Hirsutismus

Synonyme: Virilismus

Definition

Hirsutismus

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Hirsutismus ist die Bezeichnung für eine abnorme Vermehrung der androgenabhängigen Behaarung vom männlichen Typ bei Frauen ohne Virilisierungssymptome.


Ätiologie

Hirsutismus

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Ursachen des Hirsutismus:

primärer Hirsutismus:

  • idiopathisch (zu 90%)
  • genetisch (Mittelmeerländer): Testosteronspiegel und freier Androgen-Index normal

sekundärer Hirsutismus:

ovariell:

  • Androgenproduzierende Ovarialtumore
  • im Rahmen eines polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS)

adrenal:

  • Androgenproduzierende NNR-Tumore
  • Cushing-Syndrom
  • Adrenogenitales Syndrom
  • Adipositas und Typ 2-Diabetes

andere endokrine Ursachen:

  • Akromegalie
  • Hypothyreose

medikamentös:

  • Testosteron und Anabolika
  • Gestagene
  • Glukokortikosteroide und ACTH
  • Nichtsteroidale Medikamente

Epidemiologie

Hirsutismus

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Zur Epidemiologie des Hirsutismus sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Hirsutismus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Familienanamnese
  • Medikamentenanamnese
  • betroffene Stellen der vermehrten Behaarung?
  • Seit wann?
  • andere (Virilisierungs-)Symptome?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Hirsutismus sind relevant:

  • Anamnese
  • Internistisch-gynäkologisches Konsil

LABOR:

  • Dehydroepiandrosteron (erhöht bei adrenal; normal bei ovariell)
  • Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin
  • Androstendion

Berechnung des Freien Androgen-Indexes:

100 x totales Testosteron(nmol/l): SHBG(nmol/l)

Normalbereich für Frauen:  0-8,5

                     für Männer: 14,8-94,8

Hirsutismus: 1,7-20,6


Klinik

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Beim Hirsutismus kommt es zufolgenden Symptomen:

abnorme Vermehrung der Behaarung an

  • Kinn
  • Oberlippe
  • Brust
  • Oberschenkelinnenseite
  • Schamregion bei Frauen 

ohne Virilisierungssymptome (wie z.B. Vermännlichung der Stimme, des Kehlkopfes, Klitorishypertrophie usw.)


Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Hirsutismus. umfassen:

Sekundärer Hirsutismus:

  • kausale Therapie: z.B. Weglassen der entsprechenden Medikamente, operative Entfernung der Hormonproduzierenden Tumore, Therapie von M.Cushing oder AGS
  • Adrenale Form: Hemmung der frühmorgendlichen NNR-Stimulation durch Dexamethason (0,25-0,50mg vor dem Schlafengehen)
  • Ovarielle Form: antiandrogenes hormonelles Kontrazeptivum

Idiopathischer Hirsutismus:

  • Kosmetisch
  • Medikamentös:
    • Ovulationshemmer mit Antiandrogeneffekt;
    • zusätzlich Antiandrogene bei starkem Hirsutismus
  • Fotoderm-Therapie

Komplikationen

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Zu den Komplikationen des Hirsutismus liegen momentan keine Daten vor.


Zusatzhinweise

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Zum Hirsutismus liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  2. (2009) MLP Duale Reihe Innere Medizin - Thieme, Stuttgart
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  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
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  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer
  8. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  9. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  10. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  11. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  12. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  13. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

Assoziierte Krankheitsbilder zu Hirsutismus

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