Impfung gegen Hepatitis A

Synonyme: Reiseimpfung, Hepatitis A Impfung

Definition

Impfung gegen Hepatitis A

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Aktive Impfung mit einem Totimpfstoff gegen das Hepatitis A Virus.


Ätiologie

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Zu den Ursachen der Hepatitis A:

Erreger: Hepatitis-A-Virus (HAV, RNA-Virus aus der Familie der Picornaviren)

Übertragungswege:

  • fastauschschließlich fäkal-oral: verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel, rohe Meeresfrüchte
  • sehr seltendurch Blut oder sexuell

Epidemiologie

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Hepatitis A gilt als die häufigste importierte Infektionskrankheit.

Es ist die häufigste akute Virushepatitis

Endemie:

  • Der Durchseuchungsgrad ist vor allem in wärmeren Ländern mit niedrigem Hygienestandard sehr hoch. Die Infektion wird dort meist im Kindesalter erworben und verläuft oligo - oder asymptomatisch.
  • In Europa ist die größte Prävalenz im Mittelmeerraum. Kinder sind weniger betroffen als Erwachsene: <10% der 20-jährigen, ca.40% der 50-jährigen sind anti-HAV-positiv

Epidemie:

  • Letzte große Epidemie in Shanghai, 1987: 300.000 Erkrankte

Sporadisches Auftreten: 

  • Häufig: Reisende in den endemischen Ländern
  • Seltener: Personen, die in Kindertagesstätten, im Gesundheitsdienst, in psychiatrischen Einrichtungen, in Kanalisationen oder Klärwerken arbeiten, Homosexuelle

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Impfung gegen Hepatitis A sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Reiseprophylaxe bei Besuch von Ländern mit hoher Hepatitis A Prävalenz (40-50% der Fälle in Deutschland mit Reiseanamnese) - Länder mit niedrigem Hygienestandart
  • ausserdem:
  1. Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung MMS
  2. Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen, z. B. Hämophile, oder Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung
  3. Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte
  4. Arbeiter im Gesundheitsdienst (inkl. Küche, Labor, technischer und Reinigungs- bzw. Rettungsdienst, psychiatrische und Fürsorgeeinrichtungen, Behindertenwerkstätten,Asylbewerberheime)
  5. Kanalisations- und Klärwerksarbeiter mit Abwasserkontakt
  6. Mitarbeiter (inkl. Küche und Reinigung) in Kindertagesstätten, Kinderheimen u. ä.
  7. Durch chronische Lebererkrankungen besonders Gefährdete Personen

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Impfung gegen Hepatitis A sind relevant:

  • Bestimmung des Impftiters.

Klinik

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entfällt


Therapie

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Die Impfung gegen Hepatitis A wird nach folgendem Schema durchgeführt:

  • AI-OH-Adj.-Impfstoff, Liposomal-Impfstoff
  • Zwei Dosen zum Zeitpunkt 0 und 6 Monate i.m (M.deltoideus)
  • Impfschutz 10 Jahre
  • Personen mit einer chronischen Erkrankung der Leber sollten nach Exposition zu der Impfung ein Immunglobulinpräparat erhalten.

Komplikationen

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Bei der Impfung gegen Hepatitis A kommen folgende Nebenwirkungen vor:

Häufig

  • Rötungen/Schwellungen der Infektionsstelle
  • Magen - Darm - Probleme
  • Kopf - und Gliederschmerzen
  • leichte Temperaturerhöhung

Selten

  • Allergische Hautreaktionen

Sehr selten

  • Erythema Multiforme

In Einzelfällen

Der Vollständigkeit halber, ein kausaler Zusammenhang ist fraglich, ein rein zeitlicher warscheinlich:

  • neurologische Störungen
  • Blutgerinnungsstörungen

Zusatzhinweise

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Zur Impfung gegen Hepatitis A liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • (2009) Herold, G und Mitarbeiter - Innere Medizin
  • (Juli 2009) Epidemologisches Bulletin - Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
  • RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte
  • (2007) Aktualisierte Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI:
    Hinweise für Ärzte zum Aufklärungsbedarf über mögliche
    unerwünschte Wirkungen bei Schutzimpfungen
  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe – Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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