Glossodynie

Synonyme: Stomatodynie, Zungenbrennen, Gesichtsneuralgie, Burning-mouth-Syndrom

Definition

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Die Glossodynie ist ein Schmerzsyndrom der Zunge und benachbarter Schleimhautpartien im Mund mit einer Vielzahl möglicher Ursachen. Neben Schmerzen kann es auch zu einem Brennen und Parästhesien kommen.


Ätiologie

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Die Ursachen der Glossodynie sind:

  • Medikamente und Chemikalien, Nikotin, Schwermetalle
  • Lichen ruber: chronische Entzündung der Haut und Schleimhaut
  • Schlecht sitzende Prothesen
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel (Vitamin B12, Nicotinamid, Folsäure, Eisen)
  • Allergien z.B. auf Nahrungsmittel oder Prothesen
  • Infektionskrankheiten: Candidamykose
  • Psychogen (häufig bei depressiven Patienten)
  • Mundtrockenheit (z.B. durch Medikamente oder Sjögren-Syndrom)

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie der Glossodynie:

  • Prävalenz wird auf circa 5% geschätzt
  • Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer
  • In der Regel manifestiert sich die Krankheit nach dem 40. Lebensjahr

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Glossodynie sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Art und Dauer der Schmerzen?
  • höheres Lebensalter?
  • Zahnbehandlung in der jüngsten Vergangenheit?
  • Störungen der Vitamin B12-Aufnahme?
  • Mangelernährung?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Welche Vorerkrankungen liegen vor?
  • Psychische Erkrankungen?
  • Störungen der Speichelproduktion?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Glossodynie sind relevant:

  • Eigenanamnese
  • Medikamentenanamnese
  • Inspektion der Zunge und der Mundschleimhaut

Je nach Fall können weitere Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Labor: perniziöse Anämie und Eisenmangel, Rheumafaktor/ANA (Sjögren-Syndrom)
  • Candida-Diagnostik
  • Psychiatrisches Konsil

Klinik

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Die Glossodynie kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Beginn der Beschwerden meist am Morgen mit Verstärkung im Verlauf des Tages
  • Häufig kommt es bei Nahrungsaufnahme zu einer kurzfristigen Besserung
  • ständiges Gefühl einer verbrannten Zunge "hot tongue syndrome"
  • brennende Schmerzen in der Mundhöhle "burning mouth syndrome"
  • Glossodynie stellt sich in der Regel bis auf Zungenbrennen und Zungenschmerzen ohne klinischen Befund dar
  • gelegentlich finden sich geringe, entzündliche Rötungen der Zunge
  • häufig findet sich begleitend eine Depression

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Glossodynie umfassen folgendes:

  • Alpha-Liponsäure (max. 600mg/d)
  • lokale Applikation von Clonazepam (0,5-1mg alle 8 Stunden), Capsaicin (0,025%)
  • Clonazepam (0,5-3mg/d p.o.)
  • Amitriptylin (25-75mg/d)
  • kognitive Verhaltenstherapie
  • Bei Depressionen: SSRI + Psychotherapie

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Glossodynie liegen derzeit keine Daten vor.


Zusatzhinweise

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Zur Glossodynie liegen derzeit keine Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M  - Dermatologie und Venerologie - Springer Verlag, Heidelberg, 5. Auflage
  2. (2007) Peter Altmeyer  - Dermatologische Differenzialdiagnose: Der Weg zur klinischen Diagnose - Verlag Springer
  3. (2006) Wolfgang Harth, Uwe Gieler  -  Psychosomatische Dermatologie - Springer Verlag
  4. (2004) Peter Berlit  - Therapielexikon Neurologie - Springer Verlag
  5. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  6. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  8. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  9. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  10. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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