Hypertone Dehydratation

Synonyme: Hypertoner Flüssigkeitsverlust

Definition

Hypertone Dehydratation

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  • extrazellulärer Wasserverlust ist größer als der von Salz
  • somit verhältnismäßiger Überschuss an Salz im Extrazellulärraum und folglich Flüssigkeitsausstrom aus den Zellen

Eine Hypertone Dehydratation liegt vor bei

  • Na+ im Serum↑ > 145 mval/l
  • Hyperosmolalität im Plasma > 300 mosmol/kg H2O
  • Mangel an freiem H2O

Ätiologie

Hypertone Dehydratation

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Die Ursachen der hypertonen Dehydratation sind:

  • verminderte Aufnahme von Flüssigkeit
  • erhöhte Wasserausscheidung (durch Schwitzen, Hyperventilation, über die Niere und den GIT u.a.)
  • Verlust an Blut- oder Plasma (Trauma, Verbrennung)
  • verstärkte Gabe von osmotisch wirkenden Substanzen (iatrogen)

Epidemiologie

Hypertone Dehydratation

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Zur Epidemiologie der hypertonen Dehydratation sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

Hypertone Dehydratation

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Anamnese

Hypertone Dehydratation

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Bei der hypertonen Dehydratation sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Durchfall oder Erbrechen aufgetreten?
  • Übermäßiges Schwitzen in letzter Zeit?
  • Genug Flüssigkeit aufgenommen?
  • Besteht Diabetes mellitus?
  • Besteht Diabetes insipidus?

Diagnostik

Hypertone Dehydratation

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Zur diagnostischen Abklärung der hypertonen Dehydratation sind relevant:

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung (stehende Hautfalte)
  • Labor (Hkt↑, Hb↑, Serumeiweiß↑; Natrium und Osmolalität im Serum↑; Osmolalität im Urin↑ bei physiologischer renaler Funktion / ↓ bei Diabetes insipidus)

Klinik

Hypertone Dehydratation

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Die hypertone Dehydratation kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • übermäßiger Durst
  • Hautturgor↓; trockene (Schleim-)Häute
  • Fieber
  • Somnolenz
  • Oligurie

Therapie

Hypertone Dehydratation

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei hypertoner Dehydratation umfassen:

  1. Grunderkrankung therapieren
  2. Gewicht und Flüssigkeitsbilanz überwachen
  3. allmählige Substitution von reichlich Flüssigkeit (nicht osmotisch - 5% Glukoselösung und 30% isotonischer Anteil) Natrium-Korrektur

Komplikationen

Hypertone Dehydratation

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  • Cave: Die therapeutische Flussigkeitssubstitution bei hypertoner Dehydratation muss sehr langsam (über Tage) erfolgen sonst → Liquordruck ↑; Hirnödem und zentrale Lyse des pontinen Myelins möglich

Zusatzhinweise

Hypertone Dehydratation

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  • Sonderform: Hypertone Dehydratation bei Entgleisung bei Diabetes mellitus → anstatt erhöhter verältnismäßiger Natriummenge, Überschuss an Glukose im Serum

Literaturquellen

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  1. Gerd Herold und Mitarbeiter (2009) - HEROLD 2009 Innere Medizin - Eigenverlag, Köln
  2. H.Renz-Polster, S.Krautzig, J.Braun (2004) - Basislehrbuch Innere Medizin - Uraban&Fischer-Verlag, München
  3. J.-M.Hahn (1997) - Checkliste Innere Medizin - Thieme Verlag, Stuttgart
  4. Jochen Schulte am Esch, Hanswerner Bause, Eberhard Kochs, Jens Scholz, Thomas Standl, Christian Werner - Duale Reihe Anästhesie (2007) -Thieme Verlag, Stuttgart
  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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