Glioblastom

Definition

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Das Glioblastom ist das häufigste bösartige Gliom des Erwachsenen. Der Tumor besitzt den WHO-Grad IV und zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum und eine schlechte Progonose aus.


Ätiologie

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Die Ursachen des Glioblastoms sind:

  • unbekannt
  • Bisher keine Hinweise auf eine erbliche Prädisposition mit Ausnahme der seltenen Erkrankungen Li-Fraumeni-Syndrom und Turcot-Syndrom, bei denen Glioblastome familiär gehäuft auftreten
  • als Risikofaktor gelten hohe Dosen ionisierender Strahlen
  • es handelt sich zumeist um primäre Glioblastome
  • selten treten sekundäre Glioblastome auf, die sich aus Astrozytomen Grad I-III entwickeln

Epidemiologie

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Zum Glioblastom sind folgende epidemiologische Daten verfügbar:

  • Altersgipfel: 45.-75. Lebensjahr
  • Primäre Glioblastome sind ca. 20 mal häufiger als sekundäre.
  • M:F = 1,7:1
  • Inzidenz: 2,9-3,5 / 100.000 Einwohner

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Glioblastom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • neu aufgetretener/veränderter Kopfschmerz?
  • Sehverschlechterung?
  • Krampfanfälle?
  • Persönlichkeitsveränderungen?
  • maligne Erkrankungen in der Familienanamnese?
  • Hirndruckzeichen? (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel)?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Glioblastoms sind relevant:

  • MRT (1. Wahl): man sieht ausgedehnte Tumorinfiltratuonen, zum teil über den Balken hinweg. Solide Tumoranteile reichern stark Kontrastmittel an. Zysten, Blutungsreste und ein ausgedehntes, fingerförmiges Ödem im T2 Bild machen das MRT-Muster der Glioblastome relativ typisch
  • CT: zeichnen sich durch unterschiedliche Dichte, unscharfe Tumorbegrenzung sowie ein großes, begleitendes Marklagerödem aus. Nach Kontrastmittelgabe kommt es zu einer inhomogenen Anreicherung, vor allem in der Tumorrandzone, bei kleinen Tumoren als sog. Ringstruktur, bei größeren als Girlandenformation sichtbar
  • Angiographie: lässt in 60-70% eine Kontrastmittelanreicherung mit pathologischen Gefäßen erkennen. Die aus dem Tumor ableitenden Venen stellen sich schon während der arteriellen oder kapillaren Phase dar
  • Biopsie: Dient der eindeutigen Absicherung der Diagnose
  • In Einzelfällen können weitere Untersuchungen zur differentialdiagnostischen Abklärung, wie z.B. EEG oder Lumbalpunktion, indiziert sein.

Klinik

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Das Glioblastom kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Charakteristisch ist das frühe Einsetzen von Kopfschmerzen und Hirndruckzeichen mit Übelkeit und Erbrechen
  • Schnelle Entwicklung der Symptome über Wochen oder Monate.
  • Epileptische Anfälle
  • Lähmungen sind wegen der großen Ausdehnung von Tumor und Hirnödem häufig
  • Aphasie
  • Sehstörungen
  • Insultartige Verschlechterungen (apoplektisches Gliom) häufig
  • Hirndruckzeichen (Stauungspapille, Erbrechen, Übelkeit)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Glioblastom umfassen folgendes:

  • Teilresektion des Tumors in Kombination mit anschließender Bestrahlung stellen derzeit die Standarttherapie dar
  • Radikaloperation nicht möglich
  • Chirurgische Reduktion des Tumorgewebes führt häufig zu einer deutlichen Verlängerung der Lebenszeit
  • Bestrahlung (54-60 Gy)
  • Antiödematöse Therapie mit Dexamethason (initial 4-7mg/d, Erhaltungsdosis: 0,5-1,5mg/d)
  • Chemotherapie (Temozolomide oder Nitrosoharnstoff-basierte Protokolle) kann ergänzend eingesetzt werden, führt jedoch nach derzeitigem Stand nur zu einer geringen Lebenszeitverlängerung von ca. 3 Monaten und wird derzeit nur für jüngere Patienten in gutem Allgemeinzustand empfohlen.
  • Verlaufskontrolle per MRT alle 3 Monate

Komplikationen

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Beim Glioblastom kommen folgende Komplikationen vor:

  • Lähmungen
  • durch Hirndruck eventuell Abklemmen wichtiger Zentren
  • psychischer Leidensdruck durch Ausweglosigkeit
  • Tod

Zusatzhinweise

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Zum Glioblastom liegen derzeit folgende Zusatzhinweise vor:

  • mittlere Überlebenszeit eines Glioblastompatienten liegt zwischen 6 und 12 Monaten
  • 5-Jahres-Überlebensrate: < 5%
  • häufigster maligner Hirntumoren des Erwachsenenalters
  • mit subtotaler Resektion, Bestrahlung, Zytostase und Kortikoiden kann man das Leben der Kranken um einige Monate verlängern
  • Glioblastome wachsen vornehmlich in den Großhirnhemisphären und gehen von der weissen Substanz aus
  • Tumoren wachsen infiltrierend, meist subkortikal, können aber auch die Rinde ergreifen
  • Finden sich in allen Hirnlappen, aber auch im Balken, entlang des Fornix und im Thalamus. Selten im mittleren Hirnstamm
  • Ihr rasches Wachstum führt zur Bildung von pathologischen Gefäßen mit arteriovenösen Anastomosen
  • Mangelhafte Ernährung des Tumors fördert den nekrotischen Zerfall des Gewebes
  • Neigung zu Blutungen
  • Frühzeitig entwickelt sich ein peritumöres Ödem, das oft zu einer Schwellung der ganzen Hemisphäre führt

Literaturquellen

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  1. (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag
  2. (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
  3. (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
  4. (2008) Lang, G.K - Augenheilkunde - Thieme Verlag
  5. (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
  6. (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag, Berlin
  7. (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
  8. (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer
  9. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  10. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  11. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  12. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  13. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  14. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag
  15. (2007) Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Neuropädiatrie und der deutschen Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie - Leitsymptome und Diagnostik bei Hirntumoren im Kindesalter: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-022.html>
  16. (2004) Informationszentrum für Standards in der Onkologie - Interdisziplinäre S2-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie der Gliome des Erwachsenenalters: http://www.krebsgesellschaft.de/download/ebm-leitlinie_gliome.pdf>

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