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Regelwidrige Einstellung zum Beckeneingang

Eine regelwidrige Einstellung zum Beckeneingang entsteht bei Reifgeburten meist durch ein Missverhältnis von kindlichem Kopf zu mütterlichem Becken. Der Aufbau des weiblichen Beckens ist queroval und wird in folgende geburtshilflich wichtige Räume unterteilt [3]: Beckeneingangsraum = queroval; Conjugata vera obstetrica, ca. 11 cm Beckenmitte = runder Querschnitt; Diameter transversa, ca. 13 cm Beckenausgangsraum = längsoval; ca. 11-12 cm Die Messung des Beckens kann durch eine Pelvimetrie erfolgen. Diese kann der Erkennung von möglichen Geburtshindernissen durch ein verengtes Becken dienen, sollte aber nicht vor der 38. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Definition verengtes Becken: alle Beckendurchmesser sind mindestens 1 cm unterhalb der Norm! Beim Durchtritt durch das mütterliche Becken muß das Kind sich den verschiedenen Räumen, Ebenen, Öffnungen und Krümmungen entsprechend drehen. Besteht jedoch ein Missverhältnis zwischen mütterlichem Becken und kindlichem Kopf oder Körper, kann es zu einer pelvinen Dystokie (abnormer Geburtsverlauf) kommen. Es kann zu verschiedenen Geburtsrisiken mit protrahierter (verlängerter > 12 Stunden bei Erstgebährender, > 8 Stunden bei Mehrgebährenden) Geburt kommen: Hoher Schultergeradstand (Schulterdystokie): Schultern im Beckeneingang längs; vordere Schulter bleibt hängen Scheitelbeineinstellung (vorderer oder hinterer Asynklitismus): Kopf neigt sich im Beckeneingang zu einer Schulter, hintere oder vordere Hoher Geradstand: kindlicher Kopf bleibt trotz ausreichender Wehen am Beckeneingang stehen → Zum Krankheitsbild Regelwidrige Einstellung zum Beckeneingang

Plazenta praevia

Placenta praevia [1;3] Muttermund teilweise oder vollständig von der Placenta verdeckt Symptome meist nach der 28. SSW (Schwangerschaftswoche) Geht mit erhöhtem Blutungsrisiko einher assoziiert sein können Plazentalösungsstörungen: Plazenta accreta: bei 5-10% der Patientinnen mit Placenta praevia; Zotten der Plazenta reichen bis in Decidua basalis (Endometrium) Sie wird in 4 Grade eingeteilt: 1. Grades: 30% Plazenta praevia totalis. Die Plazenta bedeckt den inneren Muttermund vollständig. 2. Grades: 50% Plazenta praevia partialis. Die Plazenta bedeckt den inneren Muttermund nur teilweise. 3. Grades: 20% Plazenta praevia marginalis. Die Plazenta erreicht mit ihrem unteren Rand den inneren Muttermund oder bedeckt diesen nur mit einem kleinen Teil. 4. Grades: Die Plazenta sitzt tief, erreicht aber denn inneren Muttermund nicht. → Zum Krankheitsbild Plazenta praevia

Amnioninfektionssyndrom, Chorionamnionitis

Amnioninfektsyndrom [1;2] Unspezifische Infektion von Eihäuten, Plazenta, Fruchtwasser und/oder Kind Meist aufsteigende Infektion, kann bei intakten oder rupturierten fetalen Memranen vorkommen und vor oder während der Geburt Kann sich zur Chorionamnionitis ausweiten Häufige Folge: vorzeitiger Blasensprung → Zum Krankheitsbild Amnioninfektionssyndrom, Chorionamnionitis

Polyhydramnion

Polyhydramnion [1] Vermehrte Fruchtwassermenge am Geburtstermin 1500 ml- 2000 ml: reichlich/ viel Fruchtwasser; Hydramnion Ab 2000 ml: Polyhydramnion → Zum Krankheitsbild Polyhydramnion

Oligohydramnion

Oligohydramnion [1;2] Stark verminderte Fruchtwassermenge am Geburtstermin Normale Fruchtwassermenge: 500-1000 ml Oligohydramnion: < 300ml oder amniotic fluid index (AFI) <5  → Zum Krankheitsbild Oligohydramnion