Himbeerzunge

Synonyme: scharlach

Definition

Himbeerzunge

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Die Himbeerzunge ist pathognomisches Symptom der Scharlach: Rote glänzende Zunge mit hypertrophen Papillen.


Ätiologie

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Ätiologie der Himbeerzunge ist:

  • Akute Infektion mit scharlachexotoxin produzierenden beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A.
  • Übertragung meist durch Tröpfcheninfektion.

Epidemiologie

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Meistens sind Kinder im Vorschulalter bis Jugendliche von der Himbeerzunge betroffen.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Hinweise auf eine Himbeerzunge können sein:

  • Schmerzen der Tonsillen?
  • Beschwerden beim Schlucken?
  • (evtl. hohes) Fieber?
  • Allgemeine Krankheitssymptomatik?
  • evtl. Erbrechen?
  • Verlauf?
  • Atemnot? (OP-Indikation)

Diagnostik

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Diagnostisch relevant für eine Himbeerzunge sind:

  • Anamnese

Inspektion:

  • geschwollene und gerötete Tonsillen, oft mit Belägen.
  • Zuächst weißlich belegte Zunge, später pathognomische Himbeerzunge (rot glänzend, Hypertrophie der Papillen).
  • An der Haut Scharlachexanthem mit typischer perioralen Blässe.

weitere Untersuchungen:

  • Palpation: geschwollene lokale Lymphknoten

Klinik

Himbeerzunge

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Symptome einer Himbeerzunge können sein:

  • Das Krankheitsbild entwickelt sich rasch nach einer Inkubationszeit von 2-4 Tagen
  • Bei adäquater Behandlung gute Heilungschancen.
  • Im Anschluss an die akute Phase kommt es oft zu einer Schuppung der Epidermis an Palmar- und Plantarflächen.

Therapie

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Mögliche Therapie einer Himbeerzunge sind:

  • weiche, reizarme Kost nach Bedarf.
  • Auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten, ggf. parenterale Zufuhr.
  • Bettruhe
  • evtl. Mundspülung mit Kamillentee
  • Antiphlogistika (z.B. Diclofenac)
  • ggf. Analgetika
  • ASS wg. ggf. notwendig werdender Tonsillektomie eher vermeiden.

Antibiose:

Mittel der Wahl:

bei Kindern:

  • Penicillin V tägl. 100.000 IE/kgKG, max. 2 Mio. für 10 Tage.

bei Erwachsenen:

  • Penicillin V tägl. 3 Mio IE in 2-3 Einzeldosen für 10 Tage.

Alternativen:

  • Cephalosporin 1 (2)
  • Makrolid
  • Ketolid (Erwachsene)
  • Clindamycin

weitere Maßnahmen:

  • Aufklärung über Komplikationsgefahr bei mangelnder Compliance
  • ggf. Tonsillektomie 

Komplikationen

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Mögliche Komplikationen der Himbeerzunge können sein:

  • Atemnot
  • nekrotisierende Scharlachangina
  • Streptokokkengingivostomatitis
  • Zungengrundtonsillitis
  • Sepsis

Zweiterkrankungen:

  • akutes rheumatisches Fieber
  • Glomerulonephritis
  • Peritonsillarabszess
  • Endokarditis
  • Arthritis

Zusatzhinweise

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Die Antibiotikatherapie ist über die klinische Symptomatik hinaus durchzuführen, um Komplikationen vorzubeugen. Eine überstanden Erkrankung bedeutet Immunität gegenüber dem Stamm, mit dem man infiziert war. Bei insgesamt drei Scharlachexotoxin produzierenden Stämmen kann man theoretisch 3 Scharlachinfektionen erleben.


Literaturquellen

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  1. Probst/Grevers/Iro: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  2. Adam/Doerr/Link/Lode: Die Infektiologie. Springer-Verlag Berlin Heidelber New York. 2004.
  • (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie,Rehabilitation - Schattauer Verlag
  • (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer Verlag
  • (2003) Werner, Lippert - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  • (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag AG
  • (1990) Ganz Herausgegeben - Lehrbuch Hals-Nasen-Ohren Heilkunde - Walter De Gruyter

Assoziierte Krankheitsbilder zu Himbeerzunge

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