Impfungen gegen Diphtherie

Synonyme: Diphtherieimpfung, DaPT-Impfung, DT-Impfung, dT-Impfung

Definition

Impfungen gegen Diphtherie

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Die Impfung gegen Diphtherie ist eine aktive Impfung, die mit einem Toxoidimpfstoff durchgeführt wird. Sie wird von der STIKO empfohlen.


Ätiologie

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Zu den Ursachen der Diphtherie zählen [11; 13]:

  • Erreger: Corynebacterium diphtheriae, gram-positiv, nicht sporenbildendes Stäbchenbakterium, für die Erkrankung bedeutsam: Exotoxin
  • Übertragungswege: Tröpfchen- bzw. Kontaktinfektion

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Diphtherie:

  • 2004 wurden der WHO aus 34 Ländern insgesamt 8964 Diphtheriefälle gemeldet. Die meisten stammten aus:
  1. Indien
  2. Russland
  3. Indonesien
  4. der Ukraine
  5. der Dominikanischen Republik und
  6. Bangladesch
  • Dank Schutzimpfung ist die Diphtherie aus dem klinischem Alltag in Deutschland fast verschwunden
  • In Deutschland sind von 1997 bis April 2007 sieben Fälle von „klassischer“ Diphtherie registriert worden, in der Mehrzahl der Fälle war die Erkrankung nach Kontakt zu Personen aus Endemiegebieten aufgetreten
  • auch in Deutschland gibt es immer wieder vereinzelte Erkrankungsfälle und kleine Epidemien
  • Aufgrund hoher Durchimpfungsraten ist die Diphtherie bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland sehr selten geworden
  • Anstieg von Fallzahlen in der kalten Jahreszeit
  • zwischen 1980 und 1996 wurden in den USA lediglich 45 Erkrankungsfälle gemeldet [14]

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Impfung gegen Diphtherie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Ist das Kind derzeit gesund?
  • Besteht Fieber?
  • Aktueller Impfpass vorhanden?
  • Sind bereits Impfungen gegen Diphtherie erfolgt?
  • Vorerkrankungen? Immundefekte? Abwehrschwäche?
  • Allergien?
  • Wie wurden bisherige Impfungen vertragen?
  • Besteht eine Schwangerschaft?

Diagnostik

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Zur Diagnostik bei einer Impfung gegen Diphtherie sind keine Informationen vorhanden, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Klinik

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Zur Impfung gegen Diphtherie ist keine klinische Symptomatik bekannt, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Therapie

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Die Impfung gegen Diphtherie verläuft nach folgendem Schema:

  • Toxoidimpfstoff: aus mit Formalin inaktiviertem Diphtherie-Toxin, an Aluminiumpartikel gebunden
  • Verabreichung: ab dem 3. Lebensmonat 2 Gaben (i.m.) im Abstand von 6-8 Wochen als Kombinationsimpfstoff (DT oder DaPT); bei DaPT 3. Impfung nach weiteren 4 Wochen; danach Auffrischung nach 10-12 Monaten (sowohl bei DT als auch bei DaPT) [11], Auffrischung imErwachsenenalter ca. alle 10 Jahre
  • Applikation: i.m. (M. deltoideus oder bei kleineren Kindern M. vastus lateralis am Oberschenkel anterolateral), intravasale Gabe muss vermieden werden! [11]


Beachte: Neben der Aktivimpfung existiert auch eine passive Immunisierung:

  • Anwendung als Postexpositionsprophylaxe
  • bei fehlender Immunität nach Kontakt mit an Diphtherie Erkrankten (auch wenn nur ein Verdacht besteht!)
  • Durchführung: mit 1.000-3.000 IE Serum, bei nachgewiesener Erkrankung mit 500-1.000 IE/kgKG (klinische Beobachtung dringend erforderlich) [11]

Komplikationen

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Bei der Impfung gegen Diphtherie können folgende Nebenwirkungen vorkommen [11]:

  • unspezifische Symptome mit leichtem Verlauf (grippeähnliche Symptome, Magen-Darm-Beschwerden)
  • Impfreaktion an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung, Schmerzen)
  • Temperaturerhöhung

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zur Impfung gegen Diphtherie:

  • Impfung wird bei Kindern bis zum 5. LJ mit D-Impfstoff (mind. 30 IE/0,5ml) durchgeführt
  • bei älteren Kindern und Erwachsenen wird mit d-Impfstoff (mind. 2 IE/0,5ml) geimpft

Beachte:

  • Personen sollten aktiv geimpft werden, wenn bisher keine Impfung erfolgte, die Grundimmunisierung nicht vollständig oder die letzte Auffrischung vor mehr als zehn Jahren erfolgte. Impfung i.d.R. in Kombination mit Tetanus-Impfung [15]
  • Nach engem Kontakt zu Erkrankten ist die Impfung nach Kontakt bereits 5 Jahre nach der letzen Impfung empfohlen. Außerdem erfolgt eine prophylaktische antibiotische Therapie (z.B. mit Erythromycin) [15]

Literaturquellen

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  1. (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie, Rehabilitation - Schattauer Verlag
  2. (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer
  3. (2003) Werner J A, Lippert B M - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  4. (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag
  5. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  6. (2009) Arasteh K, Baenkler H W, Bieber C - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  7. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Gerd Herold Verlag
  8. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  9. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  10. (2009) Illing S, Claßen M - Klinikleitfaden Pädiatrie - Urban & Fischer, Elsevier
  11. (2007) Sitzmann F C - Pädiatrie - Thieme
  12. (2008) AWMF-Leitlinie - Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals - Leitlinien der Dt. Ges. f. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
  13. (1972) Miller L W - Diphtheria immunization. Effect upon carriers and the control of outbreaks - Am J Dis Child
  14. (2005) CDC - www.cdc.gov/nip (Accessed 3/9/05)
  15. (2010) RKI - Empfehlungen der STIKO - Ständige Impfkomission (STIKO)

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