Hyperventilationssyndrom

Synonyme: nervöses Atmungssyndrom, Atmungstetanie, Zwerchfellneurose

Definition

Hyperventilationssyndrom

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Das Hyperventilationssyndrom tritt bei starker Erregung mit Angstzuständen auf sowie in in psychischen Belastungssituationen. Durch die gesteigerte Atmung kommt es zur gesteigerten CO2-Abatmung und zur respiratorischen Alkalose.


Ätiologie

Hyperventilationssyndrom

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Die Ursachen des Hyperventilationssyndroms sind:

Meistens psychogen:

  • Angst
  • Aufregung
  • Panik
  • Stress
  • Aggression
  • Depression

Somatogen:

  • Hypoxie
  • Lungenerkrankungen
  • metabol. Azidose
  • hohes Fieber
  • Kalziummangel
  • Magnesiummangel
  • hepatisches Koma
  • Intoxikation mit Salicylaten
  • SHT
  • Enzephalits

Mechanismus des Hyperventilationssyndroms:

  • gesteigerte Atmung
  • gesteigerte CO2 Abatmung
  • respiratorische Alkalose
  • Abnahme ionisiertes K+
  • erhöhte Krampfbereitschaft (ggf Tetanie mit Pfötchenstellung)
  • Angstverstärkung
  • weitere somatische Symptome

Epidemiologie

Hyperventilationssyndrom

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  • Das Hyperventilationssyndrom betrifft vermehrt  junge Frauen
  • meist 2. - 3. Lebensjahrzehnt
  • 5 - 10% der Erwachsenen

Differentialdiagnosen

Hyperventilationssyndrom

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Anamnese

Hyperventilationssyndrom

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Beim Hyperventilationssyndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Symptomatik? wann uafgetreten? was getan?
  • Stresssituation?
  • Angina pectoris?
  • Grunderkrankungen?
  • psychische Vorerkrankungen?
  • Medikamente?

Diagnostik

Hyperventilationssyndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Hyperventilationssyndroms sind relevant:

  • körperliche Untersuchung
  • Blutdruck
  • Puls
  • BGA (respiratorische Alkalose: pCO+ Bicarbonat erniedrigt, pH erhöht; bei chronischer Hyperventilation metabolisch kompensierte Alkalose; bei akuter Hyperventilation nicht kompensierte Alkalose)

Klinik

Hyperventilationssyndrom

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Das Hyperventilationssyndrom kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  1. akuter Hyperventilationsanfall: Hyperventilation + Symptome einer normokalzämischen Tetanie (Parästhesien, Pfötchenstellung)
  2. chronische Hyperventilation:
  • neuromuskuläre Symptome: Parästhesien, Hypästhesien der Akren, Zittern
  • zerebrale Symptome: müde, vergesslich, benommen, Seh-/Konzentrationsstörungen, Kopfschmwerzen, Schwindel (kein Dreh-/Schwankschwindel)
  • vegetative Symptome: Schwitzen, kalte Füße + Hände, häufiger Harndrang
  • funktionelle Herzbeschwerden
  • respiratorische Symptome: Seufzen, Gähnen, Hüsteln, unregelmäßige Atmung, Luftnot
  • psychische Symptome: nervös, aufgeregt, Angst, Weinen, depressiv, Schlafstörungen
  • gastrointestinale Symptome: Luftschucken, Meteorismus, Flatulenz

Therapie

Hyperventilationssyndrom

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Hyperventilationssyndrom umfassen:

  • beruhigen
  • Pat. soll langsam atmen
  • O2 - Zufuhr
  • ggf Rückatmung in eine Tüte (erklären)
  • manuelle, beidhändige Kompression der unteren Thoraxapertur über 2 - 3min
  • Atemschulung, autogenes Training, Yoga..
  • ggf Sedierung
  • ggf psychotherapeutische Behandlung

Komplikationen

Hyperventilationssyndrom

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Zu den Komplikationen des Hyperventilationssyndroms liegen momentan keine Daten vor.


Zusatzhinweise

Hyperventilationssyndrom

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  • Beim Hyperventilationssyndrom liegt keine Zyanose vor!

Literaturquellen

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  • C. Müller, Ch. Löll, H. Bechtold - Klinikleitfaden für alle Stationen - Urban & Fischer
  • Classen, Diehl, Kochsiek - Inner Medizin - Urban & Fischer
  • Roche - Lexikon Medizin - Urban & Fischer
  • Hanns-Wolf Baenkler - Innere Medizin - Thieme
  • Gerd Herold - Innere Medizin

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