Hyposphagma

Synonyme: Bindehautunterblutung, subkonjunktivale Blutung

Definition

Hyposphagma

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Das Hyposphagma ist eine Bindehautunterblutung, die sich entweder spontan oder als Folge eines Traumas entwickeln kann.


Ätiologie

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Ursachen eines Hyposphagma:

  • verschiedene Formen von Traumata: Kontusionen des Bulbus, Schnittverletzungen, Verletzungen durch Fremdkörper, Frakturen der Orbita oder Schädelbasisbrüche
  • Subarachnoidalblutung
  • Konjunktivitiden (Picornaviren, Adenoviren, Pneumokokken, Hämophilus)
  • lokale vaskuläre Anomalien (Teleangiektasien)
  • plötzliche venöse Stauung im Kopfbereich (Husten oder Niesen, Trompete spielen, Erbrechen, Bücken, Anwenden der Bauchpresse)
  • erhöhte Fragilität der Gefäße (Arteriosklerose, hohes Alter, Hypertonus, Nephritis, Diabetes mellitus)
  • erhöhte Blutungsneigung
  • Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten (Acetylsalicylsäure, Cumarinderivate u.a.)
  • akut fiebrige Infekte (Petechien und Hyperämie, z.B. bei Malaria, Scharlach, Masern, Windpocken, Influenza)

Epidemiologie

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Ein Hyposphagma kann in jedem Alter auftreten.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei einem Verdacht auf ein Hyposphagma sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • seit wann besteht die Rötung?
  • früher schon einmal gehabt?
  • Trauma erinnerlich?
  • Juckreiz?
  • Fremdkörpergefühl?
  • Bluthochdruck bekannt?
  • großen körperlichen Anstrengungen ausgesetzt gewesen? Blasinstrument (z.B. Trompete) gespielt?
  • Sehschärfe herabgesetzt?
  • ähnliche Fälle in der Umgebung?
  • rheumatische Grunderkrankung bekannt?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung von Hyposphagma sind relevant:

  • gründliche Anamnese
  • Inspektion und Untersuchung an der Spaltlampe
  • evtl. Konjunktiva verschieben (siehe Zusatzhinweise)
  • Augeninnendruck überprüfen
  • ggf. Abstriche machen
  • bei Rezidiven Blutdruck und Gerinnungsstatus überprüfen

Klinik

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Das Hyposphagma kann eins oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • flache, nicht erhabene Rötung
  • flächenhafte Ausdehnung
  • keine Entzündungszeichen
  • evtl. Tendenz zum Limbus wandernd
  • Resorption innerhalb von 7-14 Tagen

Oftmals sind Patienten mit einem Hyposphagma nicht symptomatisch.


Therapie

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Symptomatische Therapie bei einmaliger, spontaner Blutung:

  • in der Regel ist dann keine medikamentöse Therapie nötig
  • evtl. feuchte Umschläge u. Heparin AT / AS, 3-6-mal tgl.
  • Anstrengungen (Trompete spielen, Bauchpresse) vermeiden

Medikamentöse Behandlung wenn es eine andere Erkrankung als Ursache für das Hyposphagma gibt:

  • Antihypertensiva bei arteriellem Hypertonus
  • Antiobiotika-Therapie bei bakterieller Konjunktivitis, z.B. als Augentropfen
  • evtl. Antikoagulation / Lysetherapie bei intrakraniellen Thromben
  • bei fieberhaftem Infekt antipyretische Medikamente, z.B. Paracetamol
  • medikamentöse Einstellung der Grunderkrankung optimieren, auch sind ggf. einzunehmende blutverdünnende Medikamente evtl. neu einzustellen

Komplikationen

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Zu den Komplikationen eines Hyposphagma liegen derzeit keine Daten vor. In der Regel handelt es sich bei einem Hyposphagma jedoch um einen harmlosen Befund.


Zusatzhinweise

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Folgende Zusatzhinweise zum Hyposphagma müssen beachtet werden:

  • Sicherstellung, dass Sklera unverletzt ist!
  • durch Sondierung u. Verschieben d. Konjunktiva auf ihrer Unterlage nach Tropfanästhesie
  • somit Ausschluss einer gedeckten Skleraperforation (diese müsste nämlich chirurgisch versorgt werden!)

Bei Rezidiven weitergehende Diagnostik einleiten!


Literaturquellen

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  1. (2005) Burk A, Burk R, Checkliste Augenheilkunde - Thieme
  2. (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer
  3. (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
  4. (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
  5. (2008) Lang, G K - Augenheilkunde - Thieme
  6. (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
  7. (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
  8. (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer

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