Hämolytisch-urämisches Syndrom
Synonyme: Gasser-Syndrom, HUS
Definition
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- Thrombothische Mikroangiopathie die Niere betreffend
- gekennzeichnet durch hämlytische Anämie, Thrombozytopenie, und akute Niereninsuffizienz
- typische + atypische Form
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Ätiologie
Hämolytisch-urämisches Syndrom
typische Form:
- v.a. Kinder unter 5 Jahren
- häufigste Ursache für akute Niereninsuffizienz bei Kindern
- Auslöser: Gastroenteritits durch Infektion mit E.coli 0157(EHEC --> Verotoxin/Shigatoxin-Bildung),auch Salmonellen, Shigellen,Yersinien Campylobacter könnenselten HUS auslsen
- Toxin bindet an Endothelzellen --> Gerinnungsreaktion--> Thromben
- Folge: Thrombozytenverbrauch,mechanische Hämolyse, Verlegung der Glomeruli, ischämischer Tubulusschaden
atypische Form:
- v.a Kinder über 5 Jahre
- kein vorheriger Infekt
- genetische Anomalien häufig! : 30% Komplementfaktor-H-Mangel
- Familiäre Häufung
- rezidivierend
Hämolytisch-urämisches Syndrom Epidemiologie zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Epidemiologie
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Inzidenz des HUS insgesamt (typisch+atypisch):
- 3:100000 Kinder unter 5 jahren pro Jahr
Hämolytisch-urämisches Syndrom Differentialdiagnosen zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Differentialdiagnosen
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- Nierenvenenthrombose
- Autoimmunhämolytische Anämien
- Rapid progressive Glomerulonephritis Typ 3
- Rapid progressive Glomerulonephritis Typ 1
- Akute postinfektiöse Glomerulonephritis
- Membranöse Glomerulonephritis
- Antikörperbedingte hämolytische Anämien
Hämolytisch-urämisches Syndrom Anamnese zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Anamnese
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- kinder unter 5?
- gastrointestinaler Infekt?
- Blutige Windel?
- Gewichtszunahme des Kindes (durch Anurie)?
- akut einsetzende Niereninsuffizienz?
- familiäre Häufung?
- rezidivierend?
Hämolytisch-urämisches Syndrom Diagnostik zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Diagnostik
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Typisches HUS
- Anämie, Fragmentozyten
- Thrombozytopenie
- Coombs negative Hämolyse LDH↑↑, Haptoglobin nicht nachweisbar)
- erhöhte Retentionswerte (Harnstoff, Kreatinin ↑)
- Hämaturie, Albuminurie,
- beweisend ist EHEC-Nachweis (im Stuhl direkt, indirekt über IgM-, IgG-Anstieg)
Atypisches HUS
- Laborveränderungen (s.o.) weniger ausgeprägt
- zusätzliche Diagnostik:
- Komplement, Faktor H, von-Willebrand-Faktor-spaltende Protease
- evtl Molekurgenetische Diagnostik
Hämolytisch-urämisches Syndrom Klinik zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Klinik
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Typisches HUS
- gastrointestinale Prodromalerkrankung;
- blutiger Stuhl,
- Oligurie,
- Blutdruckerhöhung
- akute Blässe,
einige Tage später:
- hämolytische Anämie (HB↓, >2% Fragmentozyten)
- akute Thrombozytopenie
- akute Niereninsuffizienz (Dialysepflichtig)
Atypisches HUS verläuft eher schleichend
- pathologische Gerinnungsaktivierung
- oft zerebrale Beteiligung: Krampfanfälle, neurologische Ausfälle
Hämolytisch-urämisches Syndrom Therapie zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Therapie
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- Überbrücken der fehlenden Nierenfunktion durch Dialyse
- Flüssigkeitsrestriktion
- Blutdruckkontrolle
- Elektolytkontrolle
- Erythrozytenkonzentrat bei Hämatokrit < 18%
- Thrombozytenkonzentrat massiven Blutungen und AT III-Mangel
- evtl Plasmapherese zur ENtfernung schädlicher Noxen
- bei atypischen HUS: Plasmapherese + Substitution von Frischplasme (Ersatz von Faktor H)
Hämolytisch-urämisches Syndrom Komplikationen zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Komplikationen
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- irreversibles Nierenversagen
- Elektrolytentgleisungen
- Krämpfe
- Koma
Hämolytisch-urämisches Syndrom Zusatzhinweise zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Zusatzhinweise
Hämolytisch-urämisches Syndrom
bei EHEC-Infektion KEINE Antibiotika geben, da dadurch Toxinbildung verstärkt wird.
Typisches Hus tritt nur 1x auf + heilt aus (gelegentlich bleibt leichte Proteinure)
Atypisches HUS neigt zu Rezidiven oder progredienten Verlauf.
Hämolytisch-urämisches Syndrom Literaturquellen zu:
Hämolytisch-urämisches Syndrom
Literaturquellen
Hämolytisch-urämisches Syndrom
- G. Herold, Innere Medizin 2009
- E. Mayatepek (2007) - Pädiatrie- Urban+Fische
- Kerbl, Kurz, Roos, Wessel ((2007)- Checkliste Pädiatrie- Thieme
Hämolytisch-urämisches Syndrom
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