Hydrocephalus malresorptivus

Synonyme: Hydrozephalus malresorptivus

Definition

Hydrocephalus malresorptivus

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Der Hydrocaphalus malresorptivus ist eine Vergrößerung der Liquorräume auf Kosten der Hirnsubstanz.

Störung der Resorption des Liquors in den Pacchioni Granulationen des Subarachnoidalraumes über den Hemisphären.


Ätiologie

Hydrocephalus malresorptivus

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Die Ursachen des Hydrocaphalus malresorptivus sind:

  • Liquor wird zum größten Teil über den Großhirnhemisphären in den Pacchioni Granulationen resorbiert
  • eine Verminderung der Resorptionsrate des Liquors nach Subarachnoidal- oder Ventrikelblutung, Meningitis und Meningoenzephalitis oder bei einer Meningeosis carcinomatosa führt zum Hydrocephalus durch Ungleichgewicht von Liquorproduktion (normal) und Liquorresorption ( vermindert)

Epidemiologie

Hydrocephalus malresorptivus

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Genaue epidemiologische Daten zum Hydrocaphalus malresorptivus sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen

Differentialdiagnosen

Hydrocephalus malresorptivus

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Anamnese

Hydrocephalus malresorptivus

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Beim Hydrocaphalus malresorptivus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • holozephale Kopfschmerzen?
  • Vergesslichlkeit?
  • Änderung des Gangbildes?
  • zurückliegende Erkranung oder Trauma?

Diagnostik

Hydrocephalus malresorptivus

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Zur diagnostischen Abklärung des Hydrocaphalus malresorptivus sind relevant:

  • CT: deutliche Erweiterung der inneren Liquorräume bei nicht mehr abgrenzbaren äußeren Liquorräumen
  • dritte Ventrikel ist oft balloniert
  • die Seitenventrikel deutlich dilatiert
  • periventrikulär finden sich leichte hypodensitäten des Marklagers

Klinik

Hydrocephalus malresorptivus

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Der Hydrocaphalus malresorptivus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Gangstörungen
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Vergesslichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Inkontinenz

Therapie

Hydrocephalus malresorptivus

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Hydrocaphalus malresorptivus umfassen folgendes:

Ventrikulo-peritoneale Shuntanlage 
 

  • während bis in die siebziger Jahre des 20.Jahrhunderts Ableitungen vom Ventrikel in die rechte Herzkammer bevorzugt wurden, sind heute Ableitungen in den Bauchraum erste Wahl
  • das System besteht aus einem dünnen Schlauch und einem Ventil, das bei einem bestimmten Druck den Abfluß von Liquor ermöglicht
  • die Anlage erfolgt unter Vollnarkose
  • hierbei wird ein Ende des Schlauches in den Ventrikel plaziert, das ableitende System unter der Haut verlegt und in die Bauchhöhle versenkt
  • der Shunt muß in der Regel lebenslang belassen werden
  • der operative Eingriff wird im Allgemeinen gut von den Patienten vertragen, wenngleich Infektionen des Shuntsystems spätere Fehlfunktion des Ventils bedingen können, die eine erneute Operation erforderlich machen

Endoskopische Ventrikulozisternostomie 
  

  • hier wird das Ventrikelsystem mit dem Subarachnoidalraum durch eine Fensterung des Bodens des 3.Ventrikels verbunden
  • damit kann der Liquor von seinen Bildungsstätten (dem Ventrikelsystem) wieder zu den Resorptionsstätten (dem Subarachnoidalraum) gelangen
  • ist die Liquorzirkulation auf diesem Wege wieder hergestellt, erübrigt sich die Anlage eines Shuntsystems
  • die Vorteile des einmaligen Eingriffes mit einer geringen Infektionsgefahr und der mögliche Verzicht auf die Einlage eines Ventilsystems sollte die endoskopische Ventrikulozisternostomie in der Therapie des Verschlußhydrocephalus als erste Wahl erscheinen lassen
  • die Indikation ist sehr sorgfältig zu prüfen und erfordert eine Kernspintomographie (MRT) des Kopfes

Komplikationen

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Beim Hydrocaphalus malresorptivus kommen folgende Komplikationen vor:

  • Infektionen des Shuntsystems

Zusatzhinweise

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  • bei Kleinkindern und Säuglingen fällt ein Hydrocephalus durch Zunahme des Kopfumfanges, Hervortreten der Fontanellen und einer vermehrten Venenzeichnung an der Kopfhaut auf

Literaturquellen

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  • Poeck,Hacke,Neurologie, Springer Verlag
  • Masuhr,Neumann, Duale Reihe Neurologie, Hippokrates Verlag
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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