Insertio velamentosa

Synonyme: Komplikationen der Nabelschnurgefäße

Definition

Insertio velamentosa

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Insertio velamentosa [1;2]

  • Häutige Einpflanzung der Nabelschnur: die Nabelschnurgefäße verlaufen z.T. frei in den Häuten der Plazenta.

Ätiologie

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Als Ursachen/ Risiken für eine Insertio velamentosa werden vermutet:

  • Wachsen des Trophoblasten auf den gut vaskularisierten uterinen Fundus zu [5]



Epidemiologie

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Vorkommen der Insertio velamentosa [2]

  • In ca. 1% aller Einlingsschwangerschaften; 1:5000 nach Pernoll Benson 1987
  • Bei Mehrlingsschwangerschaften > 1%
  • In 25% der Fälle mit nicht chromosomalen fetalen Fehlbildungen kombiniert
  • Häufigste Ursache einer fetalen Blutung


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Evtl. Informationen für Risikofaktoren einer Insertio velamentosa können folgende Fragen geben

  • Wurden während der Schwangerschaft regelmäßige Ultraschallkontrollen durchgeführt?
  • Wurden bei diesen Kontrollen irgendwelche Auffälligkeiten bzgl. der Versorgung des Kindes festgestellt (evtl. auffällige Doppleruntersuchung  [3] der Umbilikalgefäße?)? → Mutterpass!
  • Wurde bei einer Ultraschalluntersuchung oder Untersuchung durch die Hebamme den Verdacht auf ein dem Schwangerschaftsalter entsprechend zu kleines Kind geäußert?
  • Wurden während der Vorsorgeuntersuchung Auffälligkeiten des Fetus im CTG festgestellt [4]?

Diagnostik

Insertio velamentosa

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Diagnose einer Insertio velamentosa [1;2]

  • meist nach der Geburt anhand der typischen Befunde von Nabelschnur und Plazenta

vor der Geburt kann vorkommen:

  • Evtl. werden bei der Vorsorgeuntersuchung Durchblutungsstörungen der Gefäße durch Doppler festgestellt [3]
  • Evtl. Feststellung fetaler Fehlbildungen durch Hypoxie in der Embryonalperide
  • Evtl. Feststellung einer Mangelentwicklung durch Zirkulationsstörungen während Vorsorgeuntersuchung
  • Suspekte Blutung
  • Vaginale Blutung bei gleichzeitigem Blasensprung
  • CTG: Akute Verschlechterung der Herztöne des Kindes [4]

Klinik

Insertio velamentosa

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Klinik Insertio velamentosa [1;2]

  • meist keine Auffälligkeiten
  • selten fetale Blutungen, meist allerdings bei gleichzeitigem Vorliegen von Vasa praevia; dann vaginale Blutung während der Geburt
  • Akute Verschlechterung der Herztöne des Kindes durch Kompression während der Geburt → dauernde CTG-Überwachung nötig [4]
  • assoziiert in 12,5% ist eine singuläre Nabelschnurarterie [6]

Therapie

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Vorgehen bei Insertio velamentosa [1;2]

  • Kontinuierliche CTG-Überwachung
  • Neonatologen hinzuziehen!
  • Indikation für Perfusion Toulousienne: Kind wird durch Vakuumextraktion auch bei nicht vollständigem Muttermund komplett herausgezogen. Vorher: Intrauterine Reanimation mit 25µg Fenoterol i.v. im Bolus

Komplikationen

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Komplikationen bei Insertio velamentosa [1;2]

  • fetale Blutung
  • letaler Ausgang für das Kind

kontrovers diskutiert werden Assoziationen:

  • selten wurden kongenitale Anomalien, intrauterine Wachstumsretardierung u.a. Komplikationen gefunden
  • teils auch keine Assoziation mit negativem Outcome [7]

Zusatzhinweise

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Aktuell sind keine Zusatzinformationen zur Insertio velamentosa vorhanden.


Literaturquellen

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  1. Gynäkologie und Geburtshilfe, Manfred Stauber, Thomas Weyerstahl, Thieme Verlag 2001 
  2. Das Hebammenbuch, Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe, 4. Auflage, Mändle, Opitz-Kreuter, Wehling, Schattauer Verlag 2003
  3. Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft für maternofetale Medizin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Doppler- Sonographie in der Schwangerschaft, Register Nr. 015/019, Stand 07/2008
  4. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und der AG für Materno- Fetale Medizin (AGMFM), Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt, Register Nr. 015/036, Stand 11/2007
  5. Kouyoumdjian A (1980): Velamentous insertion of the umbilical cord. Obstet Gynecol. 56(6):737.
  6. Uyanwah-Akpom P, Fox H (1977): The clinical significance of marginal and velamentous insertion of the cord. Br J Obstet Gynaecol. 1977;84(12):941.


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