Impfung gegen Röteln

Synonyme: Rötelnimpfung

Definition

Impfung gegen Röteln

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Die Impfung gegen Röteln ist eine aktive Impfung, die mit einem Lebendimpfstoff (enthält attenuierte Viren) durchgeführt wird. Sie wird von der STIKO empfohlen und wird meist als Kombinationsimpfstoff verabreicht (MMR oder MMRV).


Ätiologie

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Zu den Ursachen der Röteln zählen [20]:

  • Erreger: Rötelnvirus, RNA-Virus (umhüllt)
  • gehört zur Gruppe der Togaviridae
  • Übertragungswege: Tröpfcheninfektion, nasopharyngeale Sekrete
  • Inkubationszeit: 14 - 21 Tage
  • Kontagiosität: besteht 7 Tage vor bis 7 Tage nach Auftreten des Exanthems

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Impfung gegen Röteln:

  • die 2-malige Impfung am Ende des 1. Lebensjahres wird im Allgemeinen von der STIKO empfohlen [4]
  • in der Bundesrepublik Deutschland keine Impfpflicht
  • die Durchimpfungsquote zum Zeitpunkt des Schuleintritts lag im Jahr 2006 in Deutschland bei 94% für die erste und bei 77% für die zweite Impfdosis
  • Die Impfung gegen Röteln bringt in 95% aller Fälle lebenslange Immunität
  • Im Jahr 2002 existierte die Rötelnimpfung in allen Industriestaaten, in 71% der Schwellenländer und in 48% der Entwicklungsländer [21]. 
  • In 2006 hatten 123 (58%)von 212 Ländern Impfprogramme gegen Röteln entwickelt [22]

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Impfung gegen Röteln sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Ist das Kind derzeit gesund?
  • Besteht Fieber?
  • Aktueller Impfpass vorhanden?
  • Sind bereits Impfungen gegen Röteln erfolgt?
  • Wann ist die letzte Lebendimpfung durchgeführt worden?
  • Vorerkrankungen? Immundefekte? Abwehrschwäche?
  • Allergien? Gegen Hühnereiweiß? Gegen Neomycin oder Kanamycin?
  • Wie wurden bisherige Impfungen vertragen?
  • Besteht eine Schwangerschaft?

Diagnostik

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Zur Diagnostik bei einer Impfung gegen Röteln sind keine Informationen vorhanden, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Klinik

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Zur Impfung gegen Röteln ist keine klinische Symptomatik bekannt, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Therapie

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Die Impfung gegen Röteln verläuft nach folgendem Schema [23]:

  • Lebendimpfstoff, aus lebenden, abgeschwächten Rötelnviren
  • insgesamt 2 Impfungen nötig um eine Grundimmunisierung zu erzielen
  • 1. Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat
  • 2. Impfung frühestens 4 Wochen nach der ersten (soll bis zum Ende des 2. Lebensjahres erfolgen)
  • Kombinationsimpfung möglich (MMR oder MMRV)
  • Verabreichung: i.m. (M. deltoideus oder bei kleineren Kindern M. vastus lateralis am Oberschenkel anterolateral), bei Gerinnungsstörungen subkutane Gabe möglich, intravasale Gabe muss vermieden werden!

Komplikationen

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Bei der Impfung gegen Röteln mit dem MMR(V)-Impfstoff können folgende Komplikationen vorkommen:

  • unspezifische Symptome mit leichtem Verlauf
  • Impfreaktion an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung)
  • Temperaturerhöhung
  • Kopfschmerzen
  • Atemwegsbeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Reizungen des Mittelohrs
  • Entwicklung eines Exanthems
  • Arthralgien
  • Myalgien
  • Fieber (in etwa 5-10% der Fälle)
  • Fieberkrämpfe
  • selten Thrombopenie

gelegentlich:

  • Bei bis zu 5% vorübergehend "Impfmasern“ (mäßig Fieber, Atembeschwerden, Hautausschlag; nicht ansteckend)

seltene Einzelfälle: (1:1.000.000)

  • Gehirn-, Hirnhaut-, Knochenmarks- oder Nervenentzündungen mit Lähmungen
  • Vergleich: Häufigkeit der Masern selbst im Verhältnis 1:1000

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zur Impfung gegen Röteln [23]:

  • Mädchen sollten sich spätestens zwischen dem 11. und 16. Lebensjahr gegen Röteln impfen lassen (Gefahr der Infektion in der Schwangerschaft)
  • Kontraindikationen für eine Impfung gegen Röteln: Schwangerschaft (auf Kontrazeption für 3 Monate nach der Impfung achten) 
  • Immundefiziente Personen sollten nicht geimpft werden
  • Kinder mit bekannter Epilepsie sollten geimpft werden
  • Zeitabstand von mindestens 3 Monaten nach Bluttransfusion oder Gabe von Immunglobulinen ist einzuhalten
  • Kombination mit anderen Impfungen möglich nach STIKO
  • Zeitabstand von mindestens 1 Monat zu anderen Lebendimpfungen ist einzuhalten
  • Impfempfehlung auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, insbesondere wenn sie im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von Immundefizienten oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten

Beachte: Neben der Aktivimpfung gegen Röteln gibt es auch eine Passivimpfung:

  • Diese wird nach Exposition gegenüber Röteln durchgeführt, wenn noch keine Immunität vorliegt
  • Wirksamkeit der Maßnahme ist nicht sicher
  • Nach der Passivimpfung ist ein Abstand von etwa 5-6 Monaten bis zur nächsten Lebendimpfung einzuhalten

Literaturquellen

Impfung gegen Röteln

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  1. (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer
  2. (2007) Wacker J, Sillem M, Bastert G, Beckmann MW - Therapiehandbuch Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer
  3. (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  4. (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer
  5. (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  6. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  8. (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  9. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  10. (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  11. (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag
  12. (2009) Groß U - Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie - Thieme
  13. (2009) Illing S, Claßen M - Klinikleitfaden Pädiatrie - Urban & Fischer, Elsevier
  14. (2007) Sitzmann F C - Pädiatrie - Thieme
  15. (2007) Kerbl R, Kurz R, Roos R, Wessel L M - Checkliste Pädiatrie - Thieme
  16. (2010) RKI - Empfehlungen der STIKO - Ständige Impfkomission (STIKO)
  17. (2006) AWMF-Leitlinie - Infektionsprävention unter der Entbindung - Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF
  18. (2006) AWMF-Leitlinie - Nicht-eitrige Infektionen von Gehirn und Rückenmark - Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)
  19. (2008) AWMF-Leitlinie - Ultraschalldiagnostik im Rahmen der Schwangerenvorsorge - Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
  20. (2009) CDC - Rubella - Epidemiology and Prevention of Vaccine - Preventable Diseases
  21. (2003) Robertson S E - Rubella and congenital rubella syndrome: global update, Rev Panam Salud Publica. 2003;14(5):306-15.
  22. (2009) Best, JM - Rubella - Principles and Practices of Clinical Virology
  23. (2009) American Academy of Pediatrics - Rubella - Red Book: 2009 Report of the Committee on Infectious Diseases

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