Hämatomyelie

Synonyme: spinale Durchblutungsstörungen, Rückenmarksblutung, Hämatomyelie

Definition

Hämatomyelie

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Die Hämatomyelie ist eine Blutung in das Rückenmark.

  • oft als ( tubuläre) Röhrenblutung mit Ausbreitung in der Längsachse v.a. als Unfallfolge,bei hämorrhagischer Diathese, perniziöser Anämie
  • als akute H. mit inkomplettem oder komplettem Querschnittssyndrom
  • als Geburtskomplikation infolge Rückenmarkszerrung oder -zerreißung die zentrale H. mit Ausfall v.a. der Vorderhornzellen u. mit Symptomen wie bei Syringomyelie oder bei Myatonia congenita

Ätiologie

Hämatomyelie

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Die Ursachen der Hämatomyelie sind:

  • seltener als früher angenommen wurde
  • Blutungen kommen aus Angiomen der intraspinalen Gefäße, bei Gerinnungsstörungen, bei Wirbeltraumen und intraspinalen Tumoren vor

Epidemiologie

Hämatomyelie

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Die Hämatomyelie ist relativ selten.

  • wesentlich seltener als zerebrale Schlaganfälle
  • geschätzte Inzidenz 1- 3 Neuerkrankungen / 100.000 Einwohner pro Jahr
  • die intramedullären Gefäße sind von einer ausgedehnten, generalisierten Arteriosklerose kaum betroffen
  • betrifft Männer und Frauen gleichermaßen
  • tritt bevorzugt im mittleren bis höheren Lebensalter auf

Differentialdiagnosen

Hämatomyelie

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Anamnese

Hämatomyelie

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Bei der Hämatomyelie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Para- oder Tetraparese?
  • Sensibilitätsstörung?
  • Querschnittlähmung?
  • starke Schmerzen?

Diagnostik

Hämatomyelie

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Zur diagnostischen Abklärung der Hämatomyelie sind relevant:

  • MRT: Blutung und Differentialdiagnose können erfasst werden
  • spinale Angiographie kann zum Nachweis einer spinalen Gefäßfehlbildung nötig werden
  • Liquor: Blutbeimengung oder Xanthochromie nachweisbar

Klinik

Hämatomyelie

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Die Hämatomyelie kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Symptomatik gleicht dem Spinalis- anterior Syndrom
  • führendes Symptom: Para oder Tetraparese mit dissoziierter Sensibilitätsstörung infolge Schädigung des zentralen Rückenmarkgrau
  • kann auch zu vollständiger Querschnittlähmung führen
  • spinaler Schock und vegetative Dysregulation sind häufig
  • durch Läsion schmerzleitender Fasern ist die Blutung meist von starken Schmerzen begleitet

Therapie

Hämatomyelie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Hämatomyelie umfassen folgendes:

  • Heparin, Volumentherapie, Kortikosteroide ( 100mg Methylprednisolon i.v. )
  • prophylaktische Maßnahmen gegen Pneumonie, Magenulkus und Dekubitalulzera

Komplikationen

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Bei der Hämatomyelie kommen folgende Komplikationen vor:

  • kann zu vollständiger Querschnittlähmung führen

Zusatzhinweise

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  • Prognose ist ungünstig
  • meist bleiben schwere Lähmungen und Sensibilitätsstörungen zurück

Literaturquellen

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  • Poeck,Hacke, Neurologie, Springer Verlag
  • Dr. Wolfgang Kubik, Neuroscript
  • Cohn, Else, Zur Klinik der posttraumatischen Hämatomyelie mit Intervall, Steinkopff Verlag
  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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