Impfung gegen Masern

Synonyme: Masernimpfung

Definition

Impfung gegen Masern

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Die Impfung gegen Masern ist eine aktive Impfung, die mit einem Lebendimpfstoff (enthält attenuierte Viren) durchgeführt wird. Sie wird von der STIKO empfohlen und wird meist als Kombinationsimpfstoff verabreicht (MMR oder MMRV).


Ätiologie

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Zur Ätiologie einer Masern-Infektion:

  • RNA-Virus, zur Gruppe der Paramyxoviren gehörend
  • Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt (Küssen)

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Impfung gegen Masern:

  • die 2-malige Impfung am Ende des 1. Lebensjahres wird im Allgemeinen von der STIKO empfohlen
  • in der Bundesrepublik Deutschland keine Impfpflicht
  • Die Morbidität von Masern ist wegen unzureichender Durchimpfung noch sehr hoch
  • die Durchimpfungsquote zum Zeitpunkt des Schuleintritts lag im Jahr 2006 in Deutschland bei 94% für die erste und bei 77% für die zweite Impfdosis

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Impfung gegen Masern sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Ist das Kind derzeit gesund?
  • Besteht Fieber?
  • Aktueller Impfpass vorhanden?
  • Sind bereits Impfungen gegen Masern erfolgt?
  • Wann ist die letzte Lebendimpfung durchgeführt worden?
  • Vorerkrankungen? Immundefekte? Abwehrschwäche?
  • Allergien? Gegen Hühnereiweiß? Gegen Neomycin oder Kanamycin?
  • Wie wurden bisherige Impfungen vertragen?
  • Besteht eine Schwangerschaft?

Diagnostik

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Zur Diagnostik bei einer Impfung gegen Masern sind keine Informationen vorhanden, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Klinik

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Zur Impfung gegen Masern ist keine klinische Symptomatik bekannt, da es sich um eine präventive Maßnahme handelt.


Therapie

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Die Impfung gegen Masern verläuft nach folgendem Schema:

  • Lebendimpfstoff, aus lebenden, abgeschwächten Masernviren
  • insgesamt 2 Impfungen nötig um eine Grundimmunisierung zu erzielen
  • 1. Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat
  • 2. Impfung frühestens 4 Wochen nach der ersten (soll bis zum Ende des 2. Lebensjahres erfolgen)
  • Kombinationsimpfung möglich (MMR oder MMRV)
  • Verabreichung: i.m. (M. deltoideus oder bei kleineren Kindern M. vastus lateralis am Oberschenkel anterolateral), bei Gerinnungsstörungen subkutane Gabe möglich, intravasale Gabe muss vermieden werden!

Komplikationen

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Bei der Impfung gegen Masern kommen folgende Nebenwirkungen vor:

  • unspezifische Symptome mit leichtem Verlauf
  • Impfreaktion an der Injektionsstelle (Rötung, Schwellung)
  • Temperaturerhöhung
  • Kopfschmerzen
  • Atemwegsbeschwerden
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Reizungen des Mittelohrs
  • Entwicklung eines Exanthems
  • Arthralgien
  • Myalgien
  • Fieber (in etwa 5-10% der Fälle)
  • Fieberkrämpfe
  • selten Thrombopenie

gelegentlich:

  • Bei bis zu 5% vorübergehend "Impfmasern“ (mäßig Fieber, Atembeschwerden, Hautausschlag; nicht ansteckend)

seltene Einzelfälle: (1:1.000.000)

  • Gehirn-, Hirnhaut-, Knochenmarks- oder Nervenentzündungen mit Lähmungen
  • Vergleich: Häufigkeit der Masern selbst im Verhältnis 1:1000

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise zur Impfung gegen Masern:

  • Kontraindikationen für eine Impfung gegen Masern: Schwangerschaft (auf Kontrazeption für 3 Monate nach der Impfung achten) 
  • Immundefiziente Personen sollten nicht geimpft werden
  • Kinder mit bekannter Epilepsie sollten geimpft werden
  • Zeitabstand von mindestens 3 Monaten nach Bluttransfusion oder Gabe von Immunglobulinen ist einzuhalten
  • Kombination mit anderen Impfungen möglich nach STIKO
  • Zeitabstand von mindestens 1 Monat zu anderen Lebendimpfungen ist einzuhalten
  • Impfempfehlung auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, insbesondere wenn sie im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von Immundefizienten oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten

Beachte: Neben der Aktivimpfung gegen Masern gibt es auch eine Passivimpfung.

  • Diese wird nach Exposition gegenüber Masernviren durchgeführt
  • Meist kann die Passivimpfung den Ausbruch der Krankheit nicht mehr verhindern
  • Nach der Passivimpfung ist ein Abstand von etwa 5-6 Monaten bis zur nächsten Lebendimpfung einzuhalten
  • innerhalb der ersten 3 Tage nach Exposition kann auch eine Aktivimpfung durchgeführt werden (Erfolg ungewiss)

Die Gesundheitspolitik in Deutschland strebt die Eliminierung der Masern an:

  • Dies kann erreicht werden, wenn eine Impfquote gegen Masern von >95 % erreicht wird
  • Realistisch ist das Erreichen dieses Ziels wenn eine zweimalige Impfung im Kindesalter durchgeführt wird und dadurch hohe Impfquoten entstehen (z.B. in skandinavischen Ländern, den Niederlanden und den USA).

Literaturquellen

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  1. (2009) Groß U - Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie - Thieme
  2. (2009) Illing S, Claßen M - Klinikleitfaden Pädiatrie - Urban & Fischer, Elsevier
  3. (2007) Sitzmann F C - Pädiatrie - Thieme
  4. (2010) RKI - Empfehlungen der STIKO - Ständige Impfkomission (STIKO)
  5. (2006) AWMF-Leitlinie - Infektionsprävention unter der Entbindung - Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF

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