Hirnstammkontusion

Synonyme: Schädel-Hirntraumen, Hirntraumen, contusio cerebri, Hirnstammprellung

Definition

Hirnstammkontusion

Bearbeitungsstatus ?

Die Hirnstammkontusion ist eine schwere, primäre, traumatische Hirnstammschädigung, die oft nicht überlebt wird.


Ätiologie

Hirnstammkontusion

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Die Ursachen der Hirnstammkontusion sind:

  • ensteht dadurch das Nervenfasern und kleine Blutgefäße Scherungsverletzungen erleiden, mit der Folge von Infarkten und Blutungen in der Haube von Mittelhirn und Brücke

Epidemiologie

Hirnstammkontusion

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Genaue epidemiologische Daten zur Hirnstammkontusion sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • betrifft beide Geschlechter gleichermaßen

Differentialdiagnosen

Hirnstammkontusion

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Anamnese

Hirnstammkontusion

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Bei der Hirnstammkontusion sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • posttraumatische Bewusstseinsstörung länger als 1 Stunde ?
  • Lähmungen?
  • epileptische Anfälle?
  • traumatische Psychose?

Diagnostik

Hirnstammkontusion

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Zur diagnostischen Abklärung der Hirnstammkontusion sind relevant:

  • CT: selten nachweisbar
  • MRT: zuverlässig, auch nach langer Zeit nachweisbar
  • oft findet man kleinere, zentrale Blutungen im Mittelhirn, die auf Beschleunigungsschertraumen zurückzuführen sind
  • EEG: im akuten Stadium verlangsamt und kann einen Herdbefund zeigen
  • innerhalb weniger Wochen beschleunigt sich der Grundrhytmus wieder, und der Herdbefund bildet sich zurück
  • EEG Veränderungen normalisieren sich meist innerhalb von 6 Monaten

Klinik

Hirnstammkontusion

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Die Hirnstammkontusion kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • viele Patienten sind sofort bewusstlos und erreichen meist das Wachbewusstsein nicht wieder
  • sie sterben gewöhnlich innerhalb der ersten 12- 24 Stunden
  • neurologisch finden sich alle Symptome des Dezerebrationssyndroms
  • prognostisch ungünstig ist das Fehlen der schnellen Komponente des kalorischen Nystagmus zur Gegenseite nach Spülung mit Eiswasser oder der völlige Ausfall der Reaktion
  • der Kopf muss bei der Spülung um 45 Grad gebeugt sein

Therapie

Hirnstammkontusion

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Hirnstammkontusion umfassen folgendes:

  • alle Patienten mit einem Wert von 8 oder weniger auf der Glasgow- Skala werden intubiert und beatmet, sodern dies ohne zusätzliche Gefährdung möglich ist
  • bei Werten über 8 und zusätzlichen Verletzungen, die die Atmung gefährden können, sind Intubation und Beatmung ebenfalls indiziert
  • bei schwerem und mittelschwerem Hirntrauma werden 2 venöse Zugänge gelegt
  • der mittlere, arterielle Blutdruck soll 90 mmHg betragen 
  • die Überlebensrate bei länger dauerndem Koma nimmt in Abhängigkeit vom Lebensalter rasch ab

Komplikationen

Hirnstammkontusion

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Bei der Hirnstammkontusion kommen folgende Komplikationen vor:

  • oft treten erschwerend extrazerebrale, intrakranielle Blutungskomplikationen hinzu
  • Epi und subdurale Hämatome müssen oft operiert werden
  • nach schweren Verkehrsunfällen muss man mit Polytraumen rechnen
  • im Initialstadium muss deshalb das Abdomen sonographisch kontrolliert werden und bei Lagerung der Extremitäten auf periphere Lähmungen geachtet werden

Zusatzhinweise

Hirnstammkontusion

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  • meist liegen gleichzeitig ausgedehnte Großhirn- und Kleinhirnkontusionen vor

Literaturquellen

Hirnstammkontusion

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Poeck,Hacke,Neurologie,Springer Verlag

Masuhr,Neumann, Duale Reihe Neurologie, Thieme Verlag

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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