Hüftluxation

Definition

Hüftluxation

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Als Hüftluxation bezeichnet man eine Dezentrierung des Hüftkopfes aus der Hüftgelenkspfanne im Unterschied zur Hüftdysplasie, einer Störung der Verknöcherung des Pfannenerkers


Ätiologie

Hüftluxation

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Ursachen einer Hüftluxation sind:

  • Dysplasie (2-4%) führt zur Luxation (0,4-0,7%)

Endogene Disposition

  • familiäre Häufung
  • hormonelle Verminderung der Elastizität der Gelenkkapsel

Exogene Belastung

  • Kapselüberdehnung bei Steißlage

Konsekutive Wirkung

  • Verzögerung der Verknöcherung des Pfannenerkers
  • Luxation aufgrund mangelnder Umschalung des Hüftkopfes

Epidemiologie

Hüftluxation

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Es liegen zur Zeit keine epidemiologischen Daten zur Hüftluxation vor.


Differentialdiagnosen

Hüftluxation

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

Hüftluxation

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Wichtige zu erhebende Informationen der Hüftluxation sind:

  • Ortolani-Zeichen: Dorsalschub und Außenrotation gehen bei Abduktion mit einem Schnappen einher
  • Barlow-Zeichen: vollständie Luxation
  • Abduktionsbehinderung in den ersten Lebenswochen
  • Asymmetrie der Glutealfalten bei einseitger Luxation
  • Trendelenburg-Zeichen: Hüfthinken = Watschelnder Gang

Diagnostik

Hüftluxation

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Zur diagnostischen Abklärung der Hüftluxation sind relevant:

  • Ortolani-Test
  • Sonografie der Säuglingshüfte
  • alpha-Winkel = Winkel zwischen Lot und der Geraden zwischen Y-Fuge und lateralem Rand des Os ilium
  • beta-Winkel = Winkel zwischem Lot und der Geraden zwischen Labrum und lateralem Rand des Os ilium
  • Sobald beta >= alpha beginnt die therapeutische Intervention (bei betan > 55 Grad nach dem 3. Lebensmonat)
  • Röntgendiagnostik ab dem 3. Lebensmonat

Klinik

Hüftluxation

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Bei der Hüftluxation liegt eine Dezentrierung des Hüftkopfes aus der Hüftgelenkspfanne vor; im Unterschied zur Hüftdysplasie, einer Störung der Verknöcherung des Pfannenerkers


Therapie

Hüftluxation

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Die therapeutischen Maßnahmen der Hüftluxation umfassen:

  • Beta > 55 nach dem 3. Lebensmonat: Abspreizbehandlung
  • Beta > 77 : sichere Fixation
  • Beta > 77 mit Verdrängung und evtl. mit Strukturstörung des Erkers: Reposition/Fixation
  • Beta nicht messbar und kaudale Verdrängung des Erkers: Reposition/Fixation

Physiotherapie auf neurophysiologischer Basis nach Vojta

für 1-2 Wochen zur Minderung des erhöhten Adduktorentonus zur Vorbereitung auf eine schonende Reposition

Offene Reposition

  • selten bei normaler Hüftgelenksluxation
  • oft bei neuromuskulärer Hüftgelenksluxation
  • danach Beckenbeingips

Behandlung der Pfannendysplasie

konservativ

  • Spreizhose
  • Bandage
  • Beckenbeingips

operativ

  • Beckenosteotomie nach Salter
  • Pfannendachplastik
  • Triple-Osteotomie
  • Beckenosteotomie nach Chiari
  • Femurosteotomie

Komplikationen

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Es liegen zur Zeit keine Informationen über Komplikationen der Hüftluxation vor.


Zusatzhinweise

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Es liegen zur Zeit keine zusätzlichen Informationen der Hüftluxation vor.


Literaturquellen

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  • (2009) Niethard F, Pfeil J - Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2010) Wülker Nikolaus - Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2005) Rössler H, Rüther Wolfgang - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (1998) Krämer J, Grifka J, Hedtmann A, Krämer R - Orthopädie - Springer
  • (1996) Zippel H - Orthopädie systematisch - Uni Med. Verlag AG
  • (1989) Weber U., Zilch H - Orthopädie mit Repetitorium - Gruyter

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