Influenza C
Synonyme: Grippe
Definition
Influenza C
Die Influenza C ist eine Infektionserkrankung durch Orthomyxoviridae der Gattung Influenza der Art C.
Sie ist eine milde Form der Influenza.
Influenza C
Ätiologie
Influenza C
Erreger: Influenza C - Virus, Typ Orthomyxoviridae
- segmentiertes RNA - Genom
- charakteristisch druch spikeartige Oberflächenstrukturen gebildet von Hämagglutinin(HA)
- besitzt Oberflächen-Haemagglutinin-Esterase-Fusion-Protein (HEF) = für Rezeptorbindung, Fusion und Freisetzung der neugebildeten Viren aus der Zelle
Übertragung durch:
- Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion
- Mensch zu Mensch, Kontakt mit kontaminierten Gegenständen, Trinkwasser
Influenza C Epidemiologie zu:
Influenza C
Epidemiologie
Influenza C
Zur Epidemiologie der Influenza C sind zur Zeit keine genauen Daten verfügbar.
- Infektion von Menschen und Schweinen möglich
- ist eher unbedeutend für den Mensch
- Jährlich versterben 20.000 Menschen in Deutschland an Influenza
Influenza C Differentialdiagnosen zu:
Influenza C
Differentialdiagnosen
Influenza C
Influenza C Anamnese zu:
Influenza C
Anamnese
Influenza C
Bei der Influenza C sind folgende Informationen von Bedeutung:
- plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber (≥ 38,5 °C)?
- trockenen Reizhusten?
- Muskel- und/oder Kopfschmerzen?
- allgemeine Schwäche?
- Schweißausbrüche?
- Halsschmerzen?
Bei Kindern kann eine Otitis media auftreten und die Gabe von Salizylaten kann zum Reye-Syndrom führen.
- Fieber?
- plötzlicher Krankheitsbeginn?
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl?
Influenza C Diagnostik zu:
Influenza C
Diagnostik
Influenza C
Zur diagnostischen Abklärung der Influenza C sind relevant:
- Nasen- oder Rachenabstrich
- Bronchoalveoläre Lavage
- Blutentnahme
- PCR
- Virusisolierung
- Elektronenmikroskopisch
- Antigennachweis
- Antikörperbestimmung
Influenza C Klinik zu:
Influenza C
Klinik
Influenza C
Die Influenza C kann meist in milder Form für 7 - 14 Tage ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:
Die Influenza-typische Symptomatik (influenza-like illness, kurz ILI) ist durch
- plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber (≥ 38,5 °C)
- trockenen Reizhusten
- Muskel- und/oder Kopfschmerzen
gekennzeichnet.
weitere Symptome
- Schweißausbrüche
- Halsschmerzen
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- Schüttelfrost
- Nasenschleimhäute geschwollen
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
Influenza C Therapie zu:
Influenza C
Therapie
Influenza C
Die therapeutischen Möglichkeiten bei Influenza C umfassen:
Allgemeine Maßnahmen
- Aktive Bettruhe
- Auch vor jeder Berührung des Kranken oder infizierter Gegenstände sollen die Hände mit einem guten Desinfektionsmittel behandelt werden (Amtliches Unterrichtsbuch 1930, S. 296)
Pharmakotherapie
Supportativ
Cistus incanus 6 x1-2 Tbl (á 400 mg Extrakt) enoral (Bindung von Influenzaviren)
Symptomatisch
- Fiebersenkung und Schmerztherapie:
Paracetamol bis zu 6 x 500 - 1000 mg/d nach Bedarf; < 10 g/d!
Ibuprofen - 4-6 x 400 mg/d p.o. oder 3 x 800 mg/d retardiert
Dexibuprofen - 2-3 x 300 mg p.o.
Diclofenac - 4 x 50 mg /d p.o.
Naproxen - 2-4 x 200 mg /d p.o.
- Antitussiva:
Pentoxyverin – 100-150 mg/d
Dextromethorphan – 22-88 mg/d
Noscapin – 75-150 mg/d
- evtl. Behandlung einer Pneumonie: antimikrobielle Chemotherapie (ambulant/Pflegeheim/stationär erworben)
- Myokarditis, symptomatische Behandlung, Therapie der Grunderkrankung oder antibiotische Therapie je nach Erreger (zweifelhafte Wirkung von Ribavirin (Ray 1989))
Kausal
Neuraminidase-Hemmer: therapeutisches Fenster 24-36h
- Oseltamivir 2 x 75 mg unter klinischer Beobachtung zur Bewertung von Behandlungskohorten und zur Ableitung von Empfehlungen
- Zanamivir 2 x Inhalation tgl. bei Hochrisikopatienten und Oseltamivir-resistenten Viren (keine Mitteilungen zu experimentellen Anwendungen unter klinischer Beobachtung)
Impfprophylaxe:
- Jährliche Impfung wegen hoher Viruswandlung (Oktober-November), s. Krankheitsbild Impfung gegen Influenza
Influenza C Komplikationen zu:
Influenza C
Komplikationen
Influenza C
Komplikationen der Influenza C sind:
Reye Syndrom: wenn Kinder mit Salicylaten (ASS) behandelt werden (Kontraindikation)
- Fieber?
- plötzlicher Krankheitsbeginn?
- ausgeprägtes Krankheitsgefühl?
- Leberschädigung mit Enzephalitis
verzögerte Rekonvaleszenz:
- Müdigkeit und Schwäche für Wochen
- Hypotonie
Influenza C Zusatzhinweise zu:
Influenza C
Zusatzhinweise
Influenza C
Zur Influenza C liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.
Influenza C Literaturquellen zu:
Influenza C
Literaturquellen
Influenza C
- (2006) Groß - Medizinische Mikrobilogie und Infektiologie - Thieme
- (2009) RKI - Ratgeber Infektionskrankheiten/ Merkblätter für Ärzte http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__Mbl__Influenza.html >
- (2003) Roche - Lexikon Medizin - Urban & Fischer
- (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
- (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
- (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
- (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
- (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
- (2009) AWMF-Leilinie Tiefe Atemwegsinfektionen/Pneumonie (http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/082-001.htm#09) >
- (2009) WHO pandemic phase description and main actions by phase: http://www.who.int/csr/disease/influenza/GIPA3AideMemoire.pdf. >
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