striae extensae?
  • Hirsutismus?
  • PCOS-Syndrom?
  • arterielle Hypertonie?
  • allergisches Asthma bzw. Rhinitis?
  • Diabetes Typ 2?

Diagnostik

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker für die Bestimmung der Insulinresistenz
  • oraler Glukosetoleranztest
  • hyperglykämische/euglykämische "Clamp"-Untersuchungen
  • diese sind aber zu aufwendig und werden nur ihm Rahmen wissenschaftlicher Studien angewendet
  • häufigstes verwendetes Parameter ist das sog. Homeostatis Model Assessment (HOMA)
  • Kinder haben meist einen verminderten Grundumsatz
  • Insulinresistenz ist meist mit Dyslipidämie und Hyperkortisolismus assoziiert
  • ferner findet man häufig erhöhte Harnsäurewerte sowie Erhöhungen von GOT/GPT

Klinik

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • Insulinresistenz ist idR mit zentraler (d.h. abdomineller) Adipositas assoziiert
  • Kinder sind oft sehr groß (Adipositasgiganten)
  • kommt häufig zu einer prämaturen Pubarche
  • typische Merkmale sind Gynäkomastie, Striae extensae, Hirsutismus, PCOS-Syndrom )polyzystische Ovarien), arterielle Hypertonie, allergisches Asthma bzw. allergische Rhinitis
  • in der Familienanamnese wird häufig über Diabetes mellitus Typ 2 berichtet, die Mütter hatten oft einen Gestationsdiabetes

Therapie

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • langfristige Änderung des Lebensstils
  • Gewichtsreduktion
  • vermehrte körperliche Aktivität
  • am besten durch integrative Programme, die neben der medizinischen Betreuung Ernährungsberatungen, Verhaltenstraining und Sport-/Bewegungstherapie beinhalten
  • neuere Untersuchungen konnten belegen, dass solche Programme zu einer deutlichen Verminderung der Insulinresistenz führen

Komplikationen

Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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  • Insulinresistenz stellt einen sehr bedeutenden Risikofaktor für die Entstehung von Typ-2-Diabetes dar

Zusatzhinweise

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Literaturquellen

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  1. E. Mayatepek - Pädiatrie - Urban u. Fischer
  2. W. Siegenthaler, H.E. Blum - Klinische Pathophysiologie - Thieme Verlag

Assoziierte Krankheitsbilder zu Insulinresistenz und metabolisches Syndrom

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