Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

Synonyme: Prolaktinom

Definition

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung ist ein Zustand bei dem der Prolaktinwert > 30ng/ml ist und zudem ein Prolaktinom nachgewiesen werden kann. [1]


Ätiologie

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Ätiologie der Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung:

  • Durch  übermäßige Prolaktinausschüttung des Prolaktinoms kommt es zur Aufhebung der pulsatilen LH Ausschüttung.
  • Dies führt zu einer Störung in der Eizellreifung und einem Corpus Luteum Insuffizienz.
  • In ausgeprägteren Stadien kommt es zu anovulatorischen Zyklen und gar zur Amenorrhö.

Epidemiologie

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Es liegen keine genauen Daten zur Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung vor.[3]

  • Postoperative Studien: Prolaktinome machen 25-30% aller pituitären Adenome aus.
  • 90% der Frauen präsentieren sich mit Mikroprolaktinom

Differentialdiagnosen

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Anamnese

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Symptomatische Charakteristika der Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung: [1]

  • Aussetzende Regelblutung?
  • Unfruchbarkeit? 
  • Kopfschmerzen?
  • Vermehrte Behaarung?
  • Muttermilch Sekretion aus der Brustwarze?
  • verminderte Flüssigkeitsekretion der Vagina?
  • schmerzhafter Geschlechtsverkehr?
  • häufige Knochenbrüche (→ Osteoporose) [2]




Diagnostik

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Folgende diagnostische Verfahren sollten beim Hyperprolaktinom mit Tumorbildung angewandt werden:

Anamnese:

  • endokrinologisch orientierte Untersuchung
  • Ganzkörperanamnese mit Fokus auf die visuellen Funktionen

Labor: [4]

  • basale LH, FSH, Östrogen, Prolaktinkonzentration
  • GnRH-Werte
  • TSH-Konzentration

Bildgebende Verfahren:

  • MRT (Prolaktinome >3-5mm können detektiert werden)

Klinik

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Klinische Charakteristika der Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung:

Klinik der Hyperprolaktinämie: [10]

  • Galaktorrhoe: auf Druck bei einem Patienten mit einem Prolaktinom

  • sekundärer Hypogonadismus: Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, anovulatorische Zyklen, Unfruchtbarkeit
  • chronische Störungen: Osteoporose, Atrophie des Vaginalepithels
  • endokrines Psychosyndrom: Depression, Ängstlichkeit
  • ev. lokale, durch Tumorausdehnung bedingte Symptome: Kopfschmerzen, Gesichtsfeldausfälle, Hirnnervenkompression

Prolaktinom:

  • Man unterscheidet Markroprolatinom(>1cm) und Mikroprolaktinom(<10mm)
  • Die Größe des Prolaktinoms korreliert mit der Prolaktin-Konzentration im Blut.

Therapie

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Therapiemöglichkeiten bei der Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung:

Pharmazeutische Therapie:

  • Bromocriptin (2.5-7.5 mg/Tag PO)[5]
  • Reduziert Tumorgröße und vermindert in 80-95% der Fälle die Prolaktin-Konzentration. [6]

Radiotherapie:

  • Wird nur selten genutzt aufgrund der therapeutischen Nebenwirkungen [7]

Chirurgischer Eingriff:

  • Transsphenoidale selektive Adenomektomie [8]
  • Patienten mit Mikroadenomen hatten in 70-75% der Fälle normalisierte Prolaktin Werte postoperativ.

Komplikationen

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Folgende Komplikationen treten bei der Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung auf: [9]

  • Rekurrenz des Prolaktinoms (Rate liegt bei 17%)
  • operative Komplikation: Tod (in 0.3%)

Zusatzhinweise

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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Es liegen keine Zusatzinformationen zur Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung vor.


Literaturquellen

Hyperprolaktinämie mit Tumorbildung

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  1. Schlechte JA. Clinical practice. Prolactinoma. N Engl J Med. Nov 20 2003;349(21):2035-41.
  2. Zadrozna-Sliwka B, Bolanowski M, Jawiarczyk A, et al. The role of cyclase activating (CAP) and cyclase inhibiting (CIP) parathormone fractions in the assessment of bone metabolism disturbances in women with hyperprolactinemia of various origin. Neuro Endocrinol Lett. Feb 2008;29(1):178-84
  3. Fernandez A, Karavitaki N, Wass JA. Prevalence of pituitary adenomas: a community-based, cross-sectional study in Banbury (Oxfordshire, UK). Clin Endocrinol (Oxf). Jul 24 2009
  4. Frantz AG. Endocrine diagnosis of prolactin-secreting pituitary tumors. In: Black PM, Zervas NT, Ridgway EC, et al, eds. Secretory Tumors of the Pituitary Gland. New York, NY: Raven Press; 1984:45-53.
  5. Rivera JL, Lal S, Ettigi P, et al. Effect of acute and chronic neuroleptic therapy on serum prolactin levels in men and women of different age groups. Clin Endocrinol (Oxf). May 1976;5(3):273-82.
  6. Webster J, Piscitelli G, Polli A, et al. A comparison of cabergoline and bromocriptine in the treatment of hyperprolactinemic amenorrhea. Cabergoline Comparative Study Group. N Engl J Med. Oct 6 1994;331(14):904-9
  7. Swords F, Monson J, Besser GM, et al. Gamma knife radiosurgery: a safe and effective salvage treatment for pituitary tumors not controlled despite conventional radiotherapy. Eur J Endocrinol. Sep 22 2009
  8. Kreutzer J, Buslei R, Wallaschofski H, et al. Operative treatment of prolactinomas: indications and results in a current consecutive series of 212 patients. Eur J Endocrinol. Jan 2008;158(1):11-8.
  9. Tyrrell JB, Lamborn KR, Hannegan LT, et al. Transsphenoidal microsurgical therapy of prolactinomas: initial outcomes and long-term results. Neurosurgery. Feb 1999;44(2):254-61; discussion 261-3
  10. Schlechte JA. Clinical practice. Prolactinoma. N Engl J Med. Nov 20 2003;349(21):2035-41.

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