Hydrocephalus occlusus

Synonyme: Verschlusshydrocephalus, Verschlusshydrozephalus

Definition

Hydrocephalus occlusus

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Der Hydrocephalus occlusus ist eine progressive Erweiterung der liquorhaltigen Räume des Gehirns durch Blockade des Liquorabflusses.


Ätiologie

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Die Ursachen des Hydrocephalus occlusus sind:

  • kongenital: Arnold-Chiari-Malformation, Dandy-Walker-Syndrom, basiläre Impression, Atlasassimilation, Klippel-Feil-Syndrom, Zysten, Dysraphien
  • postentzündlich: Z.n. Enzephalitis, Meningitis
  • Hirntumoren/Metastasen/Meningeosis carcinomatosa
  • intrakranielle Blutungen mit raumfordernder Wirkung
  • Ventrikelblutung
  • posttraumatisch

Epidemiologie

Hydrocephalus occlusus

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Genaue epidemiologische Daten zum Hydrocephalus occlusus sind zur Zeit nicht verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Hydrocephalus occlusus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Hirndruckzeichen (Kopfschmerz, Übelkeit)?
  • vorausgegangenes Trauma/Blutung/Meningitis?
  • psychische Veränderungen (Fremdanamnese)?
  • Gangstörung?
  • Inkontinenz?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Hydrocephalus occlusus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: Funduskopie (Stauungspapille), Perimetrie (vergrößerter blinder Fleck), bei Kindern Kopfumfang messen
  • cCT/ evtl. Ventrikulographie
  • cMRT: periventrikuläre Druckkappen
  • Sonographie der Hirnventrikel bei noch nicht geschlossenen Schädelnähten
  • keine Liquorpunktion bei V.a. erhöhten Hirndruck

Klinik

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Der Hydrocephalus occlusus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Hirndruckzeichen (Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz, Vigilanzminderung, Singultus)
  • Säuglinge und Kleinkinder (bis 4. Lj.): klaffende Schädelnähte, Zunahme des Kopfumfangs, Sonnenuntergangszeichen (Pupillen verschwinden unter Unterlid), Nystagmus, geistige und motorische Retardierung
  • Spätere Trias: Gangstörung, Blasenentleerungsstörung, Demenz
  • Endstadium: akinetischer Mutismus bis Koma, Einklemmungsphänomene (Strecksynergismen, Atemstillstand)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Hydrocephalus occlusus umfassen folgendes:

  • liquorableitendes System: (mit Ballonpumpe)
  1. ventrikulo-atrialer Shunt
  2. ventrikulo-peritonealer Shunt
  3. Ventrikulozisternostomie n. Torkildsen
  • postoperativ: antikonvulsive Prophylaxe, regelmäßige Funktionskontrolle

Komplikationen

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Beim Hydrocephalus occlusus kommen folgende Komplikationen vor:

  • obere/untere Einklemmung mit Atemstillstand und Tod
  • Shunts: Shuntinsuffizienz, Shuninfektion, symptomatische Epilepsie, Subduralhämatom

Zusatzhinweise

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Zum Hydrocephalus occlusus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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