Hautpflege bei sehr trockener Haut

Synonyme: Hauttrockenheit

Definition

Hautpflege bei sehr trockener Haut

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Die Hautpflege bei sehr trockener Haut beinhaltet den Einsatz dermatokosmetischer Wirkstoffe mit dem Ziel, die Haut zu schützen und verbessern und ein ästhetisches Äußeres zu bewahren. Zusätzlich sollten die Kosmetika an die Bedürfnisse der sehr trockenen Haut angepasst und ausreichend hydrierend, pflegend und sehr reichhaltig sein.


Ätiologie

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Triggerfaktoren, die an der Entstehung der trockenen Haut beteiligt sind, sind:

Anlagebedingte Hauttrockenheit:

  • genetische Disposition
  • Chronische Erkrankungen: Atopie, Neurodermitis, Diabetes mellitus, Leber-, Gallen-, Nierenerkrankungen etc.
  • Vitaminmangel (Vitamin-A-, Vitamin-B-Mangel, Biotinmangel)
  • verminderte Talgdrüsenaktivität
  • geringes Wasserbindungsvermögen
  • hormonelle Umstellungen in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
  • natürliche Hautalterung
  • Kontaktallergien

Äußere Faktoren:

  • Anwendung von austrocknenden Externa
  • intensive Anwendung von Seifen, häufiges Duschen oder Baden (Übermäßige Körperpflege)
  • häufige Sonnenbrände, UV-Strahlung
  • Rauchen, Stress
  • Medikamente

Epidemiologie

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  • Die Hauttrockenheit ist eines der Hauptprobleme alternder Haut.
  • ca. 30% der Bevölkerung leiden unter diesem Hautzustand.
  • Die Inzidenz der trockener Haut nimmt mit dem Alter stark zu.
  • Menschen über 60 sind grundsätzlich davon betroffen, oft auch Säuglinge und Kleinkinder [4].

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Hautpflege bei sehr trockener Haut sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • bisherige Externa?
  • Ziele und Wünsche des Patienten
  • Abklärung und Besprechung von Risikofaktoren für die Faltenbildung (u.a. Rauchen, UV-Bestrahlung)
  • Den Patienten nach Hauttyp (fett?/trocken?) fragen (subjektives Empfinden des Patienten)
  • bekannte Hauterkrankungen (Atopie?)
  • bekannte Grunderkrankungen?
  • Erkrankungen in der Familie?
  • Vorbehandlungen mit Fillern / Botulinum-Toxin?
  • Allergien?
  • Medikamentenanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Hautpflege bei sehr trockener Haut sind relevant:

  • Anamnese
  • klinische Untersuchung
  • Epikutantestungen unter Berücksichtigung der eigenen Externa (alle Externa mitbringen lassen)
  • Überprüfung der Externa (häufig werden austrocknende Lotionen als Pflege angewandt)

Klinik

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Die sehr tockene Haut wird durch die folgenden klinischen Merkmale gekennzeichnet:

  • glanzlos, rau, schuppig, leicht verletzbare Haut
  • geringe Elastizität
  • im Alter: dünne, zigarettenpapierartige, atrophische Haut, Hornhauteinrisse, Fissuren
  • Symptome: Spannungsgefühl, Juckreiz, Rötung, Irritationen
  • Die trockene Haut ist im Vergleich zu normaler Haut empfindlicher gegenüber schädlichen äußeren Einflüssen. Aus diesem Grund neigen Menschen mit trockener Haut häufiger zu Hautinfektionen oder Ekzemen, diese werden z.B. in Form von Rötungen, Bläschen oder Pusteln manifest.

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei sehr trockener Haut umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Aufklärung bzw. Beratung des Patienten.
  • Empfehlung bzw. Rezeptierung von geeigneten Externa. Sie sollten die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten und möglichst wenig potentiell allergieinduzierende Kontaktallergene enthalten (z.B. Parabene). Anwendung: 1- bis 2-mal täglich (Reinigung und Pflege). Teils Kombinationsbehandlungen mit Hyaluronsäure (intradermale Injektionen) - auch prophylaktisch - sinnvoll.
  • Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (fettärmere Externa im Sommer, fettreichere im Winter)
  • Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, nicht unterschiedliche Externa gleichzeitig bzw. unkontrolliert anzuwenden. Meist ist es sinnvoll mit dem Patienten gemeinsam Externa (möglichst wenige) auszuwählen und die Anwendungshäufigkeit dem Empfinden des Patienten zu überlassen.
  • Mögliche Kontaktallergien sollten berücksichtigt werden.
  • Bei trockener Haut Wärme, warme Bäder, rauhe scheuernde Kleidung vermeiden.
  • Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor spielt eine wichtige Rolle bei den Menschen mit trockener Haut.

Reinigung und Pflege, vorbeugende Maßnahmen:

  • regelmäßige, gründliche Gesichtsreinigung mit lauwarmem Wasser oder einer Lotion, damit Schmutzreste, abgestorbene Zellschichten sowie Reste kosmetischer Produkte vollständig entfernt werden. Reinigungsmilch, -lotions, -cremes: mit den Fingerkuppen sanft einmassieren, danach mit einem Kosmetiktuch vorsichtig abnehmen, den Rest evtl. mit Wasser abwaschen.
  • keine intensive Anwendung von Seifen: führt besonders bei der reiferen Haut zur Austrocknung und Schuppung, später auch zu Juckreiz, Ausschlag oder Bildung von Hautekzemen. Besonders nachteilig sind die alkalischen Seifen, weil sie den natürlichen Säuremantel der Haut zerstören.
  • medizinische Bäder: rückfettende Bäder, Ölbäder (Mandelöl, Olivenöl, Erdnussöl, Jojobaöl, Sojaöl). Badetemperatur: 32-36°C, Badedauer: 10-15 Min.
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2-3 Liter/Tag

Komplikationen

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Als Folgen einer ungeeigneten Hautpflege bei sehr trockener Haut können folgenden Komplikationen vorkommen:

  • Rötung, Juckreiz, Schuppung
  • Infektion
  • Allergische Reaktionen
  • Narbenbildung

Zusatzhinweise

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Zur Hautpflege bei sehr trockener Haut liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M – Dermatologie und Venerologie – Springer Verlag, Heidelberg
  2. (1998) Dr. med. Ferdinand Vennemann/Annette Jordan - Aktiv gegen Falten - Schlütersche Verlag
  3. (2003) Dirschka Th, Sommer B, Usmiano J - Leitfaden Ästhetische Medizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag, Jena München
  4. (2008) Jean Krutmann, Thomas Diepgen, Claudia Billmann-Krutmann - Hautalterung: Grundlagen- Prävention- Therapie - Springer Verlag, 2. Auflage
  5. (2008) Martina Kerscher - Dermatokosmetik - Steinkopff Verlag, 2. Auflage
  6. (2003) Wolf-Ingo Worret, Wolfgang Gehring -  Kosmetische Dermatologie - Springer Verlag
  7. (2010) Rote Liste
  8. (2005) Ingrid Moll - Duale Reihe, Dermatologie - Thieme Verlag, 6. Auflage
  9. (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
  10. (2006) Alexander Meves - Intensivkurs Dermatologie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  11. 2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  12. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  13. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  14. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag

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