Hundespulwurm-Infektion des ZNS

Synonyme: Zerebrale Infektion mit Toxocara canis

Definition

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Infektion mit dem Hundespulwurm Toxocara canis und neurologische Symptomatik durch Ausbildung von Hirnabszessen.


Ätiologie

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Die Ursachen der Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm sind:

  • Toxocara canis (Spulwurm aus dem Stamm der Fadenwürmer)
  • orale Infektion durch Eiaufnahme über die Nahrung oder durch Kontakt mit Hunden/Hundekot beim Spielen
  • Mensch als Fehlwirt → Larven können nicht geschlechtsreif werden

Pathophysiologie:

  • Ausbildung von Granulomen und Abszessen in Hirn und Rückenmark
  • subakuter Verlauf
  • Auftreten klinischer Symptome nur bei massivem Befall durch hunderte Larven, die innerhalb von Monaten zugrunde gehen

Epidemiologie

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Genaue epidemiologische Angaben zur Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm liegen nicht vor.

  • Kinder häufiger betroffen
  • häufiger Infektionsort: Kinderspielplätze, die als "Hundeklo" verwendet werden
  • Rollstuhlfahrer überproportional häufig betroffen: Aufnahme über Hände wird vermutet

Differentialdiagnosen

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Anamnese

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Bei der Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Kopfschmerzen?
  • Nackensteifigkeit?
  • Hemiparese?
  • Fieber?
  • epileptische Anfälle?
  • Verlauf der Symptomatik?
  • Kontakt zu Haustieren?
  • Spielen im Freien/auf Spielplätzen?

Diagnostik

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Zur diagnostischen Abklärung der Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: H.a. fokalneurologisches Defizit, Bewusstseinsniveau, Meningismuszeichen
  • bildgebende Verfahren: cCT und cMRT zum Nachweis von spinalen und Hirnabszessen (randständige KM-Aufnahme)
  • Biopsie und Histologie: zur Sicherung der Diagnose
  • Liquorpunktion: entzündliche Veränderungen, eosinophile Pleozytose, leichte Eiweißvermehrung
  • EEG: evtl. fokale epilepsietypische Potentiale
  • Labor: Eosinophilie, Entzündungszeichen (Leukozytose, CRP, BSG), Serologie

Klinik

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Die Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • insgesamt subakuter Verlauf
  • Entwicklung von Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit
  • Bewusstseinstrübung
  • zerebrale Herdsymptome
  • psychische Verlangsamung
  • epileptische Anfälle
  • periphere Ausfälle: Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, (pseudo-)radikuläre Schmerzen bei spinalen Abszessen
  • Sehstörungen durch Augenbefall
  • Symptome durch Befall der Lunge, Leber und der Muskeln

Therapie

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm umfassen folgendes:

  • Albendazol 10 mg/Tag
  • Alternativ: Mebendazol, Thiabendazol (25 mg/ kg KG pro Tag über 1–2 Wochen)
  • regelmäßige Entwurmung von Haustieren

Komplikationen

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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Bei der Enzündung des Nervensystems durch den Hundespulwurm kommen folgende Komplikationen vor:

  • bleibende Defizite durch Defektheilung

Zusatzhinweise

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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  • beste Prophylaxe durch Vermeidung der Kontamination von Spielplätzen/Sandkästen
  • da schwer durchführbar: Sand in Sandkästen regelmäßig austauschen

Literaturquellen

Hundespulwurm-Infektion des ZNS

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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