Hämolytische Transfusionsreaktionen

Definition

Hämolytische Transfusionsreaktionen

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  • Bei der hämolytischen Transfusionsreaktion kommt es zur Zerstörung der transfundierten Erythrozyten
  • Durch Alloantikörper im Serum; gerichtet gegen Oberflächenantigene der transfundierten Erythrozyten
  • Extravasal oder intravasal

Ätiologie

Hämolytische Transfusionsreaktionen

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  • Häufigste Ursache der hämolytischen Transfusionsreaktion: Verwechslung der Blutproben oder Erythrocytenkonzentrate
  • Selten bakteriell bedingte Reaktion (grammnegative Endotoxinbildner)

Intravasale Hämolyse

  • Ausgelöst durch Antikörper, die bei Bindung an Erythrozytenantigene die Komplementkaskade bis Stufe C9 aktivieren
  • V.a. Isoagglutine im ABO-System
  • Rasch klinische Symptomen (Sofort-Typ)

Extravasale Hämolyse

  • V. a. Antikörper, die die Komplementkaskade bis C3-Stufe aktivieren bzw Antikörper, die nicht zur Komplementbindung führen (Fy-, Jk-, K- System)
  • Erythrozyten - Abbau wesentlich langsamer als bei intravasaler Hämolyse
  • I.d.R. erst Stunden - Tage nach der Transfusion klinische Symptome (verzögerter Typ)

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der hämolytischen Transfusionsreaktion sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Zur Anamnese der hämolytischen Transfusionsreaktion liegen derzeit keine Daten vor.


Diagnostik

Hämolytische Transfusionsreaktionen

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Zur diagnostischen Abklärung der hämolytischen Transfusionsreaktion sind relevant:

  • körperliche Untersuchung
  • Serologie
  • Anamnese

Klinik

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Die hämolytische Transfusionsreaktion kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • schlechter Allgemeinzustand
  • Schweißausbrüche, Beklemmungsgefühle
  • Schüttelfrost, Fieber
  • Dyspnoe, Tachypnoe
  • Blutdruckabfall bis zum Schock
  • Tachycardie
  • Juckreiz, Urtikaria, Flush
  • Kopfschmerzen, Rückenschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Bronchospasmus
  • Ikterus
  • Urin braun - rot

Labor:


Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei hämolytischer Transfusionsreaktion umfassen:

  • sofort Transfusion stoppen
  • Überwachung RR, Befinden, Temperatur
  • ggf Intensivstation
  • Volumensubstitution
  • Infusion Natriumbikarbonatlösung
  • antiallergische Therapie
  • ggf Katecholamine
  • ggf Steroide i.v.
  • ggf Dialyse
  • Einhaltung der Narkose, wegen abgeschwächtem Verlauf

Komplikationen

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Bei der hämolytischen Transfusionsreaktion kommen folgende Komplikationen vor:

  • akutes Nierenversagen
  • Schocksymptomatik
  • zu 90% tödliche Sofortreaktion

Zusatzhinweise

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Zur hämolytischen Transfusionsreaktion liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Hämolytische Transfusionsreaktionen

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Gerd Herold und Mitarbeiter - Innere Medizin

Roche - Lexikon Medizin - Urban & Fischer

c. Müller, C. Löll, H. Bechtold - Basisleitfaden - Urban & Fischer

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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