Impfung gegen Influenza

Synonyme: Grippe-Impfung

Definition

Impfung gegen Influenza

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Die Impfung gegen Influenza ist eine aktive Immunisierung gegen Influenza-Viren. Sie bietet Schutz gegen jeweilig aktuellen Epidemiestamm.


Ätiologie

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Erreger: Influenza (A,B,C) - Virus, Typ Orthomyxoviridae

  • segmentiertes RNA - Genom
  • ausgeprägte Antigenvariabilität

Übertragung durch:

  • Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion
  • Mensch zu Mensch, Kontakt mit  kontaminierten Gegenständen, Trinkwasser

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Impfung gegen Influenza sind derzeit keine genauen Daten verfügbar.

  • Inzidenz der Influenza A: 15,4:100.000 (2005)
  • Influenza B und C treten nur ssporadisch auf

Zielgruppen der Impfung (laut Empfehlungen der STIKO):

  • Personen über 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung  z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, multiple Sklerose, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion – sowie Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Impfung gegen Influenza sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • gesund?
  • akute Erkrankung?
  • Schwangerschaft?
  • Allergie? v.a. gegen Hühnereiweiß?
  • angeborener Immundefekt?
  • erworbener Immundefekt? v.a. Einnahme von Immunsuppressiva?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Impfung gegen Influenza reicht die Anamnese aus.


Klinik

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entfällt


Therapie

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Die Impfung gegen Influenza wird nach folgendem Schema durchgeführt:

  • Bisher ungeimpfte Säuglinge und Kinder: ab vollendeten 5.LM im Abstand von 4 - 6 Wochen 2x die Hälfte der Erwachsenendosis
  • Erwachsene 1x Impfung
  • Immunisierung im Herbst durchführen
  • jährliche Auffrischung mit jeweilig aktuellem Stamm
  • Impfung verhindert nicht immer Infektion, sondern die Erkrankung
  • i.m. Impfung

Schutzwirkung:

  • Impfschutz ab 14 Tage nach der Impfung, aber nur für 1 Saison
  • Schutzquote zwischen 0 und 70 Prozent
  • Effektivität ca 90% bei jungen, immunkompetenten Personen
  • Effektivität auf 30 - 40%; z.B. bei Älteren mit Immunschwäche oder Pers. mit schweren Grunderkrankungen; schützt aber vor schwerem Verlauf und Komplikationen

.


Komplikationen

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Bei der Impfung gegen Influenza kommen folgende Nebenwirkungen vor:

  • Impfreaktion an der Injektionsstelle
  • Temperaturerhöhung
  • Magen - Darm - Beschwerden
  • Verminderung der Thrombozyten

vereinzelt:

  • Zusammenhang zwischen Impfung und vorübergehender Beeinträchtigung der Nierenfunktion
  • Erythema exsudativum multiforme
  • Paraesthesien
  • Neuritis
  • Neuralgie
  • Uveitis
  • Krampfanfälle

Zusatzhinweise

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Indikation/Kontraindikation für die Impfung gegen Influenza:

  • nicht bei schwerer Allergie gegen Hühnereiweiß oder Begleitsubstanzen im Impfstoff
  • nicht während akuter, behandlungsbedürftiger Erkrankung

Säuglinge und Kinder:

  • nicht generell empfohlen
  • nur bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung (z.B. chronischer Lungen-, Herzkreislauferkrankung, Leber-, Nierenerkrankung, Diabetes Mellitus, andere Stoffwechselerkrankung, Immundefizienz, HIV)

Schwangerschaft:

  • nicht grundsätzlich angeraten; auch keine Kontraindikation
  • STIKO: nicht dringend indizierte Impfungen, nicht innerhalb des ersten Trimenon
  • Influenzaimpfstoff = Totimpfstoff; d.h. in begründeten Fällen nach erstem Trimenon impfen; keine negativen Auswirkungen für Ungeborenes und Komplikationen für Schwangere zu erwarten

leichter Infekt:

  • keine Kontraindikation

Patient mit chronischen Erkrankungen und Immunsuppression:

  • sollten vor impfpräventablen Erkrankungen geschützt sein
  • Unter Immunsuppression: Lebendimpfstoffe i.d.R. kontraindiziert; Totimpfstoffe können in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt sein
  • Infektionsschutz so früh wie möglich
  • I.d.R. Impfung außerhalb eines Therapiezyklus(Adäquate Reaktion meist 6 Monaten nach Absetzen der Therapie wiederhergestellt) 

Multiple Sklerose:

  • Schübe können durch virale Infektionen ausgelöst werden; Impfung reduziert diese möglicherweise
  • zur Minderung des individuellen Erkrankungsrisikos gerechtfertigt und von STIKO empfohlen

chron. Lungenerkrankungen:

  • STIKO: Indikation der Impfempfehlungen  umfasst auch Asthma bronchiale + chronisch obstruktive Lungenerkrankungen

Literaturquellen

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  1. Groß - Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie - Thieme
  2. (2010) RKI - Impfungen A - Z - Empfehlungen der STIKO www.rki.de- Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am
    Robert Koch-Institut/Stand: Juli 2010
  3. F. Hofmann - Impfen, der aktulle Wegweiser - MensSana
  4. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  5. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  6. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  7. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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