Infektiöse Mononukleose

Synonyme: Pfeiffer-Drüsenfieber, Pfeiffersches Drüsenfieber, Mononucleosis infectiosa, Monozytenangina, Morbus Pfeiffer, Kusskrankheit, kissing disease

Definition

Infektiöse Mononukleose

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Bei der infektiösen Mononukleose handelt es sich um eine generalisierte Entzündung des lymphatischen Systems durch Eppstein-Barr-Virus.


Ätiologie

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Ursache einer infektiösen Mononukleose ist:

  • Übertragung des Erregers über den Speichel (kissing disease), Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion
  • Inkubationszeit: 7-9 Tage
  • EBV behülltes doppelsträngiges DNA-Virus der Familie der Herpetoviridae
  • Lebenslange Persistenzt des Erregers im menschlichen Körper

Epidemiologie

Infektiöse Mononukleose

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Betroffen von der infektiösen Mononukleose sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsen:

  • Nachweis von EBV-Antikörpern bei 95% aller deutschen Erwachsenen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Hinweisend auf eine infektiöse Mononukleose können sein:

  • Fieber? (typischerweise 38-39 Grad, kann aber auch höher sein)
  • allgemeines Krankheitsempfinden mit Kopfschmerzen? Gliederschmerzen? Müdigkeit?
  • Schluckbeschwerden?
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme?
  • bereits durchgemachte Mononukleose? (i.d.R. ist man dann lebenslang immun)
  • Atembehinderung? (Indikation zur OP!)

Diagnostik

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Diagnostisch relevant bei der infektiösen Mononukleose sind:

  • Anamnese
  • Inspektion: (evtl. extrem) Geschwollene und dunkel gerötete Gaumenmandeln mit Fibrinbelägen, charakteristisch ist ein deutliches Uvulaödem
  • Palpation: geschwollene Lymphknoten im Okkzipital-, Cervikal-, Axillarbereich; oft geschwollene Milz und/oder Leber tastbar
  • Differentialblutbild: initial Leukozytopenie, später Leukozytose mit sehr vielen atypischen Lymphozyten, CRP (erhöht), Leberenzyme (können bei Leberbeteiligung erhöht sein)
  • Abstrich bei V.a. Diphterie
  • ELISA zum quantitativen Nachweis von Antikörpern gegen EBV
  • Ggf. Schnelltest (Paul-Bunnel, Monosticon-Schnelltest), erst ab 2. Woche positiv

Klinik

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Symptome der infektiösen Mononukleose können sein:

  • Schwellung der Lymphknoten im Kiegerwinkel und nuchal, auch axillär und inguinal
  • Schwellung von Leber und Milz
  • Tonsillen hochrot und geschwollen, schmutzig-graue Beläge, Foetor ex ore
  • 38-39 °C Fieber
  • Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit,
  • Bei schwerem Verlauf: Atemnot und Stridor

Therapie

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Therapiemöglichkeiten der infektiösen Mononukleose sind:

  • symptomatische Behandlung steht im Vordergrund
  • Bettruhe
  • weiche, reizarme Kost
  • ggf. parenterale Ernährung.
  • Mundpflege
  • Schmerzmittel: Paracetamol oder Ibuprofen

Tonsillektomie:

  • bei schwerem Verlauf oder Atemnot
  • Die Symptome verbessern sich dann oft und die Krankheit heilt schneller aus.

Antibiotikum nur bei bakterieller Superinfektion. Keine Penicilline wegen Erythemgefahr.


Komplikationen

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Mögliche Komplikationen der infektiösen Mononukleose sind:


Zusatzhinweise

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Bei Therapie der infektiösen Mononukleose mit Ampi- oder Amoxicillin tritt charakteristisches pseudoallergisches Exanthem auf!


Literaturquellen

Infektiöse Mononukleose

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  2. (2005) Sterry W, Paus R - Checkliste Dermatologie - Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  3. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  4. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  6. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  7. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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