Hohlfuss

Synonyme: pes excavatus, pes cavus

Definition

Hohlfuss

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Bei einem Hohlfuß besteht ein zu hohes Längsgewölbe des Fußes.

Man unterscheidet hierbei Ballenhohlfuß von einem Hackenhohlfuß.


Ätiologie

Hohlfuss

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Die Ursache des Hohlfußes ist ein gestörtes Gleichgewicht von Fuß- und Unterschenkelmuskulatur:

  • idiopathisch mit familiärer Häufung
  • neurologisch bedingt (Myelodysplasie bzw. Spina bifida, Lähmung, Rückenmarks-Tumor)

Epidemiologie

Hohlfuss

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Epidemiologische Daten zum Hohlfuß:

  • Genaue epidemiologische Daten zum Hohlfuß sind nicht vorhanden
  • Ballenhohlfuß häufiger als Hackenhohlfuß
  • Letzterer beruht auf Schwäche bzw. Ausfall der Wadenmuskulatur, z.B. bei Polio-Restlähmung

Differentialdiagnosen

Hohlfuss

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Anamnese

Hohlfuss

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Zu erhebende Informationen bei einem Hohlfuß sind:

  • Problematik in Familie bekannt?
  • Neurologische Ursache möglich? (Spina bifida, Friedreich-Ataxie, Rückenmarks-Tumoren etc.)
  • Z. n. Poliomyelitis? (Ausfall der Wadenmuskulatur im Zuge einer Polio-Restlähmung)
  • Rückfußvarusstellung?
  • Supinationsverletzungen im oberen Sprunggelenk?
  • Krallenzehen?
  • Schwielen?

Diagnostik

Hohlfuss

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Zur diagnostischen Abklärung eines Hohlfußes sind relevant:

Röntgenbild

  • Ballenhohlfuß: übermäßig steiles Os metatarsale I
  • Hackenhohlfuß: übermäßig steiles Fersenbein
  • Os metatarsale I u. V kreuzen sich im seitlichen Strahlengang

Klinik

Hohlfuss

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Zur Symptomatik eines Hohlfußes gehören:

  • das Fußlängsgewölbe ist verstärkt (Ballenhohlfuß)
  • das Os metartarsale I weist hierbei steil nach unten
  • durch die Steilstellung der Metatarsalia kommt es zur unphysiologischen Belastung der Mittelfußköpfchen
  • sie sind druckschmerzhaft und vermehrt beschwielt
  • durch die Überkreuzung der Matatarsalia besteht eine Rückfußvarusstellung
  • dementsprechend werden Supinationsverletzungen im oberen Sprunggelenk begünstigt
  • es entwickeln sich oftmals ausgeprägte Krallenzehen
  • durch den hohen Rist ist die Konfektionsschuhversorgung erheblich erschwert

Möglicherweise übergeordnete neurologische Ursache muss abgeklärt werden!


Therapie

Hohlfuss

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Die Therapie des Hohlfußes gestaltet sich wie folgt:

Konservativ:
Bei leichtem Hohlfuß, sowie flexiblem Hohlfuß bei Kindern

  • Einlagenversorgung, orthopädische Schuhe.

Operativ:

  • Steindler-Release (Release der Plantaraponeurose)
  • Keilresektionen mit Arthrodesen (beim Erwachsenen)

Komplikationen

Hohlfuss

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Es liegen zur Zeit keine Informationen über Komplikationen bei einem Hohlfuss vor.


Zusatzhinweise

Hohlfuss

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Es liegen zur Zeit keine zusätzlichen Informationen zum Hohlfuss vor.


Literaturquellen

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  1. (2006) Breusch S., Mau H., Sabo D.  - Klinikleitfaden Orhopädie - Urban&Fischer, München
  2. (2005) Rössler H., Rüther W. - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban&Fischer, München
  3. (2009) Niethard F, Pfeil J - Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  4. (2010) Wülker Nikolaus - Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  5. (2005) Rössler H, Rüther Wolfgang - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  6. (1998) Krämer J, Grifka J, Hedtmann A, Krämer R - Orthopädie - Springer
  7. (1996) Zippel H - Orthopädie systematisch - Uni Med. Verlag AG
  8. (1989) Weber U., Zilch H - Orthopädie mit Repetitorium - Gruyter
  9. F.U. Niethard, J. Pfeil - Orthopädie - Duale Reihe - Thieme Verlag
  10. H. Rössler, W. Rüther - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban u. Fischer

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